Hör-, Gleichgewichtsstörungen

Hör- und Gleichgewichtsstörungen: Neues Labor in Kanada erforscht Folgen

Veröffentlicht am: 26.10.2026 um 19:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Spende von 630.000 US-Dollar finanziert die Forschung zu altersbedingten Hör- und Gleichgewichtsstörungen.
Ein minimalistischer, heller Forschungsraum mit Akustikpaneelen und Blick in einen Garten. Illustration mit AI erstellt.

Die gesundheitlichen Herausforderungen des Alterns gehen hÀufig mit sensorischen EinschrÀnkungen einher, die den Alltag betroffener Menschen tiefgreifend verÀndern können.

Um die ZusammenhĂ€nge zwischen nachlassendem Hörvermögen und vestibulĂ€ren Problemen genauer zu erforschen, hat das Institut universitaire de gĂ©riatrie de MontrĂ©al (IUGM) das Laboratoire Reconnecter – Famille Joly ins Leben gerufen. Die Einrichtung gilt als erste ihrer Art in Kanada, die sich explizit der kombinierten Untersuchung von altersbedingten Hör- und Gleichgewichtsstörungen widmet.

Hohe Verbreitung von Altersschwerhörigkeit und deren Folgen

Nach Angaben des IUGM stellt der altersbedingte Hörverlust, in der Fachsprache als Presbyakusis bezeichnet, eine weit verbreitete BeeintrĂ€chtigung dar. In der Altersgruppe ab 65 Jahren ist demnach bereits eine von drei Personen betroffen. Bei den ĂŒber 75-JĂ€hrigen leidet laut den Erhebungen des Instituts sogar eine von zwei Personen unter entsprechenden EinschrĂ€nkungen des Gehörs.

Die Konsequenzen beschrĂ€nken sich dabei selten allein auf eine geminderte auditive Wahrnehmung. Treten Hörverluste gemeinsam mit vestibulĂ€ren Störungen auf, die das Gleichgewichtssystem betreffen, drohen weitreichende funktionelle Einbußen. Das Institut verweist darauf, dass diese Kombination die persönliche Autonomie der Seniorinnen und Senioren empfindlich schwĂ€chen kann.

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Zudem bestehe die Gefahr, dass soziale Isolation sowie ein kognitiver Abbau beschleunigt werden. Gleichzeitig erhöhe das parallele Auftreten beider Störungsbilder sowohl das Risiko fĂŒr Demenzerkrankungen als auch die Sturzgefahr im Alltag maßgeblich.

Wissenschaftliche Leitung und private Förderung

Das neu geschaffene Laboratoire Reconnecter – Famille Joly soll diese wechselseitigen Mechanismen vertieft analysieren und dazu beitragen, gezielte AnsĂ€tze zur Erhaltung der LebensqualitĂ€t im Alter zu entwickeln. Die wissenschaftliche Leitung der Einrichtung ĂŒbernehmen François Champoux und Adriana Lacerda als Co-Direktoren.

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Ermöglicht wurde der Aufbau der Forschungsinfrastruktur durch private UnterstĂŒtzung. Wie das IUGM mitteilte, basiert die Finanzierung des Labors auf einer Spende in Höhe von 630.000 US-Dollar, die von einer Familie aus der Provinz Quebec bereitgestellt wurde. Mit den Mitteln soll die interdisziplinĂ€re Arbeit vorangetrieben werden, um die Schnittstelle zwischen Hörforschung und Geriatrie in Kanada nachhaltig zu stĂ€rken.

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