Hirudo, Android

Hirudo auf Android: Schadsoftware ersetzt Banking-Apps durch FĂ€lschungen

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 02:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
ThreatFabric beschreibt Hirudos Austausch gefÀlschter Bankanwendungen und umfassende Spionagefunktionen; das BSI empfiehlt Schritte zur Bereinigung.
Ein minimalistischer Nachttisch in einer dunklen, modern eingerichteten Wohnung bei Nacht. Illustration mit AI erstellt.

Sicherheitsanalysen zeigen eine verĂ€nderte Angriffsmethode bei mobiler Schadsoftware fĂŒr das Android-Betriebssystem. Im Fokus steht dabei die Schadsoftware Hirudo, ĂŒber die Sicherheitsforscher von ThreatFabric im Oktober 2026 detailliert berichteten.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Banking-Trojanern, die sich meist darauf beschrĂ€nken, Phishing-Masken ĂŒber bestehende Anwendungen zu legen, setzt Hirudo auf einen vollstĂ€ndigen Austausch legitimer Banken-Software durch manipulierte Nachbauten.

Tarnung als Alltagsanwendung und Missbrauch von Bedienungshilfen

Der Infektionsweg beginnt typischerweise mit Programmen, die sich als regulĂ€re Shopping-, Unterhaltungs- oder Kurzvideo-Apps ausgeben. Nach der Installation fordern die betrĂŒgerischen Anwendungen weitreichende Zugriffsrechte auf die Android-Bedienungshilfen an.

Erteilen Betroffene diese Berechtigungen, leitet das Schadprogramm den eigentlichen Angriff ein. Die Schadsoftware löscht die auf dem EndgerÀt vorhandene originale Banking-App, lÀdt eine manipulierte Variante aus dem Netz nach und installiert diese auf dem Smartphone.

Sicherheitsforscher von ThreatFabric konnten bisher gefĂ€lschte Kopien von acht verschiedenen Banking-Apps identifizieren. Optisch Ă€hneln die manipulierten Versionen den offiziellen Anwendungen der jeweiligen Finanzinstitute stark, wodurch der Austausch fĂŒr Betroffene auf den ersten Blick schwer erkennbar bleibt.

Weitreichende Spionagefunktionen und technische Umgehungsmechanismen

Sobald die gefĂ€lschte Banken-App aktiv ist, eröffnen sich den Angreifern umfassende Zugriffsmöglichkeiten. Nach Angaben von ThreatFabric sind die HintermĂ€nner in der Lage, Zugangsdaten fĂŒr das Online-Banking, Zahlungs-PINs sowie GerĂ€te-PINs abzugreifen. Zudem lassen sich SMS-Nachrichten und Bildschirminhalte mitschneiden sowie Kamera und Mikrofon des infizierten GerĂ€ts unbemerkt ansteuern.

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Um einer Entdeckung durch Sicherheitsmechanismen des Betriebssystems zu entgehen, nutzt Hirudo einen integrierten Hooking-Mechanismus. Dieser dient laut den Berichten dazu, standardmĂ€ĂŸige SignaturprĂŒfungen, Kontrollen der Bedienungshilfen sowie Abfragen ĂŒber Googles Play-Integrity-Schnittstelle gezielt auszuhebeln.

Erste FĂ€lle dieses Angriffsmusters traten bei Banking-Apps in Indonesien auf. DarĂŒber hinaus gibt es Hinweise auf zielgerichtete Angriffe gegen Finanzorganisationen in China, Indien, Mexiko, Marokko sowie Thailand. Die genaue Zahl der Opfer ist bislang unbekannt, Berichten zufolge wird jedoch von Tausenden betroffenen GerĂ€ten ausgegangen.

Empfehlungen zur Erkennung und Bereinigung

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass Berechtigungsanfragen fĂŒr Bedienungshilfen bei scheinbar einfachen Programmen wie Video- oder Einkaufsanwendungen grundsĂ€tzlich als Warnsignal gewertet werden sollten. ThreatFabric empfiehlt Nutzern, Installationen ausschließlich ĂŒber offizielle Plattformen vorzunehmen und regelmĂ€ĂŸige ÜberprĂŒfungen ĂŒber den integrierten Dienst Google Play Protect durchzufĂŒhren.

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Besteht der konkrete Verdacht auf eine Infektion, rĂ€t das Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zu einem gestuften Vorgehen: ZunĂ€chst sollten kĂŒrzlich installierte Anwendungen manuell ĂŒberprĂŒft und deinstalliert werden, gefolgt von einem vollstĂ€ndigen Virenscan.

LĂ€sst sich eine verdĂ€chtige App nicht auf regulĂ€rem Weg entfernen, kann der Start des GerĂ€ts im abgesicherten Modus helfen. Als letztes Mittel bleibt das ZurĂŒcksetzen des Smartphones auf die Werkseinstellungen, um verbleibende Schadsoftware-Komponenten vollstĂ€ndig zu beseitigen.

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