HIIT bei Myositis: Ausdauer steigt um 16 Prozent, Muskelschäden bleiben aus
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 07:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Hochintensives Intervalltraining (HIIT) gilt im sportwissenschaftlichen Bereich längst als effektive Methode zur Steigerung der Ausdauer. Bei entzündlichen Muskelerkrankungen herrschte jedoch lange Zeit Vorsicht, da eine Überlastung der geschädigten Muskulatur befürchtet wurde.
Eine Untersuchung des schwedischen Karolinska Institutet liefert nun detaillierte Einblicke in die Auswirkungen von kurzen, hochintensiven Belastungen bei Betroffenen mit Polymyositis und Dermatomyositis, wie aus einem Fachbericht vom 6. Oktober 2026 hervorgeht.
An der schwedischen Untersuchung nahmen 23 Erwachsene teil, bei denen kurz zuvor eine entzündliche Myopathie diagnostiziert worden war. Vor ihrer Diagnose wiesen die Betroffenen einen Ausdauerverlust von rund 70 Prozent auf.
Die Teilnehmenden absolvierten über einen Zeitraum von zwölf Wochen entweder ein strukturiertes Intervalltraining oder ein moderates Heimtraining zum Vergleich. Das Intervallprotokoll sah drei Einheiten pro Woche vor, die jeweils aus sechs 30-sekündigen Sprints bei einer Herzfrequenz von über 85 Prozent des Maximalwerts bestanden.
Deutliche Zuwächse bei Ausdauer und Belastbarkeit
Die Trainingsergebnisse verdeutlichen signifikante Unterschiede zwischen den beiden Interventionsformen. Während die Kontrollgruppe mit moderatem Heimtraining ihre aerobe Leistungsfähigkeit lediglich um 2 Prozent steigern konnte, verzeichnete die HIIT-Gruppe ein Plus von 16 Prozent.
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Auch bei der Durchhaltefähigkeit zeigten sich klare Effekte zugunsten der hochintensiven Einheiten. Die Zeit bis zur Erschöpfung verlängerte sich bei den Teilnehmenden der Intervallgruppe um 23 Prozent. Dies entsprach nahezu dem doppelten Zuwachs im Vergleich zu den Ergebnissen des moderaten Trainingsprogramms.
Zelluläre Anpassungen ohne Anstieg von Muskelschäden
Neben den funktionellen Leistungswerten untersuchten die Forscher am Karolinska Institutet auch die zellulären und molekularen Reaktionen auf die Belastung. Muskelbiopsien belegten demnach eine Aktivierung mitochondrialer Proteine in der trainierten Muskulatur. Dieser Prozess deutet auf eine verbesserte zelluläre Energiegewinnung und Anpassungsfähigkeit hin.
Gleichzeitig gab es Entwarnung hinsichtlich befürchteter negativer Begleiterscheinungen: Die Blutmarker für Muskelschäden blieben im Studienverlauf stabil und wiesen keine Verschlechterung auf. Das intensive Sprintintervall führte somit trotz der hohen Belastungsspitzen zu keiner messbaren Zunahme entzündungsbedingter Schädigungen des Muskelgewebes.
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Perspektiven für die Bewegungstherapie
Die Befunde liefern wichtige Argumente für eine Neubewertung von Trainingsintensitäten in der Rehabilitation entzündlicher Myopathien. Bei einer frühzeitigen Einbindung in den Behandlungsplan könnten gezielte HIIT-Einheiten dazu beitragen, den drastischen Ausdauerverlust nach der Diagnosestellung effektiver auszugleichen als rein moderate Bewegungsprogramme, ohne dabei die Sicherheit der Patientinnen und Patienten zu gefährden.
