Hangeshashinto, Akita-Forscher

Hangeshashinto: Akita-Forscher klÀren erstmals den Wirkmechanismus auf

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 06:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Akita-Forschergruppe klÀrte den Rezeptormechanismus des Kampo-PrÀparats auf; weitere Studien untersuchen traditionelle Therapien.

Kampo-Mittel Hangeshashinto: Forschung entschlĂŒsselt Wirkung bei Reizdarm
Getrocknete HeilkrÀuter und Wurzeln auf einer sauberen LaboroberflÀche zur wissenschaftlichen Untersuchung. Illustration mit AI erstellt.

In der medizinischen Forschung hat die systematische Untersuchung traditioneller Heilmethoden in den vergangenen Monaten bedeutende Fortschritte erzielt.

Ein zentrales Ergebnis lieferte eine Forschergruppe der UniversitÀt Akita, der es erstmals weltweit gelang, den prÀzisen Wirkmechanismus des Kampo-Mittels Hangeshashinto (?????) aufzuklÀren. Diese traditionelle Arznei wird klinisch vorrangig bei Patienten mit Reizdarmsyndrom eingesetzt, die unter chronischem Durchfall oder Verstopfung leiden.

Physiologische AufklÀrung des Kampo-Wirkmechanismus

Die im August 2026 in der Fachzeitschrift Cellular Physiology and Biochemistry online veröffentlichte Untersuchung belegt, dass Hangeshashinto spezifische Serotonin-Rezeptoren hemmt. Diese Rezeptoren sind fĂŒr die Erregung von Nervenzellen verantwortlich. Durch die Hemmung wird die Freisetzung des Neurotransmitters Acetylcholin unterdrĂŒckt, was die DarmmotilitĂ€t beeinflusst und die Beschwerden beim Reizdarmsyndrom lindert.

An der Forschungsarbeit war ein vierköpfiges Team des Instituts fĂŒr Organ- und Integrative Physiologie der Graduiertenschule fĂŒr Medizin beteiligt. Die Gruppe stand unter der Leitung der Dozentin Kaori Sat? und umfasste als Erstautor den 25-jĂ€hrigen Medizinstudenten Ry? Takayama.

Takayama, der sich im sechsten Studienjahr befindet, hatte die Untersuchungen bereits im dritten Studienjahr begonnen. Die vollstĂ€ndige AufklĂ€rung des Mechanismus erfolgte nach einer zweijĂ€hrigen Forschungsphase im fĂŒnften Studienjahr. Der Erstautor plant, nach seinem Abschluss als Kliniker in der Viszeralchirurgie in seiner HeimatprĂ€fektur Miyagi tĂ€tig zu sein.

Klinische Studien zu traditionellen Wirkstoffen und Rezepturen

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Neben der Grundlagenforschung in Japan werden auch großangelegte klinische Studien zur Validierung der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) durchgefĂŒhrt.

Im Rahmen der sogenannten CHAIN-Studie untersuchten das Guangdong Provincial Hospital of Chinese Medicine und die Fudan-UniversitÀt den Einsatz des TCM-Mittels FYTF-919 bei akuten Hirnblutungen. An der multizentrischen, placebokontrollierten Doppelblindstudie nahmen 1641 Patienten in 26 KrankenhÀusern teil.

Die im November 2024 erhobenen Daten zeigten zwar keine signifikante Wirkung auf die globale funktionelle Erholung oder Überlebensrate, deuteten jedoch in Subgruppen mit lobĂ€ren Blutungen oder Blutvolumina ĂŒber 15 ml auf mögliche Vorteile hinsichtlich der UnabhĂ€ngigkeit nach 90 Tagen hin.

In der Onkologie untersuchten kolumbianische Forscher das Potenzial von Pfefferextrakt (Piper nigrum). Laut einer im August 2026 veröffentlichten Studie in Phytotherapy Research zeigte der Extrakt in Zellversuchen und Tiermodellen krebshemmende Effekte gegen akute myeloische LeukÀmie.

Die Forscher beobachteten eine signifikante Verringerung der Zellproliferation, was möglicherweise auf eine Modulation des PI3K/AKT/mTOR-Signalwegs zurĂŒckzufĂŒhren ist. Bei MĂ€usen verbesserten sich die hĂ€matologischen Parameter und die Überlebensdauer verlĂ€ngerte sich.

Evidenz bei Arthrose und sporttherapeutischen Interventionen

Auch im Bereich der NahrungsergÀnzungsmittel und begleitenden Therapien wurden systematische Auswertungen vorgelegt. Eine wissenschaftliche Analyse von 113 Studien mit rund 8000 Teilnehmern vom Januar 2026 ergab, dass Kollagen bei leichter bis mittelgradiger Kniearthrose Schmerzen und Gelenksteifigkeit moderat lindern kann.

Ein Wiederaufbau von zerstörtem Knorpel konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Experten wie ein OrthopĂ€de des OrthoCenters MĂŒnchen weisen darauf hin, dass bei ausbleibender Besserung nach drei Monaten kein weiterer Nutzen zu erwarten sei und Bewegungstherapie die zentrale SĂ€ule bleibe.

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Parallel dazu startete im Oktober 2025 die BEPPO-Studie unter Beteiligung der UniversitĂ€tskliniken Köln und Essen. Mit einer Förderung von rund 7,3 Millionen Euro durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses wird an 13 Zentren untersucht, wie Sport- und Bewegungstherapie fĂŒr krebskranke Kinder in die Regelversorgung integriert werden kann.

Digitalisierung und Sicherheitsaspekte in der Naturheilkunde

In China wird die Integration traditioneller Medizin durch moderne Technologien forciert. Unter Leitung der Beijing University of Chinese Medicine wurde ein umfangreiches Modell entwickelt, das klassische Texte und Heilpflanzendaten nutzt, wĂ€hrend in Zhuhai bereits eine digitale Klinik Zungen- und Pulsdaten zur klinischen EntscheidungsunterstĂŒtzung automatisiert erfasst. Die Zahl der FachkrĂ€fte in TCM-Einrichtungen stieg bis Ende 2025 auf 1,236 Millionen Personen.

Gleichzeitig werden potenzielle Risiken traditioneller Wirkstoffe stĂ€rker beleuchtet. In Österreich wurde im Juli 2025 erstmals ein Herzstillstand im Zusammenhang mit einer isolierten Kratomvergiftung dokumentiert.

US-Daten belegen zudem, dass sich die gemeldeten VergiftungsfĂ€lle mit Kratom zwischen 2015 und 2025 verzwölffacht haben. Das Bundesinstitut fĂŒr Arzneimittel und Medizinprodukte warnte bereits Anfang Juli 2025 vor der Verwendung von Kratom zu medizinischen Zwecken.

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