Herzinsuffizienz, Großbritannien

Herzinsuffizienz in Großbritannien: Klinikaufenthalte steigen um 52 Prozent

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 13:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Späte Erkennung und längere Klinikaufenthalte belasten die Versorgung; HLS Therapeutics vermarktet Bayer-Medikament Vericiguat künftig in Kanada.
Ein leerer, steriler Krankenhausflur mit geschlossenen Türen und gedämpftem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Die Zahl der Krankenhausaufenthalte wegen Herzinsuffizienz im Vereinigten Königreich ist innerhalb eines Jahrzehnts deutlich gewachsen. Nach Erhebungen der British Heart Foundation und des CVD Observatory kletterten die entsprechenden Klinikbesuche zwischen den Erfassungszeiträumen 2014/15 und 2024/25 um 52 Prozent von 173.744 auf 264.417 Fälle. Damit wuchs die Inanspruchnahme stationärer Kapazitäten durch diese kardiologische Erkrankung mehr als doppelt so stark wie die Gesamtzahl aller Krankenhausbesuche, die im selben Zeitraum um 20 Prozent zulegte.

Späte Diagnosen belasten stationäre Strukturen

Die Daten der Organisationen verdeutlichen erhebliche Lücken bei der frühzeitigen Erkennung des chronischen Leidens. Bis zu 80 Prozent der Diagnosen in England werden erst im Krankenhaus gestellt. Dies geschieht, obwohl etwa 40 Prozent der Betroffenen bereits im Vorfeld typische Symptome gezeigt hatten.

Aktuell leben über eine Million Menschen im Vereinigten Königreich mit einer diagnostizierten Herzinsuffizienz. Modellrechnungen auf Basis der vorliegenden Daten weisen darauf hin, dass sich die Zahl der Diagnosen bis zum Jahr 2040 verdoppeln könnte.

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Herzinsuffizienz-Patienten verweilen rund zehn Tage im Krankenhaus, was einer doppelt so langen Liegedauer wie im allgemeinen Durchschnitt entspricht. Um der steigenden Krankheitslast zu begegnen, fördert die Organisation umfangreiche wissenschaftliche Vorhaben im Bereich der Herzinsuffizienzforschung.

Internationale Perspektive auf Versorgungsengpässe

Die Herausforderungen bei der Behandlung chronischer Herzschwäche zeigen sich auch in anderen Gesundheitssystemen. Nach Angaben des pharmazeutischen Unternehmens HLS Therapeutics leben in Kanada schätzungsweise 750.000 Menschen mit Herzinsuffizienz, wobei jährlich rund 100.000 Neudiagnosen verzeichnet werden.

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Zur Deckung des Versorgungsbedarfs im nordamerikanischen Markt traf HLS Therapeutics eine Vereinbarung mit Bayer Inc. über die Kommerzialisierung des Herzinsuffizienz-Medikaments Vericiguat (Handelsname VERQUVO) in Kanada. HLS übernimmt dabei Vertrieb, Verkaufsförderung sowie die medizinische Aufklärung und wird Nettoumsätze ab dem ersten Quartal 2027 verbuchen.

Im Rahmen der Vereinbarung behält Bayer die Marktzulassung, regulatorische Pflichten, die Pharmakovigilanz sowie Preis- und Erstattungsfragen und liefert das Präparat. HLS leistet im Gegenzug Lizenzgebühren auf die kanadischen Nettoumsätze und übernimmt potenzielle Meilensteinzahlungen.

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