Herzinfarkt, Faktoren

Herzinfarkt: Vier Faktoren verursachen 99% aller Fälle

14.06.2026 - 11:51:20 | boerse-global.de

Langzeitanalyse zeigt: Bluthochdruck, Cholesterin, Blutzucker und Rauchen verursachen fast alle schweren Herzinfarkte und Schlaganfälle.

Vier Risikofaktoren: Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen
Herzinfarkt - Ärzte und Wissenschaftler in einem Labor, die medizinische Daten auf Bildschirmen analysieren, mit Herz- und Gehirnsymbolen. 14.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Bluthochdruck, hohe Cholesterinwerte, erhöhter Blutzucker und Rauchen – diese vier Faktoren sind für fast alle schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. Das zeigt eine Langzeitanalyse mit über neun Millionen Erwachsenen.

Die im „Journal of the American College of Cardiology“ veröffentlichte Studie wertete Gesundheitsdaten aus den USA und Südkorea aus. 99 Prozent der Fälle von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Herzinsuffizienz ließen sich auf diese vier Risikofaktoren zurückführen.

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Besonders deutlich wird der Zusammenhang bei Frauen unter 60 Jahren. Bei über 95 Prozent der Ereignisse in dieser Altersgruppe war mindestens einer der Faktoren beteiligt. Bluthochdruck erwies sich als häufigster Einzelfaktor – er lag bei über 93 Prozent der Betroffenen vor.

Herzinfarkt trifft Frauen anders

Doch nicht alle Infarkte entstehen gleich. Eine Studie der Mayo Clinic aus dem Jahr 2025 zeigt geschlechtsspezifische Unterschiede. Bei 75 Prozent der Männer unter 65 Jahren war ein Gefäßverschluss – eine Atherothrombose – die Ursache. Bei Frauen traf das nur auf 47 Prozent zu.

Bei ihnen wurde in 34 Prozent der Fälle ein sekundärer Myokardinfarkt diagnostiziert. Auslöser ist hier kein Verschluss, sondern akuter Sauerstoffmangel – etwa durch Anämie oder schwere Infektionen. Die Differenzierung ist entscheidend für Diagnose und Behandlung.

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EntzĂĽndungen nach dem Infarkt

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) nutzte moderne PET/CT-Untersuchungen, um Entzündungsprozesse nach einem Infarkt sichtbar zu machen. Eine überschießende Entzündungsreaktion unmittelbar nach dem Ereignis erhöht das Risiko für eine spätere Herzinsuffizienz signifikant.

Parallel rücken Impfungen als Präventionsinstrument in den Fokus. Auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) verwies Kardiologe Stephan H. Schirmer auf eine kanadische Studie: In der ersten Woche einer Grippeerkrankung steigt das Herzinfarktrisiko um das Sechsfache. Eine Pneumokokken-Impfung senkt das Risiko für spätere kardiovaskuläre Ereignisse um rund ein Drittel.

Die Impfquoten in Deutschland bleiben jedoch niedrig. 2024 waren bei den über 60-Jährigen nur 34 Prozent gegen Grippe und etwa 21 Prozent gegen Pneumokokken geimpft.

JĂĽngere Patienten: Ein wachsender Trend

Die Kontrolle der Blutfettwerte bleibt zentral. Für gesunde Erwachsene gilt ein LDL-Cholesterin-Zielwert von unter 116 mg/dl. Bei Hochrisikopatienten werden Werte unter 40 mg/dl angestrebt. Ein Lipoprotein(a)-Wert über 50 mg/dl gilt als Risikoindikator – betroffen ist jeder fünfte Österreicher.

Mediziner beobachten mit Sorge, dass Herzinfarkte zunehmend Jüngere treffen. Anfang Juni 2026 berichteten Kliniken in Ho-Chi-Minh-Stadt über einen Anstieg akuter Infarktfälle – 38 Prozent der Patienten waren unter 50 Jahre alt. Kardiologe Bobby Arfhan Anwar führt den Trend auf frühen Rauchbeginn und E-Zigaretten-Konsum zurück. Auch Stress, Schlafmangel und Bewegungsmangel wirken verstärkend.

Zur Früherkennung empfehlen Fachleute regelmäßige Screenings von Blutdruck, Blutzucker und Blutfetten bereits ab 35 Jahren.

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