Hitzesommer 2026, Hitzetote in Europa

Hitzesommer 2026 fordert in Europa etwa 50.000 Todesopfer

Veröffentlicht am: 23.10.2026 um 04:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Britische Wissenschaftler führen rund 65 Prozent der geschätzten Todesfälle auf die menschengemachte Erwärmung zurück. Besonders belastet war Europa demnach während einer extremen Hitzephase im Juni.

Die Hitzebelastung im Sommer 2026

  • Britische Wissenschaftler schätzen für europäische Städte rund 50.000 Hitzetote im Sommer 2026.
  • Die Analyse erfasst gut 850 Städte in der EU, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz.
  • Vom 17. Juni bis 1. Juli entfiel fast ein Drittel der geschätzten Hitzetoten.
  • Einer Schätzung britischer Wissenschaftler zufolge gab noch nie so viele Hitzetote wie im Sommer 2026. (Symbolbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa
  • Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. (Archivbild) - Bild: Martin Gerten/dpa
Einer Schätzung britischer Wissenschaftler zufolge gab noch nie so viele Hitzetote wie im Sommer 2026. (Symbolbild) - Bild: Hannes P. Albert/dpa Die Sonne strahlt von einem wolkenlosen Himmel. (Archivbild) - Bild: Martin Gerten/dpa

Europäische Städte verzeichnen Rekordzahl an Hitzetoten

Der Hitzesommer 2026 hat nach einer Schätzung britischer Wissenschaftler in europäischen Städten etwa 50.000 Menschen das Leben gekostet. Rund 65 Prozent dieser Todesfälle führen die Forscher direkt auf den menschengemachten Klimawandel zurück.

Analyse umfasst mehr als 850 Städte

Untersucht wurden Daten aus gut 850 urbanen Zentren in der EU, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz. In diesen Städten leben etwa 40 Prozent der Bevölkerung der erfassten Länder.

Für das Jahr 2022 gehen die Wissenschaftler in derselben Region von etwa 29.000 Hitzetoten aus. Damals lag der Anteil der Todesfälle, die dem Klimawandel zugerechnet wurden, bei 59 Prozent.

Juni war besonders tödlich

Die Forscher vom Imperial College London und der London School of Hygiene & Tropical Medicine entwickelten ihre Berechnung anhand historischer Daten seit dem Jahr 2000 und verglichen sie mit gemeldeten Statistiken. Zusätzlich ermittelten sie, wie viele Hitzetote es ohne den Einfluss des menschengemachten Klimawandels gegeben hätte.

Besonders stark war die Belastung zwischen dem 17. Juni und dem 1. Juli 2026. Auf diesen Zeitraum entfiel laut der Analyse fast ein Drittel aller hitzebedingten Todesfälle. Die Temperaturen lagen damals im Schnitt fünf Grad über dem Mittel der Vergleichszeiträume von 1991 bis 2020.

Auch Jüngere unter den Betroffenen

Nach Einschätzung der Forscher war der Sommer 2026 hinsichtlich der hitzebedingten Sterblichkeit in weiten Teilen Europas der schlimmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Schätzungsweise 6.000 der rund 50.000 Hitzetoten waren jünger als 65 Jahre.

Die Wissenschaftler fordern deshalb eine stärkere Anpassung der Städte an steigende Temperaturen. Dazu gehörten mehr Grünflächen, weniger Umweltverschmutzung und eine bessere medizinische Versorgung der Bevölkerung.

Die Schätzung ordnet den Sommer 2026 in eine Entwicklung ein, bei der extreme Hitze nicht nur häufiger, sondern auch gesundheitlich folgenreicher wird. Besonders Städte sind betroffen: Versiegelte Flächen speichern Wärme, dichte Bebauung behindert die nächtliche Abkühlung, und belastete Luft kann zusätzliche Risiken für Herz und Lunge schaffen.

Die untersuchte Größenordnung ist zugleich eine methodische Schätzung. Hitzebedingte Todesfälle werden häufig nicht als eigenständige Todesursache erfasst, sondern über statistische Übersterblichkeit berechnet. Der Vergleich mit 2022 zeigt dennoch eine deutlich höhere Belastung in den betrachteten Städten und einen gestiegenen Anteil, den die Forscher dem menschengemachten Klimawandel zuschreiben.

Städte stehen unter Anpassungsdruck

Für die Bevölkerung bedeutet das, dass Hitzeschutz nicht auf individuelle Vorsicht beschränkt bleiben kann. Frühwarnsysteme, erreichbare kühle Räume, angepasste Arbeitszeiten, Trinkwasserversorgung sowie gezielte Hilfe für ältere und chronisch kranke Menschen gelten als zentrale Maßnahmen.

Langfristig geht es um die bauliche Anpassung der Städte. Mehr Bäume und Grünflächen können Schatten und Verdunstung schaffen, während weniger versiegelte Flächen und geringere Luftverschmutzung die Belastung mindern. Gleichzeitig bleibt die Begrenzung der Treibhausgasemissionen entscheidend, weil sie die weitere Erwärmung und damit das Risiko extremer Hitze beeinflusst.

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