Hotel-WLAN-Angriffe, Hacker

Hotel-WLAN-Angriffe: Hacker entwenden Microsoft-365-Daten seit Juni

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 17:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine koordinierte Cyber-Kampagne nutzt Hotel-WLAN-LĂŒcken, um M365-Anmeldedaten von GeschĂ€ftsreisenden zu stehlen und MFA zu umgehen.

Hotel-WLAN-Angriff: Hacker stehlen Microsoft-365-Zugangsdaten
Ein moderner Laptop in einer Hotel-Lobby mit einem digitalen Sicherheitssymbol auf dem Bildschirm als Symbol fĂŒr Cyber-Bedrohungen. Illustration mit AI erstellt ĂŒbermittelt durch boerse-global.de

In den vergangenen Tagen haben Sicherheitsforscher von ReliaQuest eine koordinierte Cyber-Kampagne aufgedeckt, die gezielt die WLAN-Infrastruktur von Hotels kompromittiert. Ziel der Angreifer ist es, die Microsoft-365-Anmeldedaten von HotelgĂ€sten zu entwenden. Den Analysen zufolge ist diese Operation bereits seit Juni 2026 aktiv und nutzt SicherheitslĂŒcken in den Gateways von Hotel-Netzwerken aus, um Reisende auf manipulierte Seiten umzuleiten.

Manipulation von DNS-Einstellungen und gefÀlschte Domains

Der Mechanismus hinter den Angriffen basiert auf der Manipulation von DNS-Einstellungen (Domain Name System) direkt auf den Hotel-Wi-Fi-Gateways. Durch diesen Eingriff ist es den TÀtern möglich, den Internetverkehr der Nutzer unbemerkt zu steuern. Wenn GÀste versuchen, auf legitime Dienste zuzugreifen, werden sie stattdessen auf gefÀlschte Anmeldeseiten geleitet, die den originalen Microsoft-365-OberflÀchen tÀuschend echt nachempfunden sind.

Die Forscher identifizierten in diesem Zusammenhang eine Reihe von bösartigen Domains, die speziell fĂŒr diese Kampagne registriert wurden. Dazu gehören unter anderem Adressen wie m365-owa[.]com, owa-ms365[.]com sowie ms365-device[.]com und ms365-live[.]com. Diese Webseiten dienen als Phishing-Plattformen, um die Zugangsdaten der Opfer abzugreifen, wĂ€hrend diese im Glauben sind, sich in ihre gewohnten Arbeitsumgebungen einzuloggen.

Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung

Eine besondere technische Herausforderung stellt die Umgehung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) dar, die in vielen Unternehmen inzwischen Standard ist. Die Angreifer setzen hierfĂŒr auf den sogenannten Device-Code-Flow. Bei diesem Verfahren generiert der Angreifer einen Autorisierungscode und fordert das Opfer auf, diesen auf einer legitimen Microsoft-Seite einzugeben. Da das Opfer die Eingabe auf der echten Plattform vornimmt, wird kein Verdacht geschöpft. Sobald der Code bestĂ€tigt ist, erhĂ€lt der Angreifer ein OAuth-Token. Dieses Token erlaubt den Zugriff auf das Konto, ohne dass das Passwort oder ein zweiter Faktor vom Angreifer selbst eingegeben werden mĂŒssen.

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ZusÀtzlich beobachteten die Experten, dass in etwa einem Drittel der untersuchten VorfÀlle versucht wurde, das WPAD-Protokoll (Web Proxy Auto-Discovery) zu missbrauchen. Dies unterstreicht die technische Tiefe der Kampagne, da WPAD oft zur automatischen Konfiguration von Proxy-Einstellungen in Unternehmensnetzwerken genutzt wird und bei Fehlkonfigurationen ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellt.

Betroffene Branchen und geografische Schwerpunkte

Die Auswertung der Angriffsziele deutet auf eine gezielte Spionage hin. Besonders hÀufig gerieten Organisationen aus den Sektoren Finanzdienstleistungen, Rechtswesen und Gesundheitswesen ins Visier. Ebenso wurden Unternehmen aus der Energiebranche sowie dem Einzelhandel als Betroffene identifiziert. Die geografische Ausbreitung der Kampagne konzentriert sich den Berichten nach bislang vor allem auf die USA, Indien und Saudi-Arabien.

Obwohl die verwendeten Taktiken, Techniken und Verfahren (TTPs) Ähnlichkeiten mit den AktivitĂ€ten der bekannten Gruppierung APT28 aufweisen, verzichtet ReliaQuest auf eine direkte Zuschreibung an diesen Akteur. Dennoch verdeutliche die ProfessionalitĂ€t des Vorgehens, dass es sich um eine ernstzunehmende Bedrohung fĂŒr GeschĂ€ftsreisende handelt.

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Empfohlene Sicherheitsvorkehrungen fĂŒr Reisende

Angesichts der laufenden Kampagne raten Experten zu verstĂ€rkten Sicherheitsmaßnahmen bei der Nutzung öffentlicher oder hoteleigener Netzwerke. Eine zentrale Empfehlung ist der Einsatz eines Full-Tunnel-VPNs, das den gesamten Datenverkehr verschlĂŒsselt und so vor lokalen Manipulationen im Hotelnetzwerk schĂŒtzt. DarĂŒber hinaus sollte die Nutzung von streng verschlĂŒsselten DNS-Diensten in ErwĂ€gung gezogen werden.

Auf der administrativen Seite wird Unternehmen empfohlen, potenziell anfĂ€llige Funktionen wie WPAD und den Device-Code-Flow innerhalb ihrer Microsoft-365-Umgebungen zu deaktivieren, sofern diese nicht explizit fĂŒr den GeschĂ€ftsbetrieb benötigt werden. Diese prĂ€ventiven Schritte könnten das Risiko eines erfolgreichen IdentitĂ€tsdiebstahls wĂ€hrend Dienstreisen signifikant senken.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und MĂ€rkten ohne GewĂ€hr; Änderungen jederzeit möglich. BörsengeschĂ€fte können zu hohen Verlusten fĂŒhren. Unsere BeitrĂ€ge werden ganz oder teilweise automatisiert mit UnterstĂŒtzung von AI erstellt und geprĂŒft.

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