Holiday-Heart-Syndrom, Rauschtrinken

Holiday-Heart-Syndrom: Rauschtrinken erhöht das Risiko fĂŒr Herzrhythmusstörungen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 16:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Rauschtrinken kann Herzrhythmusstörungen auslösen; Fachleute nennen Konsumgrenzen und erlĂ€utern Folgen fĂŒr Leber und sportliche Erholung.

Alkohol bei Festen: Herzrisiken, Wiesn-EinsÀtze und Richtwerte
Ein steriler Behandlungsraum mit einem ausgeschalteten EKG-GerÀt in einer ruhigen, klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Exzessiver Alkoholkonsum im Umfeld von SportĂŒbertragungen und Festveranstaltungen birgt erhebliche gesundheitliche Gefahren. Fachleute warnen in diesem Zusammenhang vor einem signifikant erhöhten Risiko fĂŒr akute Herzrhythmusstörungen. Dieses kardiologische PhĂ€nomen wird in der Medizin als Holiday-Heart-Syndrom bezeichnet und tritt gehĂ€uft nach episodischem Rauschtrinken auf.

Akute Belastungen und Einsatzstatistiken

Die unmittelbaren Folgen eines ĂŒbermĂ€ĂŸigen Trinkverhaltens spiegeln sich regelmĂ€ĂŸig in Versorgungszahlen des Notfalldienstes wider. Nach Angaben der Wiesn-SanitĂ€ter auf dem MĂŒnchener Oktoberfest wurden bis zum zweiten Wiesn-Sonntag im Jahr 2026 insgesamt 4.342 Patienten behandelt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitpunkt 2025 mit 3.953 Patienten entsprach dies einer Zunahme von knapp zehn Prozent, wĂ€hrend bis zu diesem Zeitpunkt rund 3,8 Millionen Besucher das FestgelĂ€nde frequentierten. In 1.161 FĂ€llen musste das medizinische Personal mit einer Personentrage ausrĂŒcken.

Als EinsatzgrĂŒnde registrierten die Wiesn-SanitĂ€ter zu 35 Prozent Alkoholfolgen, zu 32 Prozent chirurgische FĂ€lle sowie zu 33 Prozent internistische oder neurologische Erkrankungen. Um ZwischenfĂ€llen vorzubeugen, raten die SanitĂ€tsdienste zu festem Schuhwerk, einer ausreichenden Nahrungsaufnahme vor dem Alkoholkonsum und dazu, stark alkoholisierte Begleitpersonen zu keinem Zeitpunkt allein zu lassen.

Richtwerte und physiologische Auswirkungen

Die schĂ€dlichen Auswirkungen eines hohen Alkoholkonsums gelten in der Fachwelt als unbestritten, wie Fachberichte der Zeitschrift Brauwelt mit Blick auf aktuelle Studienanalysen unterstreichen. Die Deutsche Hauptstelle fĂŒr Suchtfragen formuliert klare Richtwerte fĂŒr einen risikoarmen Konsum: Empfohlen werden mindestens zwei vollstĂ€ndig alkoholfreie Tage pro Woche.

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FĂŒr Frauen liegt der Grenzwert bei höchstens 12 Gramm Alkohol tĂ€glich oder 60 Gramm wöchentlich, fĂŒr MĂ€nner bei maximal 24 Gramm am Tag beziehungsweise 120 Gramm pro Woche. Experten raten zudem explizit davon ab, mehr als 500 Milliliter Bier pro Tag zu trinken.

Nach Auskunft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist fĂŒr LeberschĂ€digungen die absolute Menge an reinem Ethanol maßgeblich, ungeachtet des gewĂ€hlten GetrĂ€nks. So liefern 1,5 Liter Bier mit einem Alkoholgehalt von 5 Volumenprozent etwa 60 Gramm reinen Alkohol.

RegelmĂ€ĂŸig hoher Konsum fĂŒhrt demnach zu einer Fettleber, die sich bei lĂ€ngerer Abstinenz zurĂŒckbilden kann, und in der Folge zu alkoholischer Hepatitis. Nach Angaben der WHO gibt es keine gesundheitlich unbedenkliche Alkoholmenge.

Sport, Regeneration und alkoholfreie Alternativen

Auch im Bereich der sportlichen Fitness zeigt der Konsum spĂŒrbare Effekte. Wie Medienberichte zusammenfassen, kann Alkohol nach Trainingseinheiten den Muskelaufbau, die Regeneration sowie die Fettverbrennung beeintrĂ€chtigen, wobei Trinkmenge und Zeitpunkt ausschlaggebend sind.

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Neben den funktionellen Auswirkungen liefert Alkohol erhebliche Energiemengen: Ein kleines Bier mit 0,33 Litern enthÀlt im Durchschnitt rund 150 Kilokalorien. Eine Studie aus dem Jahr 2022 mit 19 gesunden MÀnnern, die vier Wochen lang tÀglich 325 Milliliter Bier tranken, deutete auf eine Zunahme der Darmbakterien-DiversitÀt hin.

Viele Verbraucher greifen alternativ zu alkoholfreiem Bier, das bis zu 0,5 Volumenprozent Restalkohol enthalten darf. Ein Test der Stiftung Warentest an 20 alkoholfreien Bieren verglich die NÀhrwerte verschiedener GetrÀnke pro 0,5 Liter: WÀhrend Wasser bei null Kalorien und null Gramm Zucker liegt, enthÀlt alkoholfreies Bier 108 Kilokalorien und 20 Gramm Zucker.

Normales Bier weist 195 Kilokalorien und ein Gramm Zucker auf, Apfelschorle 120 Kilokalorien und 35 Gramm Zucker, Cola 220 Kilokalorien und 45 Gramm Zucker sowie Orangensaft 225 Kilokalorien und 40 Gramm Zucker.

Laut Stiftung Warentest eignen sich jedoch nicht alle alkoholfreien Biere als isotonischer Durstlöscher, da manche Produkte zu wenig Natrium und zu viel Kalium enthalten. Experten raten daher, alkoholfreies Bier nicht tÀglich als primÀren Durstlöscher zu nutzen und Erzeugnisse mit nahezu 0,0 Volumenprozent zu bevorzugen.

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