Herz-Kreislauf-Risiko: Zwei Blutpartikel schĂ€digen GefĂ€Ăe stĂ€rker als LDL
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 22:48 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Senkung des LDL-Cholesterins gilt in der Kardiologie seit Langem als zentraler Pfeiler zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dennoch bleibt bei vielen Patienten trotz gut eingestellter Cholesterinwerte eine GefÀhrdung bestehen.
Eine im Fachjournal European Heart Journal veröffentlichte Untersuchung von Forschern der schwedischen Chalmers University of Technology liefert dazu neue ErklÀrungsansÀtze.
Wie Fachberichte vom 02.11.2026 darlegen, identifiziert das Wissenschaftsteam triglyceridreiche Lipoproteine (TRL) sowie Lipoprotein(a), kurz Lp(a), als maĂgebliche Treiber dieses verbleibenden kardiovaskulĂ€ren Restrisikos. Beide Partikelarten wirken demnach ĂŒber spezifische entzĂŒndliche und vaskulĂ€re Signalwege im Körper.
Die Dimension dieser Erkrankungen ist erheblich: Laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (OMS), auf die in der Untersuchung verwiesen wird, sind jĂ€hrlich etwa 18 Millionen TodesfĂ€lle auf kardiovaskulĂ€re Erkrankungen zurĂŒckzufĂŒhren.
Erhöhte Schadenswirkung pro Partikel
Im Fokus der Forschungsarbeit standen die Mechanismen, ĂŒber die verschiedene Blutfettbestandteile die BlutgefĂ€Ăe schĂ€digen. WĂ€hrend LDL primĂ€r ĂŒber die Ablagerung von Cholesterin in den ArterienwĂ€nden zur GefĂ€Ăverengung beitrĂ€gt, zeigten TRL und Lp(a) ein anderes GefĂ€hrdungsmuster. Die Analysen ergaben, dass sowohl triglyceridreiche Lipoproteine als auch Lp(a) eine höhere Schadenswirkung pro Partikel aufweisen als LDL.
Dieser Effekt war den Studienergebnissen zufolge auch bei Personen nachweisbar, deren LDL-Werte sich im kontrollierten, zielgerechten Bereich befanden. Die schĂ€digenden Prozesse scheinen dabei ĂŒber gemeinsame entzĂŒndliche und vaskulĂ€re Signalpfade zu verlaufen, was die anhaltende GefĂ€hrdung von Patienten trotz medikamentöser Standardtherapie erklĂ€ren kann.
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Umfassende Proteomanalyse auf UK-Biobank-Basis
Um diese ZusammenhĂ€nge auf molekularer Ebene zu untersuchen, griff das Team unter Hauptautor Jakub Morze auf einen umfangreichen Datenbestand zurĂŒck. Als Grundlage der Analyse dienten die Proteomdaten von ca. 35.000 Teilnehmern der UK-Biobank, die zu Beginn der Erhebungen keine kardiale Vorgeschichte aufwiesen.
Im Rahmen der Untersuchung wurden fast 3.000 Proteine analysiert, um die biochemischen Profile undSignalĂŒbertragungen mit dem spĂ€teren Auftreten kardiovaskulĂ€rer Ereignisse abzugleichen. Durch diesen breiten methodischen Ansatz gelang es den Wissenschaftlern, die eigenstĂ€ndigen Pfade von TRL und Lp(a) unabhĂ€ngig von den klassischen LDL-Messwerten darzustellen.
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Konsequenzen fĂŒr die kĂŒnftige PrĂ€vention
Die Resultate stellen die bisherigen Behandlungsmethoden nicht infrage, sondern ergÀnzen das VerstÀndnis bestehender Risikofaktoren. Studienleiter Clemens Wittenbecher von der Chalmers University betonte in diesem Zusammenhang, dass die Absenkung des LDL-Cholesterins weiterhin das unverzichtbare Fundament der prÀventiven Medizin bleibe.
Gleichzeitig eröffneten die detaillierten Erkenntnisse ĂŒber TRL und Lp(a) neue Perspektiven fĂŒr personalisierte PrĂ€ventionsansĂ€tze. Wenn neben dem LDL-Spiegel kĂŒnftig auch triglyceridreiche Partikel und Lp(a) sowie deren entzĂŒndliche Signalwege gezielt in die therapeutische Risikobewertung einbezogen werden, könnte das verbleibende Restrisiko fĂŒr kardiovaskulĂ€re Ereignisse prĂ€ziser adressiert werden.
