Herzgesundheit, Heimmonitoring

Herzgesundheit: Heimmonitoring senkt Infarkt-Risiko um 34 Prozent

20.06.2026 - 03:10:19 | boerse-global.de

Neue Studien zeigen Vorteile von Kombinationstherapien bei Bluthochdruck. Praktische Hürden und digitale Lösungen für Senioren im Fokus.

Bluthochdruck: Kombi-Therapie überzeugt in großer Meta-Analyse
Herzgesundheit - Ältere Hände sortieren sorgfältig Medikamentenflaschen und einen Pillendispenser auf einem Holztisch, Hintergrund unscharf. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Kombinationstherapien gegen Bluthochdruck zeigen deutlich niedrigere Abbruchraten als Einzelmedikamente. Das belegt eine aktuelle Meta-Analyse im Fachjournal JAMA.

Die Studie wertete 716 randomisierte kontrollierte Studien mit über 159.000 Patienten aus. Besonders die Verbindung von Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARB) und Calciumkanalblockern (CCB) schnitt gut ab. Der durchschnittliche Patient war 54,6 Jahre alt.

Forscher Wang von der UNSW empfiehlt solche Kombinationen als Erstlinienbehandlung. Fachleute der Northwestern University mahnen jedoch zur Vorsicht: Begleiterkrankungen müssten stets individuell berücksichtigt werden.

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Praktische Hürden: Warum Senioren ihre Medikamente nicht nehmen

Die Theorie ist das eine – die Praxis oft das andere. Eine Studie der Universitätskliniken Essen und Düsseldorf vom 19. Juni zeigt massive Defizite bei älteren Patienten.

102 Patienten über 70 Jahren, die mindestens fünf Medikamente täglich einnehmen, wurden befragt. 40 Prozent haben Probleme mit Augentropfen. Jeder Fünfte kämpft mit Verpackungen. Weitere 20 Prozent gaben an, dass ihnen Medikamente bereits ausgegangen sind. Fünf Prozent verwechseln ihre Tabletten.

„Das sind primär praktische Hürden, kein Motivationsproblem", betont Forscher Gronewold.

Digitales Monitoring senkt Risiko um 34 Prozent

Langzeitdaten von 2019 bis 2022 mit 450.000 Teilnehmern zeigen: Regelmäßiges Heimmonitoring mit Datenaustausch zum Arzt senkt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall oder Herzversagen um rund ein Drittel.

Passend dazu bringt Samsung ein Update für die Health-App, das einen speziellen Score für die Herzgesundheit einführt. In Deutschland sind schätzungsweise 20 Millionen Menschen von Hypertonie betroffen. Die Grenzwerte: 140/90 mmHg in der Praxis, 135/85 mmHg bei Selbstmessung.

Metformin in Gefahr: EU-Verbot bedroht Diabetes-Versorgung

Ein geplantes EU-weites Verbot von Kalkstickstoff als Düngemittel könnte die Produktion des Diabetes-Medikaments Metformin gefährden. Kalkstickstoff wird für den Ausgangsstoff Dicyandiamid (DCD) benötigt – und den gibt es nur von einem einzigen Hersteller in Bayern. Alternative Quellen? Hauptsächlich China.

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) warnte Mitte Juni: Metformin sei nicht einfach ersetzbar. Ein Umstieg auf Insulin oder Gliflozine würde die Kosten von 350 Millionen auf 1,8 Milliarden Euro explodieren lassen. Zudem steigen die Nebenwirkungen.

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Wechselwirkungen: Vorsicht bei Perillablättertee

Dr. Nguyen Dinh Thuc vom Vietnam Institute of Traditional Medicine rät zur Vorsicht bei Perillablättertee in Kombination mit Blutdruckmedikamenten. Belege für gefährliche Wechselwirkungen in üblichen Mengen gibt es nicht – aber die Datenlage ist dünn.

Positiv: Eine Kooperation der University of Reading mit Harvard und UC Davis zeigt, dass 500 mg Flavonole täglich die kardiovaskuläre Sterblichkeit senken. Quellen sind Äpfel, Beeren und grüner Tee. Auch Hibiskustee, Granatapfelsaft und Rote-Bete-Saft helfen durch gefäßentspannende Eigenschaften.

de | wissenschaft | 69586791 |