Herz-Kreislauf, Risiko

Herz-Kreislauf: 57% weniger Risiko durch Schlaf und Bewegung

02.06.2026 - 16:18:43 | boerse-global.de

Experten warnen vor Risiken von GLP-1-PrÀparaten und kritisieren veraltete ErnÀhrungsempfehlungen als unzureichend.

Herz-Kreislauf: 57% weniger Risiko durch Schlaf und Bewegung - Bild: ĂŒber boerse-global.de
Herz-Kreislauf: 57% weniger Risiko durch Schlaf und Bewegung - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das betonen Experten des UniversitĂ€tsspitals Basel Anfang Juni 2026. Der menschliche Körper arbeite aktiv gegen Gewichtsverlust an – das erklĂ€rt den berĂŒchtigten Jo-Jo-Effekt. Genetische Faktoren spielen eine deutlich grĂ¶ĂŸere Rolle als lange angenommen.

Abnehmspritzen: Risiken werden unterschÀtzt

GLP-1-PrĂ€parate zur Gewichtsreduktion sind kein Lifestyle-Produkt. Ein Artikel im New England Journal of Medicine vom April 2026 zeigt: Bei Langzeiteinnahme könnten etwa ein Prozent der Anwender Essstörungen entwickeln. Hochgerechnet wĂ€ren das ĂŒber 420.000 Menschen.

In Studien reduzierten Patienten ihre Kalorienzufuhr teilweise auf kritische 300 bis 400 Kalorien pro Tag. Medizinische Fachgesellschaften fordern daher ein verpflichtendes Screening auf Essstörungen vor der Verschreibung.

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Veraltete Empfehlungen in der Kritik

Die Fachgesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrungstherapie und PrĂ€vention (FEBPH) kritisiert offizielle ErnĂ€hrungsleitlinien als veraltet. Besonders die Low-Fat-Empfehlungen aus den 1970er-Jahren stehen in der Kritik. Sie sollen die Entstehung von Fettleber und Diabetes Typ 2 befördert haben.

Auch die DGE-Empfehlung von maximal einem Ei pro Woche (MĂ€rz 2024) halten Fachleute fĂŒr fragwĂŒrdig. Der „PROSPERITY Trial“ vom ACC 2024 zeigte: Bis zu zwölf Eier pro Woche haben keine negativen Auswirkungen auf das Lipidprofil.

Hochverarbeitete Lebensmittel: Nicht alle sind schlecht

Die pauschale Ablehnung von Ultra-Processed Foods ist wissenschaftlich kaum haltbar. Zuckerhaltige GetrÀnke und verarbeitetes Fleisch gelten als schÀdlich. Produkte wie Vollkornbrot oder Joghurt liefern trotz industrieller Verarbeitung wertvolle NÀhrstoffe.

Entscheidend ist die NĂ€hrstoffzusammensetzung – nicht allein der Verarbeitungsgrad.

Lenkungssteuern statt Informationskampagnen

Die „Wirtschaftsweisen“ empfehlen in ihrem FrĂŒhjahrsgutachten vom Mai 2026 eine verschĂ€rfte ErnĂ€hrungspolitik. Vorgeschlagen werden Lenkungssteuern auf Alkohol und stark zuckerhaltige Lebensmittel sowie restriktivere WerbebeschrĂ€nkungen.

Reine Informationsangebote seien begrenzt wirksam. Tiefgreifende VerhaltensĂ€nderungen erfordern hĂ€rtere Maßnahmen.

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Was auf den Teller gehört

Pflanzliche Öle: Rapsöl ist oft vorteilhafter und gĂŒnstiger als Olivenöl. Es enthĂ€lt viele ungesĂ€ttigte FettsĂ€uren und Vitamin E. Entgegen kursierender Warnungen in sozialen Medien enthĂ€lt modernes Rapsöl keine bedenklichen Mengen an ErucasĂ€ure.

Milchprodukte: Die DGE bestĂ€tigte zum Weltmilchtag im Juni 2026: Kinder zwischen einem und 14 Jahren brauchen tĂ€glich 300 bis 600 Gramm Milch oder Milchprodukte fĂŒr die Knochengesundheit.

Fermentierte Lebensmittel: Sauerkraut erlebt ein Comeback als Superfood. Die MilchsĂ€urebakterien unterstĂŒtzen Darmmikrobiom und Immunsystem – allerdings nur, wenn es unpasteurisiert ist.

Der Dreiklang fĂŒr ein gesundes Herz

Eine Auswertung der UK-Biobank-Daten im European Journal of Preventive Cardiology zeigt: Die Kombination aus ausgewogener ErnĂ€hrung, acht bis neun Stunden Schlaf und ĂŒber 42 Minuten tĂ€glicher Bewegung senkt das Risiko fĂŒr schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 57 Prozent.

Auch das Essverhalten selbst zÀhlt. LÀngere Pausen zwischen den Mahlzeiten und kauintensive Kost fördern die Neutralisierung von SÀuren und senken das Kariesrisiko.

Der Markt reagiert: Besonders bei den 18- bis 29-JĂ€hrigen greift fast jede dritte Person wöchentlich zu Convenience-Produkten ohne kĂŒnstliche Zusatzstoffe. Verzicht auf GeschmacksverstĂ€rker und Konservierungsstoffe ist das zentrale Kaufkriterium.

de | wissenschaft | 69471436 |