Herzdiagnostik: KI soll 100.000 CT-Aufnahmen auf Arteriosklerose prĂŒfen
Veröffentlicht am: 08.10.2026 um 20:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Moderne bildgebende Verfahren ermöglichen eine prĂ€zisere Herzdiagnostik, die vor wenigen Jahren noch nicht verfĂŒgbar war und die Behandlungsplanung verbessert. Fortschritte in der Magnetresonanztomographie, innovative Quantensensoren und der Einsatz kĂŒnstlicher Intelligenz erweitern die Möglichkeiten von Kardiologen und Radiologen erheblich.
Angesichts der hohen Krankheitslast gewinnen diese Entwicklungen an Bedeutung: Laut Angaben des Medizintechnikunternehmens Intuitive sterben weltweit jÀhrlich fast 18 Millionen Menschen an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, und im Jahr 2022 entfiel in der EuropÀischen Union ein Drittel der TodesfÀlle auf diesen Bereich.
KĂŒnstliche Intelligenz analysiert zehntausende CT-DatensĂ€tze
In Nordeuropa setzt die kardiovaskulĂ€re Forschung verstĂ€rkt auf datengestĂŒtzte Bildanalyse. Die Nordic Collaboration on AI and Cardiac Imaging hat rund die HĂ€lfte der geplanten 100.000 Herz-CT-Aufnahmen aus DĂ€nemark, Norwegen und Schweden zusammengetragen und beginnt mit dem Training entsprechender KI-Modelle.
Das Vorhaben wird von der Novo Nordisk Fonden finanziert. Ziel ist ein klinisches Entscheidungshilfesystem, das Arteriosklerose automatisiert erkennt und quantifiziert, kardiovaskulĂ€re Risiken frĂŒher sichtbar macht sowie Ă€rztliche Bewertungen ĂŒber Klinikgrenzen hinweg vereinheitlicht.
Die Berechnungen fĂŒr das Projekt laufen unter anderem auf dem dĂ€nischen Supercomputer Gefion. Die entwickelten Modelle sollen der Fachwelt anschlieĂend als Open-Source-Ressource zur VerfĂŒgung gestellt werden.
Schnellere MRT-Aufnahmen ohne Signalpausen
Parallel zu algorithmischen Fortschritten entwickeln Forschungsteine die physikalischen Grundlagen der Bildgebung weiter. An der UniversitĂ€t Stuttgart entstand ein patentiertes Verfahren fĂŒr die Magnetresonanztomographie (MRT), das die gleichzeitige Anregung und Messung erlaubt. Auf diese Weise wird die sogenannte Totzeit praktisch vollstĂ€ndig beseitigt.
Die datengestĂŒtzte Bildanalyse hĂ€lt Einzug in die kardiovaskulĂ€re Diagnostik: Ein nordisches Forschungsvorhaben hat rund die HĂ€lfte der geplanten 100.000 Herz-CT-Aufnahmen zusammengetragen und beginnt mit dem Training von KI-Modellen, die Arteriosklerose automatisiert erkennen und Risiken frĂŒher sichtbar machen sollen. Unser kostenloser Praxisleitfaden zeigt Ihnen Schritt fĂŒr Schritt, wie Sie KI-gestĂŒtzte CT-Analyse einordnen und Risikobewertungen ĂŒber Klinikgrenzen hinweg vereinheitlichen. Praxisleitfaden KI-Herzdiagnostik jetzt anfordern
Durch diesen Ansatz können auch extrem schnell abklingende Signale erfasst werden, wie sie etwa im Lungengewebe auftreten. Zudem lÀsst sich die Diagnostik insgesamt beschleunigen. Medizinische Anwendungen des Verfahrens werden gemeinsam mit dem UniversitÀtsklinikum Ulm weiterentwickelt.
Im Rahmen des Projekts Q Nova soll die Technologie zudem als Basis fĂŒr kompakte und kostengĂŒnstige MRT-Systeme dienen. FĂŒr Anwendungen der Elektronenspinresonanz (EPR), etwa mit Blick auf Hautkrebsdiagnostik und -therapie, kooperiert das Stuttgarter Team zudem mit der Berliner CharitĂ© und dem Helmholtz-Zentrum Berlin.
Quantensensoren zur Messung von Herzmagnetfeldern
Einen weiteren diagnostischen Ansatz verfolgt das Projekt Diaqnos. Forschende des Projekts demonstrierten anhand von drei unabhÀngig entwickelten Quantensensorsystemen die Messung des menschlichen Herzmagnetfelds. Ein an der UniversitÀt Mainz konzipiertes NV-Diamant-Magnetometer arbeitet faserbasiert als transportables Endoskop und kommt ohne ein magnetisches Vorspannungsfeld aus.
Arteriosklerose wird hĂ€ufig erst spĂ€t erkannt â und die Risikobewertung fĂ€llt je nach Klinik unterschiedlich aus. Der Leitfaden bĂŒndelt, welche neuen Verfahren die FrĂŒherkennung verbessern können: von MRT-Aufnahmen ohne Totzeit bis zu Quantensensoren, die Herzmagnetfelder messen. So bringen Sie Ihre Diagnostik auf einen einheitlichen Stand. Checkliste einheitliche Risiko-Quantifizierung sichern
Der Diamantsensor des Mainzer Systems weist ein Volumen von weniger als 0,5 mm³ auf und arbeitet bei Raumtemperatur. Integrierte Fluxkonzentratoren können die biologischen Signale um mehr als den Faktor 100 verstÀrken.
Zwar liegt die Empfindlichkeit dieser Sensoren derzeit noch unter der von Systemen auf Basis supraleitender Quanteninterferometer (SQUID) oder optisch gepumpter Magnetometer (OPM), das Verfahren eröffnet jedoch neue Perspektiven: Zu den angestrebten Einsatzfeldern zÀhlen neben regulÀren Herzuntersuchungen auch fetale Herzmessungen sowie die tragbare Magnetenzephalographie.
