Herzinfarkt-Schutz, Harvard-Studie

Herzinfarkt-Schutz: Harvard-Studie belegt 44-Prozent-Reduktion durch Krafttraining

01.07.2026 - 03:29:06 | boerse-global.de

Zwei Stunden wöchentliches Widerstandstraining reduzieren das Herzinfarktrisiko um 44 Prozent, zeigt eine aktuelle Harvard-Studie.

Harvard-Studie: Krafttraining senkt Herzinfarktrisiko drastisch
Herzinfarkt-Schutz - Menschen verschiedenen Alters trainieren mit Gewichten und Widerstandsbändern in einem modernen Fitnessstudio. 01.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Das zeigt eine aktuelle Harvard-Studie mit über 117.000 Frauen.

Muskeln schützen das Herz

Forscher der Harvard T.H. Chan School of Public Health werteten Daten der Nurses' Health Study über 14,5 Jahre aus. Das Ergebnis: Bereits zwei Stunden Widerstandstraining pro Woche senken das Herzinfarktrisiko um 44 Prozent. Das Risiko für schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt sinkt um 20 Prozent.

Jede zusätzliche Trainingsstunde bringt weitere Vorteile. Das Risiko für Herzerkrankungen fällt um fünf Prozent, das für Herzinfarkte um 14 Prozent. Besonders effektiv: die Kombination aus Krafttraining, Ausdauersport und maximal zwei Stunden Bildschirmzeit pro Tag. Das senkt das Gesamtrisiko um 40 bis 45 Prozent.

Die Studie erscheint im Journal of the American College of Cardiology. Die Autoren betonen: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, die keinen direkten Kausalnachweis liefert. Einen signifikanten Zusammenhang zwischen Krafttraining und Schlaganfallrisiko fanden die Forscher nicht.

Muskelqualität zählt mehr als Muskelmasse

Nicht nur die Trainingsdauer ist entscheidend. Auch die Qualität des Muskelgewebes spielt eine große Rolle. Eine Studie der University of Edinburgh in Radiology untersuchte per KI-Analyse die Muskeldichte von 1.722 Personen im Alter von etwa 50 Jahren.

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Das Ergebnis: Eine höhere Muskelqualität in Brust und Rücken korreliert unabhängig von der Muskelgröße mit geringeren Gesundheitsrisiken. Pro zehn Punkte mehr Muskeldichte sinkt das Herzinfarktrisiko um 31 Prozent. Die Sterblichkeit innerhalb von zehn Jahren fällt um 39 Prozent.

Auch die reine Muskelkraft ist ein eigenständiger Marker für gesundes Altern. Daten der Women's Health Initiative mit 5.472 Frauen zwischen 63 und 99 Jahren zeigen: Höhere Griffkraft und bessere Leistung beim Aufstehen vom Stuhl sind mit einer etwa zwölf Prozent niedrigeren Sterblichkeit verbunden. Dieser Zusammenhang besteht unabhängig von allgemeiner Aktivität, Gehgeschwindigkeit oder Entzündungsmarkern.

Jüngere Generationen altern schneller

Die Dringlichkeit präventiver Maßnahmen untermauert eine Studie in Nature Medicine. Über 160.000 Probanden aus Großbritannien und den USA zeigen: Nach 1990 Geborene weisen Anzeichen beschleunigter biologischer Alterung auf. Das erhöht das Risiko für Darm- und Lungenkrebs. Bewegungsmangel und Übergewicht gelten als mögliche Ursachen.

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Dr. Graciela González vom paraguayischen Gesundheitsministerium warnt vor einer Zunahme von Herzinfarkten bei unter 40-Jährigen. Auch Bluthochdruck bei unter 30-Jährigen nehme zu. Als Risikofaktoren nennt sie Energydrinks, E-Zigaretten, Anabolika und Bewegungsmangel durch hohe Bildschirmnutzung. Allein 2023 verzeichnete Paraguay über 10.000 Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Bewegung hilft auch in der Therapie

Körperliche Aktivität wirkt nicht nur präventiv. Eine Essener Studie in Cancer Medicine zeigt: Ein einziges 20-minütiges hochintensives Intervalltraining (HIIT) steigert bei Krebspatienten die natürlichen Killerzellen um 50 Prozent.

Und die Grundlagenforschung liefert neue Hoffnung für die Herzregeneration. Eine Studie in Nature Communications vom Mai 2026 untersuchte Zebrafischherzen. Ergebnis: Gezielte Entzündungssignale von Makrophagen fördern die Regeneration von Herzmuskelzellen und das Wachstum von Blutgefäßen. Das könnte künftige Therapien nach Herzinfarkten beeinflussen.

de | wissenschaft | 69664520 |