Hitzemedizin, Vietnams

Hitzemedizin: Vietnams Ärzte setzen auf Wassermelonenschale

Veröffentlicht am: 03.06.2026 um 10:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Mediziner in Nordvietnam empfehlen bei extremer Hitze ein traditionelles Kühlmittel aus Wassermelonenschalen. Die Zubereitung ist simpel, doch nicht jeder sollte es anwenden.

Hitzemedizin: Vietnams Ärzte setzen auf Wassermelonenschale Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de
Hitzemedizin: Vietnams Ärzte setzen auf Wassermelonenschale Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In Nord- und Zentralvietnam greifen Ärzte bei extremer Hitze auf ein altes Hausmittel zurück: Wassermelonenschale.

Die Temperaturen in Regionen wie Yen Chau und Tuong Duong erreichten am heutigen Mittwoch kritische Werte zwischen 39,2 und 39,3 Grad Celsius. Angesichts dieser extremen Hitzewelle empfehlen Mediziner nun traditionelle Kühlmethoden – allen voran die Zubereitung von Wassermelonenschalen als Tee.

Wassermelonenschale als natürliches Kühlmittel

Dr. Bui Thanh Hoai vom Krankenhaus 19-8 in Hanoi bestätigt die therapeutischen Eigenschaften der getrockneten Wassermelonenschale. In der traditionellen Medizin wird ihr eine kühlende, harntreibende und verdauungsfördernde Wirkung zugeschrieben. Sie kommt typischerweise bei Fieber, Ödemen und Sonnenstich zum Einsatz.

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Die empfohlene Zubereitung ist denkbar einfach: 10 bis 40 Gramm der Schale werden in 500 Milliliter Wasser für etwa 15 Minuten gekocht. Der Sud soll über den Tag verteilt getrunken werden, um die Auswirkungen der extremen Hitze zu mildern.

Vorsicht bei Vorerkrankungen

Doch das Hausmittel ist nicht für jeden geeignet. Dr. Hoai warnt ausdrücklich: Menschen mit schwacher Magenfunktion, Diabetes oder Nierenproblemen sollten darauf verzichten. Auch während der Schwangerschaft oder bei Erkältungen ist von der Anwendung abzuraten.

Die Ernährungsexpertin Dr. Le Thi Huong Giang vom selben Krankenhaus ergänzt: „Wassermelone besteht zu 91 bis 92 Prozent aus Wasser – dennoch können Fruchtsäfte und Kokoswasser normales Trinkwasser nicht vollständig ersetzen." Sie betont, dass kein einzelnes Lebensmittel den Körper vollständig kühlen könne. Ein übermäßiger Konsum von Fruchtzucker und Kohlenhydraten sei sogar gesundheitsschädlich.

Warnung vor Selbstmedikation

Ein alarmierender Fall zeigt die Gefahren unkontrollierter Selbstbehandlung: Ein 67-jähriger Patient mit Hepatitis B versuchte, einen zwei Zentimeter großen Lebertumor mit traditionellen Kräutern zu behandeln. Der Tumor wuchs daraufhin auf 20 Zentimeter an. Im Nationalen Krankenhaus für Tropenkrankheiten musste der linke Leberlappen notoperativ entfernt werden. Dr. Nguyen Truong Giang warnt eindringlich davor, pflanzliche Mittel als Ersatz für professionelle Krebstherapien zu verwenden.

Traditionelle Medizin findet ihren Platz im Krankenhaus

Parallel zur Hitzewelle baut Vietnam seine medizinische Infrastruktur aus. Das Onkologie-Krankenhaus Da Nang eröffnete Anfang der Woche eine neue Abteilung für traditionelle Medizin und Rehabilitation. Unter der Leitung von Dr. Nguyen Thanh Hung sollen Methoden wie Akupunktur, Massage und Bewegungstherapie in die Krebsbehandlung integriert werden.

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Ziel ist ein geschlossenes Behandlungskonzept, das Patienten hilft, Nebenwirkungen der konventionellen Therapie – etwa Erschöpfung und Schmerzen – besser zu bewältigen und die Lebensqualität zu verbessern.

Hitzewelle belastet Gesundheitssystem und Infrastruktur

Die derzeitige Hitzewelle mit Luftfeuchtigkeitswerten zwischen 50 und 55 Prozent wird voraussichtlich bis mindestens Samstag anhalten. Die Folgen sind bereits spürbar: Das Nationale Krankenhaus für Tropenkrankheiten verzeichnete innerhalb von zwei Wochen mehr als 50 Tierbissfälle – hohe Temperaturen machen Haustiere aggressiver und erhöhen das Tollwutrisiko.

Gleichzeitig kämpft der Energieversorger EVNHANOI mit einem massiven Anstieg des Stromverbrauchs. Die Haushalte verbrauchen fast 20 Prozent mehr Strom als im Vorjahr. Die Behörden empfehlen, Klimaanlagen auf 26 Grad Celsius einzustellen, um das Stromnetz zu entlasten.

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