Hanf-Peptide: Schwimmausdauer steigt um 102 Prozent
Veröffentlicht am: 17.09.2026 um 07:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
In der aktuellen Forschung zu pflanzlichen Wirkstoffen zeichnen sich neue Ansätze zur Steigerung der körperlichen Leistungsfähigkeit und zur Regeneration ab. Ein GMP-standardisierter Pinienblattextrakt mit dem Indikator Lambertianinsäure konnte laut Berichten vom 15. September 2026 in Zell- und Mausversuchen Erschöpfungszustände deutlich lindern.
In den zugrunde liegenden Modellen sank das Muskelglykogen bei Müdigkeit um circa 70 Prozent, während auch die ATP-Werte abfielen. Nach der Verabreichung des Extrakts wurde eine Erholung der Werte auf ein nahezu normales Niveau beobachtet. Die entsprechenden Studienergebnisse wurden bereits Ende Juni 2026 online im Fachmagazin Applied Biological Chemistry veröffentlicht.
Metabolite und Hanf-Peptide zur Leistungssteigerung
Neben Pinienextrakten rücken spezifische Metabolite in den Fokus der Wissenschaft. Die orale Gabe von Pipecolinsäure und Succinat, die als exercise-mimetische Stoffe identifiziert wurden, verhinderte bei immobilisierten Mäusen Muskelfaseratrophie und erhielt Kraft sowie Ermüdungsresistenz. Diese Stoffe wurden zuvor mittels Metabolomik aus dem Darminhalt und Muskelgewebe trainierter Tiere identifiziert.
Parallel dazu belegen Studien aus dem Jahr 2026 die Wirksamkeit von Edestin und Edestin-Peptiden (EPP) aus Hanf. Untersuchungen im Journal of Food Science zeigten eine Verbesserung der Schwimmausdauer um 69 Prozent bei Edestin und um 102 Prozent bei EPP.
Zudem belegte eine im Fachblatt Food Research International publizierte Untersuchung, dass EPP unter simulierten Höhenbedingungen von 4.000 Metern die Ausdauer im Rotarod-Test vervierfacht.
In einer ergänzenden Humanstudie auf etwa 3.600 Metern Höhe führte die Einnahme zu einer Steigerung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) um 14,98 Prozent und verbesserte die Hypoxietoleranz um 41,22 Prozent.
Muskelerhalt bei medikamentöser Gewichtsreduktion
Ein zentraler Aspekt der aktuellen klinischen Forschung ist der Erhalt von Muskelmasse während einer Gewichtsabnahme. Die Phase-2-Studie EMBRAZE untersuchte die Kombination des Wirkstoffs Tirzepatid mit dem Myostatin-Inhibitor Apitegromab.
Über einen Zeitraum von 24 Wochen konnte der Verlust an fettfreier Masse (Lean Mass) um etwa 55 Prozent im Vergleich zur alleinigen Gabe von Tirzepatid reduziert werden. Während der kombinierte Gewichtsverlust bei 11 bis 12 Prozent lag, betrug der Muskelmassenverlust unter der Kombination 1,6 Kilogramm, während er in der Vergleichsgruppe bei 3,5 Kilogramm lag.
Ergänzend dazu zeigen präklinische Daten zu TOFA, dass der Wirkstoff bei adipösen Tiermodellen Fett reduziert, ohne die Muskelmasse zu beeinträchtigen. In Kombination mit Semaglutid oder Tirzepatid wurden stärkere Effekte auf das Gewicht und die Insulinreaktion beobachtet als bei einer Monotherapie.
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Fortschritte in der Phytotherapie und Onkologie
Pflanzliche Wirkstoffe werden zudem verstärkt auf ihre therapeutische Breite hin untersucht. Protosappanin A aus Caesalpinia sappan L. reduzierte in einer Studie vom September 2026 bei Mäusen Aortenplaques und verbesserte die Cholesterinwerte durch die Linderung endothelialer Schäden.
Ebenso zeigten Zellversuche mit Pfefferextrakt (Piper nigrum) krebshemmende Effekte bei akuter myeloischer Leukämie, was im Tierversuch zu einer verlängerten Überlebensdauer führte.
Im Bereich der Onkologie zeigt eine Studie in Science, dass Psilocybin Mäuse vor chemotherapieinduzierter peripherer Neuropathie schützen kann. Eine klinische Studie mit rund 80 Patienten am MD Anderson soll im November starten, wobei erste Ergebnisse für Anfang 2029 erwartet werden.
Auch bei unkomplizierten Harnwegsinfektionen gewinnen Phytopharmaka an Bedeutung. Experten wie die Apothekerin Mag. pharm. Ilona Leitner und Astrid Janovsky betonten Mitte September 2026 die Chancen pflanzlicher Therapieoptionen als Erstlinienbehandlung in Apotheken.
Ernährungsmedizin und Marktentwicklungen
In der präventiven Ernährungsmedizin belegt eine DZNE-Studie mit rund 7.500 Teilnehmern, dass gesunde Ernährungsstile wie die mediterrane oder nordische Diät mit einem langsameren biologischen Altern korrelieren.
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Technologische Fortschritte ergänzen diesen Trend: Die Hochschule Osnabrück entwickelte einen selenreichen Apfel, der rund die Hälfte des täglichen Bedarfs deckt, während die MILEI GmbH mit der Marke miju eine neue Proteinbasis auf den Markt bringt.
Die wirtschaftliche Relevanz dieses Sektors zeigt sich auch in der Expansion führender Unternehmen. Sunday Natural mietet in Berlin-Kreuzberg über 7.000 Quadratmeter Bürofläche an, die im Frühjahr 2027 bezogen werden sollen. Damit wird der Standort zum neuen Hauptquartier für über 450 Mitarbeiter.
