Hitzeschutz, Rollläden

Hitzeschutz: Rollläden richtig nutzen spart mehrere Grad

24.06.2026 - 02:31:20 | boerse-global.de

Effektiver Hitzeschutz erfordert korrekte Rollladennutzung und Lüftung in kühlen Nachtstunden.

Rollläden richtig nutzen: So bleibt die Wohnung kühler
Hitzeschutz - Eine moderne Wohnhausfassade mit teilweise heruntergelassenen Rollläden an den Fenstern, die Licht durchlassen. 24.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die richtige Nutzung von Rollläden kann die Wohnung um mehrere Grad kühler halten – wenn man die häufigsten Fehler vermeidet.

Warum komplett geschlossene Rollläden kontraproduktiv sind

Viele schließen die Rollläden in der Mittagshitze komplett. Das ist ein Fehler: Zwischen Fenster und Rollladenpanzer entsteht ein Hitzestau, der die Wärme direkt ins Innere leitet. Die Lösung: Lüftungsschlitze offen lassen. Bei älteren Modellen ohne Schlitze reicht es, den Rollladen eine Handbreit über der Fensterbank zu stoppen. So entsteht ein Luftspalt, der die Wärme ableitet.

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Außenliegender Sonnenschutz ist grundsätzlich effektiver als Vorhänge oder Innenjalousien. Die Niederlande machen es vor: Dort hängen viele Textilien vor die Fenster, die die Sonnenstrahlung blockieren, bevor sie die Scheibe erreicht. Laut der Gesundheitsbehörde GGD Amsterdam empfinden rund 23 Prozent der Befragten ihre Wohnungen bei Hitzewellen als unerträglich heiß.

Lüften zur richtigen Zeit ist entscheidend

Die Verschattung allein reicht nicht – das Lüftungsverhalten muss stimmen. Experten raten: Fenster geschlossen halten, sobald die Außentemperatur die Innentemperatur übersteigt. Luftaustausch nur in den kühlen Nachtstunden oder am frühen Morgen. Ein kurzes Stoßlüften am Tag ist nur bei hoher Luftfeuchtigkeit sinnvoll.

Die Kantonspolizei St. Gallen warnt zudem vor extremer Hitze in geschlossenen Fahrzeugen: Bei direkter Sonneneinstrahlung steigen die Temperaturen schnell über 50 Grad – lebensgefährlich. Für Gebäude gilt ähnliches. In Nordrhein-Westfalen wurden für Ende Juni Temperaturen zwischen 35 und 40 Grad prognostiziert.

Hitzeschutz wird zur Aufgabe des Facility Managements

Im professionellen Bereich rückt Hitzeschutz zunehmend in den Fokus des Facility Managements. Branchenexperte Kay Meyer betont: Klimafeste Gebäude brauchen eine detaillierte Risikoanalyse und technische Betriebsführung. Empfohlen werden außenliegender Sonnenschutz, Nachtlüftungssysteme sowie Dach- und Fassadenbegrünung.

Besonders wichtig ist der Hitzeschutz in Pflegeeinrichtungen. Organisationen wie die AWO Nordhessen und die Caritas in Essen setzen auf strukturierte Hitzeschutzpläne. Dazu gehören:

  • Strikte Verschattung tagsüber
  • Angepasste Ernährung
  • Mindestens zwei Liter natriumreiches Wasser pro Person
  • Keine koffeinhaltigen oder alkoholischen Getränke

In der Seniorenresidenz Am Kaiserberg gibt es zudem klimatisierte Gemeinschaftsräume und kühlende Lebensmittel wie Wassereis.

Sensorische Tricks gegen die gefühlte Hitze

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Forschungseinrichtungen untersuchen auch alternative Ansätze. Eine Studie der Hochschule Luzern in Pflegeheimen zeigt: Sensorische Reize können die gefühlte Temperatur beeinflussen.

  • Visuell: Blaue oder türkise Farbtöne senken die gefühlte Temperatur
  • Olfaktorisch: Düfte wie Menthol, Minze, Zitrone oder Rosmarin aktivieren Kälterezeptoren
  • Haptisch: Glatte Bettwäsche aus Baumwoll-Satin wirkt kühlend
  • Akustisch: Geräusche von fließendem Wasser oder Naturklänge mildern das Hitzeempfinden

Diese Erkenntnisse ergänzen die technische Gebäudekühlung. Die Basis bleibt aber: direkte Sonneneinstrahlung vermeiden und nachts effektiv auskühlen.

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