Herzpatienten, Nieren-Screening

Herzpatienten: Nieren-Screening senkt kardiovaskulÀres Risiko um 34%

24.06.2026 - 00:51:21 | boerse-global.de

Forscher fordern regelmĂ€ĂŸige Nierenchecks fĂŒr Herzpatienten. Infektionen und Blutdruck beeinflussen das kardiovaskulĂ€re Risiko maßgeblich.

Nieren-Screening senkt Herzrisiko: Neue Studie 2026
Herzpatienten - HĂ€nde eines Arztes, der eine Blutprobe oder ein DiagnosegerĂ€t hĂ€lt, im Hintergrund unscharfe LaborgerĂ€te und medizinische Diagramme. 24.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das fordern Forscher im Juni 2026. Der Grund: Eine eingeschrÀnkte Nierenfunktion treibt das kardiovaskulÀre Risiko massiv in die Höhe.

Zwei Werte entscheiden ĂŒber die Diagnose

Im Fokus stehen zwei Parameter: die geschÀtzte glomerulÀre Filtrationsrate (eGFR) und der Albumin-Kreatinin-Quotient im Urin. Erst die Kombination beider Werte erlaubt eine verlÀssliche EinschÀtzung, wie schnell sich Nieren- und Herzerkrankungen entwickeln.

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Die Dringlichkeit unterstreichen globale Trends. In Vietnam zĂ€hlte die chronische Nierenerkrankung 2009 noch nicht zu den zehn hĂ€ufigsten Todesursachen. 2019 war sie bereits auf Platz 8 vorgerĂŒckt. Prognosen zufolge gehören Nierenerkrankungen bis 2050 weltweit zu den fĂŒnf hĂ€ufigsten Todesursachen.

Wenn Infektionen aufs Herz schlagen

Daten vom Kongress fĂŒr Infektionskrankheiten und Tropenmedizin (KIT 2026) zeigen einen klaren Zusammenhang: Infektionen wie Influenza oder COVID-19 erhöhen das Risiko fĂŒr spĂ€tere Herzinfarkte und NierenschĂ€den drastisch. Nach einer Infektion steigt die Herzinfarkt-Wahrscheinlichkeit um das Drei- bis Siebenfache.

PrĂ€vention ist der SchlĂŒssel. Eine Grippeimpfung senkt das Risiko fĂŒr schwere kardiovaskulĂ€re Ereignisse um bis zu 45 Prozent. Die wirtschaftliche Dimension ist enorm: In der EU verursacht Influenza jĂ€hrlich Behandlungskosten von 10 bis 14 Millionen Euro – hinzu kommen ĂŒber 100 Milliarden Euro durch ProduktivitĂ€tsausfĂ€lle.

Schonendere Antibiotika in Sicht

Die im Juni veröffentlichte SNAP-Studie (NEJM, Lancet) bringt neue Erkenntnisse zur Arzneimittelsicherheit. Bei Blutstrominfektionen durch Staphylococcus aureus wirken Cefazolin und Penicillin genauso gut wie Flucloxacillin – aber mit deutlich geringerem Risiko fĂŒr Nierenversagen. Die Studie mit 1.341 Patienten aus acht LĂ€ndern könnte Cefazolin zur neuen Standardtherapie machen.

Parallel dazu arbeiten Kardiologen an der Individualisierung der Therapie. Eine Metaanalyse mit knapp 7.000 Patienten, prÀsentiert auf dem ESC-Kongress in Wien, belegt: Klassische Herzinsuffizienz-Medikamente wie ACE-Hemmer, Betablocker und Aldosteronantagonisten stabilisieren auch bei Krebspatienten die Herzfunktion. ACE-Hemmer steigerten die Auswurffraktion um 2,88 Prozent, Aldosteronantagonisten sogar um 4,68 Prozent.

Vier Risikofaktoren, ein Ziel

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Eine Analyse aus dem ersten Halbjahr 2026 identifiziert die Haupttreiber: Tabakkonsum, Bluthochdruck, LDL-Cholesterin und erhöhter Blutzucker sind fĂŒr 99 Prozent der schweren kardiovaskulĂ€ren Ereignisse verantwortlich. Wer diese Werte kontinuierlich ĂŒberwacht, kann sein Gesamtrisiko um 34 Prozent senken.

Doch Vorsicht: Daten der UK Biobank und des „All of Us“-Programms zeigen, dass nicht nur zu hoher, sondern auch zu niedriger Blutdruck gefĂ€hrlich ist. Hypotonie war in diesen Untersuchungen 2,74-fach stĂ€rker mit Alzheimer assoziiert als Bluthochdruck.

Auch bei PrĂ€diabetes lohnt der Eingriff. Eine Normalisierung des Blutzuckerspiegels senkt das Risiko fĂŒr Herzinfarkte und SchlaganfĂ€lle um 42 Prozent, die kardiovaskulĂ€re Sterblichkeit um 58 Prozent. SGLT2-Inhibitoren reduzierten bei Diabetikern zudem das Alzheimer-Risiko um 43 Prozent.

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