Herzinsuffizienz, Dialyse

Herzinsuffizienz an der Dialyse: Metaanalyse mit 8000 Patienten zeigt Überlebensvorteil

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Auswertung von mehr als 8.000 Patienten weist für ACE-Hemmer, ARB und ARNI bei dialysepflichtiger HFrEF eine niedrigere Gesamtsterblichkeit nach.
Ein leeres Glasgefäß auf einer klinischen Edelstahloberfläche in einem sterilen Laborraum. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung von Patienten mit einer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF), die zugleich auf eine chronische Nierenersatztherapie angewiesen sind, stellt die kardiovaskuläre Medizin vor besondere Herausforderungen.

Eine Metaanalyse mit über 8000 Patienten liefert nun wichtige Erkenntnisse für die klinische Praxis: Der Einsatz etablierter Substanzklassen kann auch in dieser Hochrisikogruppe die Gesamtsterblichkeit maßgeblich verringern.

Wie Thieme in einem Bericht vom 16.10.2026 darlegt, erstreckt sich dieser Überlebensvorteil auf den Einsatz von ACE-Hemmern, Angiotensin-Rezeptor-Blockern (ARB) sowie Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI).

Hohe kardiovaskuläre Risiken und bisherige Evidenzlücken

Menschen mit terminaler Niereninsuffizienz tragen ein außerordentlich hohes Risiko für fatale Herz-Kreislauf-Ereignisse. Nach Angaben im Bericht von Thieme liegt die kardiovaskuläre Sterblichkeit dialysepflichtiger Patienten um das 10- bis 20-Fache über der jener der Allgemeinbevölkerung. Trotz dieser extremen Gefährdungslage war die Evidenzbasis für eine gezielte medikamentöse Therapie über Jahre hinweg stark limitiert.

Betroffene mit einer terminalen Niereninsuffizienz unter chronischer Dialyse waren aus den wegweisenden Zulassungsstudien fast vollständig ausgeschlossen. Infolgedessen herrschte bei der Übertragung von Therapieempfehlungen auf das dialysepflichtige Kollektiv lange Zeit eine ausgeprägte Unsicherheit in der nephrologischen und kardiologischen Betreuung.

Überlebensvorteil unter ACE-Hemmern, ARB und ARNI

Die Auswertung der gepoolten Daten von über 8000 Betroffenen zeigt, dass der Überlebensvorteil bei dialysepflichtiger HFrEF unter den untersuchten Wirkstoffklassen substanziell ist. Sowohl für ACE-Hemmer und ARB als auch für moderne ARNI-Therapien lasse sich eine Senkung der Gesamtsterblichkeit nachweisen.

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Die Ergebnisse belegen, dass die Blockade des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems auch bei fehlender oder minimaler Restnierenfunktion kardioprotektive Effekte entfaltet. Anstatt Dialysepatienten von den Fortschritten der modernen Herzinsuffizienztherapie prinzipiell auszuschließen, spricht die Datenlage dafür, diese Substanzklassen strukturiert in das Behandlungskonzept einzubinden.

Abwägung von Hyperkaliämie und Hypotonie in der Praxis

In der klinischen Routine wurden Behandelnde bei dialysepflichtigen Herzinsuffizienz-Patienten bislang häufig durch Befürchtungen vor schweren Nebenwirkungen gebremst. Insbesondere das Auftreten von Hyperkaliämien sowie dialysebedingten Blutdruckabfällen galt als maßgebliches Hindernis für den Einsatz von Inhibitoren des Renin-Angiotensin-Systems.

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Die Sorgen vor Hyperkaliämie und Hypotonie werden durch die aktuelle Metaanalyse jedoch entkräftet, sofern eine sorgfältige Patientenauswahl gewährleistet ist. Unter engmaschiger klinischer Kontrolle und individueller Dosisanpassung überwiegt der prognostische Nutzen der medikamentösen Blockade die potenziellen Risiken deutlich.

Für die künftige Versorgung dialysepflichtiger HFrEF-Patienten verdeutlichen die Ergebnisse, dass eine differenzierte Indikationsstellung den Weg zu einer verbesserten Lebenserwartung ebnen kann.

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