Herbststimmung, AOK

Herbststimmung: AOK Hessen empfiehlt Wurzelgemüse gegen Stimmungstiefs

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 23:35 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Saisonale Kost und ballaststoffreiche Lebensmittel können das Wohlbefinden begleiten, ersetzen bei anhaltenden Beschwerden jedoch keine medizinische Behandlung.
Ein rustikaler Holztisch mit frischem, saisonalem Herbstgemüse wie Kürbis, Rote Bete und Walnüssen in warmem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Wenn im Herbst die Tage kürzer werden und das Tageslicht schwindet, schlägt das Wetter vielen Menschen auf das Gemüt. Die Krankenkasse AOK Hessen empfiehlt vor diesem Hintergrund, wetterbedingten Stimmungstiefs mit einer gezielten Auswahl an Lebensmitteln zu begegnen.

Vor allem heimisches, saisonales Wurzelgemüse wie Kürbis, Rote Bete und Karotten soll dabei unterstützen, das psychische Wohlbefinden zu stabilisieren. Wie relevant das Thema seelische Gesundheit ist, verdeutlichen Zahlen aus dem aktuellen AOK-Gesundheitsatlas: In Hessen leben rund 750.000 Menschen beziehungsweise 13,2 % der Bevölkerung ab zehn Jahren mit einer diagnostizierten Depression.

Nährstoffe für Botenstoffe und Mikrobiom

Um die körpereigene Serotoninbildung anzuregen, rät die AOK Hessen zusätzlich zu Lebensmitteln mit der Aminosäure Tryptophan, wie etwa Bananen, Nüssen oder Haferflocken.

Auch Omega-3-Fettsäuren aus Lachs, Hering, Walnüssen, Leinsamen und Rapsöl sowie eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D spielen demnach eine wichtige Rolle. Darüber hinaus gelten fermentierte Produkte wie Sauerkraut und Kefir als zuträglich, um über das Mikrobiom die Stimmung positiv zu beeinflussen.

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Auch an der Medizinischen Universität Graz wird betont, dass eine Ernährung reich an Vitalstoffen – darunter Antioxidantien, Omega-3-Fettsäuren, Vitamine sowie Ballaststoffe aus Gemüse, Hülsenfrüchten, Fisch, Nüssen und Vollkorn – die Funktion von Gehirn und Darm stärken, die Stressbewältigung erleichtern und den Schlaf unterstützen kann.

Zu diesem Ansatz legten Sabrina Leal Garcia und Attila Várnagy das Kochbuch „Ernährung für die Psyche“ mit 60 Rezepten für Menschen mit Depressionen, Angststörungen und Schlafproblemen vor. Fachleute aus der Ernährungsberatung verweisen ebenfalls auf Komponenten wie Kürbis, der Kalium, Pektin und Vitamin C liefert, oder Rote Bete mit Eisen, Folsäure und Betalainen.

Ballaststoffe: Natürliche Nahrungsmittel statt Fertigdrinks

Im Zusammenhang mit pflanzlicher Kost betonen Ernährungswissenschaftler regelmäßig den Wert von Ballaststoffen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt einen Richtwert von mindestens 30 g Ballaststoffen pro Tag vor. Die tatsächliche Zufuhr liegt laut der Nationalen Verzehrsstudie jedoch im Schnitt bei lediglich 18 g pro Tag bei Frauen und 19 g pro Tag bei Männern.

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Eine im Fachjournal „Clinical Nutrition“ (2024) veröffentlichte Auswertung über 64 Beobachtungsstudien mit mehr als 3,5 Millionen Menschen unterstreicht die Bedeutung: Beim Vergleich der höchsten mit der geringsten Ballaststoffzufuhr zeigte sich ein um 23 % geringeres Risiko, früh zu versterben, sowie ein um 26 % verringertes Risiko für tödliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Gleichzeitig warnen Fachleute vor industriellen Abkürzungen. Speziell angereicherte Fertiggetränke seien häufig hochverarbeitet und enthielten Zucker, Süßstoffe sowie Zusatzstoffe, weshalb sie keinen Ersatz für eine vollwertige Ernährung darstellen.

Eine zu rasche oder überdosierte Zufuhr kann zudem Beschwerden wie Blähungen oder Magenschmerzen auslösen. Verbraucherschützer weisen in diesem Zusammenhang darauf hin, bei einer ballaststoffreicheren Kost stets parallel auf eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme zu achten.

Grenzen der Ernährung bei anhaltenden Beschwerden

Ernährung allein kann klinische Erkrankungen jedoch weder verhindern noch heilen. Mediziner weisen darauf hin, dass ein vorübergehender „Winterblues“ keine eigenständige Diagnose darstellt, sich aber in Symptomen wie Müdigkeit, gesteigertem Appetit und Antriebsmangel äußern kann.

Bei saisonal abhängigen Depressionen (SAD), bei denen depressive Episoden über mindestens zwei Jahre wiederkehrend in derselben Jahreszeit auftreten, gilt eine Psychotherapie als Mittel der Wahl.

Fachärzte für Psychosomatik raten Betroffenen, bei anhaltenden Symptomen über mehr als zwei Wochen eine ärztliche Praxis aufzusuchen und neben der Ernährung auch auf Bewegung im Freien sowie die konsequente Nutzung von Tageslicht zu setzen.

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