Herz-Kreislauf-Forschung, Patienten

Herz-Kreislauf-Forschung: 14.000 Patienten in 22 EXIT-CVD-Studien

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das EU-Forschungsprojekt bündelt 22 klinische Studien mit mehr als 14.000 Teilnehmenden und einem Budget von 27,6 Millionen Euro.
Ein moderner, steriler Untersuchungsraum in einer europäischen Universitätsklinik mit hochwertiger Medizintechnik. Illustration mit AI erstellt.

In der Europäischen Union leben nach Angaben des Forschungskonsortiums EXIT-CVD über 60 Millionen Menschen mit kardiovaskulären Leiden. Um dieser gesundheitspolitischen Herausforderung zu begegnen, starteten im Oktober 2026 die klinischen Studien des auf fÜnf Jahre angelegten Forschungsprojekts EXIT-CVD mit den ersten Patientenaufnahmen.

Im Zentrum des Vorhabens steht ein koordinierter Verbund aus Wissenschaft und Industrie, bei dem das Universitätsklinikum Groningen (UMCG) gemeinsam mit Philips die Gesamtleitung übernimmt.

Das Projekt verfügt über ein Gesamtbudget von 27,6 Millionen Euro, das von der Innovative Health Initiative der Europäischen Union (IHI) sowie Industriepartnern kofinanziert wird. Insgesamt beteiligen sich 42 öffentliche und private Partner aus 17 europäischen Ländern an dem Vorhaben. Das Programm umfasst 22 klinische Studien, an denen mehr als 14.000 Patientinnen und Patienten teilnehmen.

Das Drei-Punkte-Konzept und die Rolle des UMCG

Die methodische Ausrichtung des Konsortiums basiert auf drei definierten Ausstiegspunkten aus dem Krankheitsverlauf: einem frühen Ausstieg durch Prävention und Früherkennung, einem mittleren Ausstieg zur Umkehrung des Fortschreitens der Erkrankung sowie einem späten Ausstieg, der darauf abzielt, ein weiteres Fortschreiten zu stoppen und die Genesung zu unterstützen. UMCG-Projektkoordinator Prof. Pim van der Harst erklärte dazu, dass eine Herz-Kreislauf-Erkrankung künftig kein irreversibler Weg mehr sein solle.

Das UMCG übernimmt innerhalb dieses Rahmens die direkte Leitung von 6 der insgesamt 22 klinischen Untersuchungen. Diese Schwerpunkttests widmen sich modernen diagnostischen und interventionellen Ansätzen: Neben dem Einsatz von Photon-Counting-Computertomografen und robotischem Ultraschall stehen innovative Stent-Verfahren im Mittelpunkt.

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Ergänzend erprobt das Klinikum patientennahe Technologien wie tragbare Blutdruckuhren und Methoden für selbst durchgeführte Elektrokardiogramme (EKG).

Bildgebung, Fernüberwachung und mobile Systeme

Über die Aktivitäten in Groningen hinaus deckt das Konsortium eine Reihe weiterer technologiegestützter Vorhaben ab. Dazu zählen etwa CARDIO-CAM zur kamerabasierten Patientenüberwachung, LEADER-PAD zum Einsatz von Spektral-CT sowie REMODEL-HF, das sich auf die Fernüberwachung bei Herzinsuffizienz konzentriert.

Das Projekt GUIDANCE-PCCT widmet sich bildgestützten PCI-Eingriffen, während NOTIFY-2 Verfahren zur bild- und EKG-basierten Analyse mittels künstlicher Intelligenz erprobt.

An der Dateninfrastruktur sowie an der COMPASS-Studie, die eine kontinuierliche Blutdrucküberwachung nach der Geburt unter Federführung des King’s College London untersucht, wirkt das Partnerunternehmen CogStack mit.

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Ein weiterer Partner im Konsortium ist das an der NASDAQ gelistete Unternehmen HeartBeam, das die HEART-CHECK-Studie leitet. Dabei handelt es sich um eine hybride Effektivitäts- und Implementierungsstudie, die ein 3D-EKG-System für die Heimanwendung untersucht.

Ziel ist die Früherkennung und Triage des akuten Koronarsyndroms bei Hochrisikopatienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. HeartBeam bringt seine Geräte und klinische Expertise als Sachleistung ein.

Das System besitzt derzeit keine CE-Kennzeichnung und ist nur für Forschungszwecke bestimmt; in den USA erhielt es von der Food and Drug Administration (FDA) den Status eines bahnbrechenden Medizinprodukts zur Herzinfarktbewertung zu Hause, während eine reguläre FDA-Zulassung gegenwärtig lediglich für die Arrhythmie-Bewertung vorliegt.

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