Herzgesundheit, Oberkörper-Muskeldichte

Herzgesundheit: Oberkörper-Muskeldichte senkt Infarktrisiko um 31%

06.07.2026 - 03:09:38 | boerse-global.de

MĂ€nner erleiden bei Marathons hĂ€ufiger TempoeinbrĂŒche als Frauen. Studien zeigen, wie ErnĂ€hrung und Krafttraining das Herzinfarktrisiko senken können.

Herzrisiko bei MÀnnern: Neue Studien zu Marathon und PrÀvention
Herzgesundheit - Ein erschöpfter mĂ€nnlicher MarathonlĂ€ufer, der wĂ€hrend der zweiten HĂ€lfte eines Rennens mit deutlicher ErmĂŒdung kĂ€mpft. 06.07.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Neue Studien liefern jetzt konkrete Zahlen, woran das liegt und was dagegen hilft.

Der plötzliche Einbruch beim Marathon

Forscher haben das PhĂ€nomen des Tempoeinbruchs bei LangstreckenlĂ€ufen untersucht. Die in Scientific Reports veröffentlichte Studie basiert auf Daten von ĂŒber 850.000 Teilnehmern des Berlin-Marathons (1999 bis 2025). Das Ergebnis: MĂ€nner brechen in der zweiten RennhĂ€lfte deutlich hĂ€ufiger massiv ein als Frauen.

Etwa 18 Prozent der mĂ€nnlichen LĂ€ufer erlebten einen Tempoeinbruch von ĂŒber 20 Prozent. Bei den Frauen waren es weniger als zehn Prozent. Besonders krass wird der Unterschied bei ambitionierten LĂ€ufern mit Zielzeiten unter drei Stunden: Hier war die Wahrscheinlichkeit fĂŒr einen Leistungseinbruch bei MĂ€nnern sechsmal höher (1,42 Prozent gegenĂŒber 0,23 Prozent).

Als Ursachen nennen Fachleute Unterschiede im Fettstoffwechsel und eine hĂ€ufigere SelbstĂŒberschĂ€tzung bei der Renneinteilung. Ihr Rat: MĂ€nnliche Athleten sollten bei extremen Ausdauerbelastungen konservativer starten.

Was die ErnÀhrung bringt

Im Bereich der PrÀvention gewinnen lebensstilbasierte AnsÀtze an Bedeutung. Das Global Cardiovascular Risk Consortium hat Daten von zwei Millionen Teilnehmern aus 39 LÀndern ausgewertet. Die Kernbotschaft: Wer ab 50 Blutdruck, Blutfette und Körpergewicht konsequent im Blick behÀlt, kann sich mehr als zehn zusÀtzliche gesunde Lebensjahre sichern.

Die DASH-DiĂ€t erweist sich dabei als hochwirksam. Bei 160.000 Erwachsenen senkte diese ErnĂ€hrungsform den systolischen Blutdruck signifikant. Laut einer Studie in JAMA Neurology reduzierte sie zudem das Risiko fĂŒr kognitiven Abbau um 41 Prozent und das Schlaganfallrisiko um 19 Prozent.

Muskeln schĂŒtzen – aber die richtigen

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Die neue Studie der University of Edinburgh zeigt: Höhere Muskeldichte im Oberkörper senkt das Herzinfarktrisiko um 31%. Entscheidend ist die QualitĂ€t der Muskulatur – nicht die GrĂ¶ĂŸe. In unserem kostenlosen Report finden Sie die 3 effektivsten KraftĂŒbungen und eine PrĂ€ventions-Checkliste fĂŒr MĂ€nner ab 50. Jetzt kostenlosen Herz-Risiko-Check anfordern

Forschungsergebnisse der University of Edinburgh zeigen einen ĂŒberraschenden Zusammenhang: Die Muskeldichte im Oberkörper ist ein relevanter Indikator fĂŒr die Herzgesundheit. Bei 1.722 Patienten korrelierte eine höhere Muskeldichte mit einem um 31 Prozent geringeren Herzinfarktrisiko.

Entscheidend ist dabei die QualitĂ€t der Muskulatur, nicht die reine MuskelgrĂ¶ĂŸe. Wer also auf Krafttraining setzt, sollte auf saubere AusfĂŒhrung und progressive Belastung achten – nicht nur auf maximales Volumen.

Neue Biomarker fĂŒr die Klinik

Die UniversitĂ€t MĂŒnster hat 2026 in Nature Cardiovascular Research neue AnsĂ€tze zur RisikoeinschĂ€tzung nach einem Herzinfarkt vorgestellt. Der Wert unreifer Granulozyten (IG-Wert) im Blut ist demnach ein prĂ€ziser Indikator fĂŒr das Sterberisiko innerhalb von 30 Tagen nach einem Infarkt. Der Clou: Dieser Wert lĂ€sst sich aus einem Standard-Blutbild ablesen und ĂŒbertraf in der Vorhersagegenauigkeit etablierte Biomarker.

Ebenfalls 2026 veröffentlichte Daten in JAMA Internal Medicine weisen auf einen protektiven Effekt der Covid-19-Impfung hin. Eine Studie an rund einer Million US-Veteranen aus den Jahren 2024 und 2025 belegt: Die Impfung senkt das Risiko fĂŒr schwere Herzprobleme um etwa 40 Prozent – und zwar auch bei nicht-infektionsbedingten kardiovaskulĂ€ren Ereignissen.

Vernetzung rettet Leben

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MĂ€nner ignorieren oft ihr Herzrisiko – und setzen sich bei Ausdauerbelastungen unbewusst einer Gefahr aus. Der Tempoeinbruch beim Marathon ist nur ein Symptom. Unser Report zeigt, wie Sie mit gezieltem Krafttraining und der DASH-DiĂ€t Ihr Infarktrisiko senken und Ihren Blutdruck in den Griff bekommen. Herz-Risiko-Check jetzt sichern

Um die Überlebensraten nach schweren Herzinfarkten zu steigern, setzen Kliniken verstĂ€rkt auf Kooperationen. Die Uniklinik Köln hat ein spezialisiertes Netzwerk fĂŒr den Einsatz der extrakorporalen Membranoxygenierung (Ecmo) etabliert. Ziel: Patienten innerhalb von 60 Minuten nach einem Kollaps an ein UnterstĂŒtzungssystem anschließen. Die Überlebensrate soll so von derzeit 25 auf 30 Prozent steigen.

Kardiologe Andreas Götte vom St.-Vincenz-Krankenhaus Paderborn betont: „Besonders MĂ€nner setzen ihr Herz-Kreislauf-System hĂ€ufig ĂŒbermĂ€ĂŸigen Stressfaktoren aus und sollten prĂ€ventive Maßnahmen konsequenter nutzen." Bei Diabetikern mit bestehenden Nierenerkrankungen liefern zudem Studien des Peking University Third Hospital Hinweise, dass EntzĂŒndungsmarker wie die Neutrophilenzahl frĂŒhzeitig auf eine beginnende Herzmuskelverdickung hinweisen können.

de | wissenschaft | 69700584 |