Herrlisheim: Zwei UR30-Cobots verschrauben Motoren am laufenden Band
Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 07:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Werk von thyssenkrupp Automotive Systems France im elsĂ€ssischen Herrlisheim hat die Verschraubung an Verbrennungsmotoren fĂŒr einen deutschen Automobilhersteller automatisiert. Wie Fachberichte mitteilen, setzt der Zulieferer fĂŒr diesen Schritt zwei kollaborierende Roboter des Typs UR30-1300 von Universal Robots sowie ein 3D-Visionssystem von Inbolt ein. Die Systemintegration der Anlage ĂŒbernahm das Unternehmen RobotIndus.
Kontinuierlicher Förderfluss als technische Herausforderung
Vor der Umstellung erfolgte der Schraubprozess an den Aggregaten manuell mithilfe von Elektroschraubern. Diese TĂ€tigkeit brachte fĂŒr die BeschĂ€ftigten erhebliche ergonomische Belastungen im Bereich von Armen und Schultern mit sich. Um das Personal zu entlasten und die AblĂ€ufe zu stabilisieren, entschied sich der Standort fĂŒr den Einsatz von Robotik direkt am laufenden Band.
Gilles Gaeng, technischer und Produktionsleiter im Werk Herrlisheim, erklĂ€rte im Rahmen der Projektvorstellung, das vorrangige Ziel sei eine Umstellung auf robotergestĂŒtzte Montage ohne Unterbrechung der laufenden Produktion gewesen.
Eine wesentliche HĂŒrde lag in den Umgebungsbedingungen: Die Motoren werden auf einem kontinuierlich laufenden HĂ€ngebahn-Förderer transportiert. WĂ€hrend der Bewegung geraten die Bauteile in Schwingung. Aufgrund dieser Oszillationen erwiesen sich herkömmliche 2D-Kamerasysteme als unzureichend, um die exakte Position fĂŒr den Schraubvorgang verlĂ€sslich zu erfassen.
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Echtzeit-Korrektur ĂŒber CAD-Modelle
Die installierte Lösung greift daher auf rĂ€umliche Bildverarbeitung zurĂŒck. Die 3D-Kamera von Inbolt gleicht die Konturen des WerkstĂŒcks mit einem hinterlegten CAD-Modell ab und lokalisiert den jeweiligen Motor in sechs Freiheitsgraden. Auf dieser Basis korrigieren die Systeme die Bewegungsbahn der Cobots in Echtzeit, wĂ€hrend das Aggregat am Förderer weitertransportiert wird.
Die automatisierte Station deckt am Standort insgesamt sechs unterschiedliche Motorvarianten flexibel ab. Nach Angaben aus Fachkreisen konnte die ProzessstabilitÀt durch das Zusammenspiel von Sensorik und Robotik gesichert werden; die Ausschussquote an der Linie liegt bei unter 1%.
PlĂ€ne fĂŒr den weiteren Ausbau
Nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der ersten beiden Cobots plant thyssenkrupp Automotive Systems France bereits nĂ€chste Schritte fĂŒr das Werk in Bas-Rhin. Vorgesehen ist eine stufenweise Erweiterung der Anlage von zwei auf zunĂ€chst drei und spĂ€ter vier Roboter, die ebenfalls mit der Bildverarbeitungstechnik von Inbolt arbeiten sollen.
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Langfristig verfolgt das Werk das Ziel, neben dem reinen FĂŒgen auch die begleitende QualitĂ€tskontrolle vollstĂ€ndig ohne Stopp der Fertigungslinie ĂŒber die Systeme abzuwickeln.
