Herz-Kreislauf-Risiken, Faktoren

Herz-Kreislauf-Risiken: FĂŒnf Faktoren erklĂ€ren mindestens die HĂ€lfte der FĂ€lle

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 08:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine internationale Auswertung verknĂŒpft fĂŒnf beeinflussbare Risiken mit mindestens der HĂ€lfte der Herz-Kreislauf-Erkrankungen; italienische Umfragen zeigen LĂŒcken bei Blutdruckkontrollen.

Herz-Kreislauf-Risiken: FĂŒnf Faktoren und die Bedeutung regelmĂ€ĂŸiger Kontrollen
Ein sonnendurchfluteter Parkweg am Morgen, der ein gesundes und aktives Leben symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

KardiovaskulĂ€re Erkrankungen bleiben eine der grĂ¶ĂŸten Herausforderungen fĂŒr Gesundheitssysteme weltweit. Eine im New England Journal of Medicine veröffentlichte Auswertung des Global Cardiovascular Risk Consortium, die Daten von ĂŒber zwei Millionen Menschen aus 39 LĂ€ndern umfasst, zeigt das Ausmaß modifizierbarer Gefahrenquellen auf: Bluthochdruck, Diabetes, hohes Cholesterin, Rauchen sowie Über- und Untergewicht sind demnach fĂŒr mindestens die HĂ€lfte aller Herz-Kreislauf-Erkrankungen weltweit verantwortlich.

Die Ergebnisse verdeutlichen das Potenzial gezielter Vorsorge. Menschen, die im Alter von 50 Jahren keinen dieser fĂŒnf Risikofaktoren aufweisen, leben laut der Auswertung ĂŒber ein Jahrzehnt lĂ€nger ohne Herz-Kreislauf-Erkrankungen als Personen, bei denen alle fĂŒnf Faktoren vorliegen.

Blutdruck- und Pulskontrolle im Fokus

Ein wesentlicher Hebel liegt in der Kontrolle des Blutdrucks. FachĂ€rzte fĂŒr Kardiologie stufen Werte unter 120/70 mmHg als ideal ein; Messwerte ab 140/90 mmHg gelten als behandlungsbedĂŒrftig.

Beim Ruhepuls liegt der Normalbereich bei Erwachsenen meist zwischen 60 und 80 SchlĂ€gen pro Minute. Ein dauerhaft ĂŒber 80 SchlĂ€gen pro Minute liegender Ruhepuls ist hingegen mit einem höheren kardiovaskulĂ€ren Risiko verbunden.

Neben medikamentösen Interventionen spielt Bewegung eine zentrale Rolle in der Risikoreduktion. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen wöchentlich 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Ausdauerbewegung. ErgÀnzend wird muskelkrÀftigendes Training an mindestens zwei Tagen pro Woche empfohlen.

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Hohe Dunkelziffer bei Hypertonie

Trotz klarer Leitlinien besteht in der Bevölkerung weiterhin AufklĂ€rungsbedarf. Dies belegen auch Umfragedaten von AstraRicerche fĂŒr den Technologiekonzern Huawei aus Italien: Zwar halten 49,4 Prozent der dort befragten BĂŒrger eine Blutdruckkontrolle fĂŒr wichtig, doch lediglich 33,0 Prozent messen ihn tatsĂ€chlich, wĂ€hrend 16,4 Prozent darauf verzichten.

Zugleich glauben 55,1 Prozent der italienischen Bevölkerung fĂ€lschlicherweise, dass sich Bluthochdruck stets durch Beschwerden bemerkbar mache; in SĂŒditalien liegt dieser Anteil sogar bei 65 Prozent. TatsĂ€chlich messen 28,2 Prozent nur dann, wenn Symptome auftreten. 59,3 Prozent derjenigen, die keine Kontrollen vornehmen, nennen ein allgemeines Wohlbefinden, Vergessen oder Zeitmangel als GrĂŒnde.

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Auch die Ă€rztliche EinschĂ€tzung unterstreicht das Problem unerkannter Erkrankungen. In der Erhebung gaben 60,5 Prozent der befragten Mediziner an, dass mindestens sieben von zehn ihrer Patienten Bluthochdruck hĂ€tten – im SĂŒden Italiens stieg dieser Wert auf 69,4 Prozent. Über die HĂ€lfte der befragten Ärzte schĂ€tzt zudem, dass mindestens vier von zehn Hypertonikern nichts von ihrer Erkrankung wissen.

Relevanz strukturierter Messungen

Mediziner betonen die Bedeutung lĂŒckenloser Daten: 88,0 Prozent der befragten Ärzte halten regelmĂ€ĂŸige Verlaufskontrollen fĂŒr wichtig, 86,5 Prozent befĂŒrworten strukturierte Berichte. In der Praxis dokumentiert jedoch ĂŒber die HĂ€lfte der zuhause messenden Patienten die eigenen Werte nicht, wĂ€hrend 26,6 Prozent auf PapiertagebĂŒcher zurĂŒckgreifen.

Vor diesem Hintergrund gewinnen digitale Hilfsmittel an Bedeutung. Laut der Umfrage betrachten 80,6 Prozent der Befragten Smartwatches als nĂŒtzliche Gesundheitshelfer, wobei Blutdruck und Puls die meistgewĂŒnschten Messparameter darstellen.

Bei den 60- bis 75-JÀhrigen erreicht das Interesse an kontinuierlichem Blutdruckmonitoring 63 Prozent. Beim Vertrauen in die Messmethodik setzen 75,7 Prozent auf klassische, aufblasbare Manschettenmessungen, wÀhrend 31,9 Prozent optischen Sensoren ohne Aufpumpen vertrauen.

Automatische Verlaufsberichte werden von 57,5 Prozent der Ärzte und knapp 40 Prozent der Patienten gewĂŒnscht; Warnmeldungen bei auffĂ€lligen Werten befĂŒrworten 49,0 Prozent der Ärzte und 46,1 Prozent der Befragten. Eine Erfassung wĂ€hrend der Nachtruhe halten 43,5 Prozent der Mediziner fĂŒr nĂŒtzlich, wĂ€hrend sich 36,6 Prozent der BĂŒrger eine automatisierte Messung im Schlaf wĂŒnschen.

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