Hans von Storch übt an „Fridays for Future“ Kritik

23.01.2020 - 09:51:46 | ad-hoc-news.de

Scharfe Töne kommen vom deutschen Meteorologen Hans von Storch über die Demonstrationen von „Fridays for Future“

Schülerprotest am 29.03.2019 - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Schülerprotest am 29.03.2019 - Foto: über dts Nachrichtenagentur
Gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ erklärte der Meteorologe, die Demonstrationen deutscher Schüler hätten fatale Folgen: Jede Thematik, die die Umwelt betreffe, werde nun unter dem Fokus „Klima“ gesehen. So könne man das auf den von den Schülern gehängten Plakaten nachlesen. Damit werde der Schutz für das Klima zu einer „Allzweckwaffe“ eingesetzt. Jedes Verhalten, das nicht genehm sei, werde damit erklärt. Hans von Storch ist der ehemalige Leiter des renommierten Helmholtz-Instituts für den Schutz der Küsten. Es sei furchtbar, wenn sich im Meer Plastik befinde. Unbestritten seien auch rasende Autofahrer auf Autobahnen eine große Gefahr. Dennoch dürfe man hier Dinge nicht vermischen. Beide Fälle seien kein Thema des Umweltschutzes. Anders verhalte es sich mit der Forderung der Bewegung, den CO2-Ausstoß dringend vermindern zu müssen. Hier liege „Fridays for Future“ richtig, wenn sie die Dringlichkeit betonten. Dies sei „vollständig legitim“, so der Meteorologe weiter. Bis 2050 müssten die Emissionen in jedem Fall auf null gebracht werden und das netto in jedem Teil der Erde. Nur auf diese Weise könne das angestrebte Ziel, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad zu bekommen, erreicht werden. Anders beurteilt von Storch die Forderung nach Dekarbonisierung in Deutschland. Nur auf Deutschland beschränkt hätte dies keinen nennenswerten Nutzen für das Weltklima. Der deutsche Forscher betont, die Welt müsse bei diesen Zielen an einem Strang ziehen. Warum sich die Bevölkerung so sehr gegen den Ausbau erneuerbarer Energien wehre, verstehe er nicht. Der Physiker und Mathematiker sagte, es sei dringend nötig damit aufzuhören, sich über alles und jedes zu beklagen. Gegen jede Art der Modernisierung werde vorgegangen, wenn man persönlich dagegen Einwände habe. Dies betreffe Stromtrassen und Bahnstrecken, aber auch Windmühlen. Storch sprach vom „Sankt-Florians-Prinzip“, das keinen Sinn mache. Auch eine Stromerzeugung, die durch Kernenergie klimaneutral erzeugt werde, müsse überprüft werden. Frankreich stoße viel weniger Treibhausgase aus, da es auf Kernenergie setze. Um kurzfristig CO2 zu sparen, müsse man darüber nachdenken, die Atomkraftmeiler in ihrer Laufzeit zu verlängern. Sei die vorrangige Herausforderung die Umwelt zu schonen, solle man nicht im Voraus die Nutzung der Kernenergie gänzlich ausschließen. Ideologische Gründe brächten hier nichts, der Dialog müsse offen sein. Schließlich habe man große technische Fortschritte bei der Sicherheit von strahlendem Müll zu verzeichnen. Deutsche sollten nicht immer so tun, als seien sie schlauer als andere.

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