Herzinsuffizienz: Mansfeld-Südharz liegt bei 13,9 Prozent Betroffenen
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 12:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die gesundheitliche Situation in Deutschland ist bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen von einem starken Gefälle zwischen verschiedenen Regionen geprägt. Wie aus dem Gesundheitsatlas des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) hervorgeht, der im Vorfeld des Weltherztages am 29. September 2026 vorgestellt wurde, litten im Jahr 2024 rund 3,2 Millionen Menschen in Deutschland an einer Herzinsuffizienz. Dies entspricht einer Prävalenz von 5,5 Prozent der Bevölkerung ab einem Alter von 30 Jahren.
Sozioökonomische Faktoren und regionale Schwerpunkte
Die Auswertungen verdeutlichen einen engen Zusammenhang zwischen der sozialen Lage und der Häufigkeit der Erkrankung. In materiell besonders benachteiligten Gebieten liegt der Anteil der betroffenen Personen ab 30 Jahren bei 6,8 Prozent. Im Gegensatz dazu weisen wohlhabendere Regionen eine Quote von 4,4 Prozent auf. Diese Differenz bleibt auch dann bestehen, wenn die Daten nach Alter und Geschlecht adjustiert werden.
Der Geschäftsführer des WIdO, Helmut Schröder, verwies in diesem Kontext darauf, dass Faktoren wie Einkommen, Bildung und Beschäftigung die individuellen Risiken maßgeblich beeinflussen.
In Gebieten mit geringeren Bildungschancen, höherer Arbeitslosigkeit und niedrigerem Durchschnittseinkommen treten chronischer Stress, Bewegungsmangel, ungesündere Ernährung sowie ein erhöhter Tabakkonsum häufiger auf. Zudem wird eine geringere Facharztdichte in diesen Regionen als ein relevanter Faktor für die Krankheitslast angeführt.
Erhebliche Unterschiede auf Bundesland- und Kreisebene
Ein detaillierter Blick auf die Landkarte Deutschlands zeigt eine Konzentration der Krankheitsfälle in Mitteldeutschland. Die höchsten Prävalenzraten verzeichneten Sachsen-Anhalt mit 8,9 Prozent, Thüringen mit 8,5 Prozent und Sachsen mit 7,9 Prozent. Am niedrigsten ist die Betroffenheit in den Stadtstaaten Hamburg (3,8 Prozent), Bremen (4,5 Prozent) und Berlin (4,6 Prozent).
Auf Kreisebene sind die Kontraste noch ausgeprägter. Den bundesweit höchsten Anteil an Patienten mit Herzinsuffizienz verzeichnete der Landkreis Mansfeld-Südharz mit 13,9 Prozent. Demgegenüber steht Frankfurt am Main, das laut Datenberichten vom 25. September 2026 mit 2,8 Prozent den niedrigsten Wert aufwies.
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In Hessen lag die Zahl der Erkrankten im Jahr 2024 bei rund 205.000 Personen, was einer Quote von 4,71 Prozent entspricht. Innerhalb Hessens zeigen sich ebenfalls starke Kontraste: Während Frankfurt (3,69 Prozent), der Main-Taunus-Kreis (3,82 Prozent) und der Hochtaunuskreis (3,87 Prozent) niedrige Werte meldeten, erreichten Gebiete wie der Vogelsbergkreis oder Werra-Meißner rund 6,6 Prozent.
In Baden-Württemberg waren im Jahr 2024 etwa 387.800 Menschen betroffen (5,15 Prozent). Hier variierten die Werte zwischen 3,62 Prozent in Freiburg im Breisgau und 7,7 Prozent im Hohenlohekreis.
Risikofaktoren und demografische Einflüsse
Die Verbreitung der Herzinsuffizienz korreliert stark mit dem Alter und anderen Vorerkrankungen. In der Altersgruppe der über 90-Jährigen sind 35 Prozent der Männer und 30 Prozent der Frauen betroffen. Regionale Unterschiede zeigen sich zudem im Zusammenhang mit anderen Volkskrankheiten.
In Gebieten mit einer hohen Anzahl an Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie) liegt die Herzinsuffizienz-Prävalenz bei 8,4 Prozent, während sie in Regionen mit wenigen Hypertoniepatienten lediglich 4,2 Prozent beträgt.
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Ähnliche Tendenzen lassen sich beim Rauchverhalten beobachten: Regionen mit vielen Rauchern weisen eine Prävalenz von 6,6 Prozent auf, gegenüber 4,7 Prozent in Gebieten mit geringerem Tabakkonsum.
Ökonomische Bedeutung und Versorgungslage
Die chronische Herzschwäche stellt das Gesundheitssystem vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Laut der Krankheitskostenstatistik des Statistischen Bundesamtes verursacht die Herzinsuffizienz Kosten in Höhe von 9,2 Milliarden Euro. Dies entspricht knapp 2 Prozent der gesamten Gesundheitsausgaben in Deutschland.
Die Kosten entstehen vorwiegend durch Krankenhausaufenthalte und nehmen mit dem Schweregrad der Erkrankung zu. Herzinsuffizienz zählt nicht nur zu den häufigsten Anlässen für stationäre Behandlungen, sondern gilt auch als eine der zentralen Ursachen für die Entstehung von Pflegebedürftigkeit im Alter.
