Herzkatheter, Handgelenk

Herzkatheter über das Handgelenk: Bei 13,2 Prozent zeigt sich Gefäßverkalkung

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei 13,2 Prozent der untersuchten Patienten fanden Forschende Verkalkungen; höheres Alter und Diabetes waren statistisch damit verbunden.
Ein klinischer Untersuchungsraum mit medizinischer Diagnostik-Ausstattung in einer sterilen, professionellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die transradiale perkutane Koronarintervention (PCI) über das Handgelenk gilt in der Kardiologie als verbreiteter Standardzugang. Dennoch können Gefäßveränderungen der Arteria radialis das Vorgehen beeinflussen.

Eine retrospektive Single-Center-Studie des Beijing Luhe Hospital der Capital Medical University liefert detaillierte Einblicke in das Vorkommen und die Verteilung von Gefäßverkalkungen bei Betroffenen, die sich diesem Eingriff unterzogen haben.

Die im Fachjournal Frontiers in Medicine veröffentlichte Untersuchung analysierte mittels optischer Kohärenztomografie (OCT) die Gefäße von 461 Patienten, die zwischen Januar 2021 und August 2025 behandelt worden waren, wie aus einem Bericht vom 27. Oktober 2026 hervorgeht.

Bei 61 dieser Patienten – was einem Anteil von 13,2 Prozent entspricht – stellten die Forschenden eine OCT-definierte Verkalkung der Arteria radialis fest.

Verteilung und Beschaffenheit der Gefäßveränderungen

Die erhobenen Bildgebungsdaten verdeutlichen, dass sich die Verkalkungen ungleichmäßig über den Verlauf der Arterie erstrecken. Nach den Ergebnissen der Analyse traten die Veränderungen im distalen Abschnitt, also nahe dem Handgelenk, am häufigsten auf.

Konkret wiesen 52 Patienten (11,3 Prozent) im distalen Gefäßbereich Verkalkungen auf. Im mittleren Abschnitt der Arterie waren 25 Patienten (5,4 Prozent) betroffen, während im proximalen Bereich bei 17 Patienten (3,7 Prozent) entsprechende Ablagerungen registriert wurden.

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Über die reine Häufigkeit hinaus erfasste das Forschungsteam auch die morphologischen Eigenschaften der festgestellten Gefäßläsionen. Insgesamt identifizierten die Mediziner 214 kalzifizierte Läsionen entlang der untersuchten Gefäßabschnitte. Der überwiegende Teil wies dabei ein unregelmäßiges Erscheinungsbild auf: Bei 151 der 214 Läsionen – einem Anteil von 70,6 Prozent – handelte es sich um fleckförmige Verkalkungen.

Assoziierte Einflussfaktoren und methodische Grenzen

Im Rahmen einer multivariablen Analyse untersuchten die Autoren der Publikation zudem, welche klinischen und bildgebenden Parameter unabhängig mit dem Auftreten der Gefäßverkalkung zusammenhängen.

Als statistisch unabhängig assoziierte Faktoren kristallisierten sich dabei ein höheres Lebensalter, das Vorliegen eines Diabetes mellitus sowie der Nachweis eines koronaren kalzifizierten Nodulus im Koronar-OCT heraus. Ein koronarer Kalziumscore erwies sich in der Auswertung hingegen als nicht signifikant assoziiert mit den Verkalkungen der Radialarterie.

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Bei der Interpretation der Ergebnisse verweisen die Forschenden auf methodische Einschränkungen der Arbeit (DOI: 10.3389/fmed.2026.1945441). Da es sich um eine retrospektive Erhebung an einem einzelnen Zentrum handelt, lassen sich die Erkenntnisse nicht ohne Weiteres auf breitere Patientenpopulationen übertragen.

Zudem besitzen die durchgeführten Plaque-Analysen explorativen Charakter. Aufgrund des Studiendesigns lassen die Daten zudem keine direkten Aussagen über ursächliche Kausalitätszusammenhänge zu, sondern beschreiben rein statistische Assoziationen. Dennoch bieten die Befunde eine Orientierung zur Häufigkeit anatomischer Gefäßbesonderheiten beim Zugang über die Arteria radialis.

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