Hotel-WLAN, Russische

Hotel-WLAN: Russische Hacker knacken Microsoft-365-Konten trotz 2FA

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 22:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Sicherheitsforscher warnen vor kompromittierten Hotel-WLANs: APT28 stiehlt Microsoft-365-Zugangsdaten von Geschäftsreisenden. Betroffen sind Unternehmen in den USA, Indien und Saudi-Arabien.

Hotel-WLAN als Einfallstor: APT28 greift Microsoft-365-Zugangsdaten an
Ein moderner WLAN-Router an einer Hotelwand in gedimmter, professioneller Beleuchtung als Symbol für Cybersicherheit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsforscher schlagen Alarm: Kompromittierte Hotel-WLANs werden zunehmend zum Einfallstor für Datendiebstahl. Im Visier der Angreifer: Microsoft-365-Zugangsdaten von Geschäftsreisenden.

Spionage per Captive Portal

Die Gruppe APT28, die dem russischen Militärgeheimdienst zugeschrieben wird, nutzt nach Erkenntnissen von IT-Sicherheitsexperten gezielt Hotel-WLAN-Gateways für ihre Angriffe. Die Methode: kompromittierte Captive Portale – die Anmeldeseiten öffentlicher Netzwerke – sowie DNS-Poisoning. Klassisches Phishing oder infizierte Endgeräte sind dabei nicht nötig.

Die Sicherheitsanalysten von ReliaQuest beobachten seit Juni 2026 verstärkte Aktivitäten in den USA, Indien und Saudi-Arabien. Betroffen sind vor allem Finanz-, Gesundheits- und Energieunternehmen sowie der Einzelhandel. Die Angreifer setzen auf täuschend echte Login-Masken unter Domains wie m365-owa[.]com oder ms365-device[.]com.

Offene Flanken in der Router-Software

Der Erfolg der Kampagnen hängt auch mit technischen Schwachstellen zusammen. Ende Juli erschien ein kritischer Patch für die OpenWrt-Software. Die Lücke CVE-2026-53921 erlaubte Remote-Code-Ausführung mit Root-Rechten über den Dienst odhcpd. Angreifer nutzen solche Sicherheitslücken bereits seit Mitte 2023, um Hotel-Router zu übernehmen.

Doch nicht nur staatliche Akteure sind aktiv. In Rostock verlor ein 65-Jähriger 3.150 Euro durch „Ghost Pairing" bei WhatsApp. Die Täter manipulierten Router-Einstellungen, um das Microsoft-Gerätecode-Verfahren zu kompromittieren und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen.

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Falsche Netzwerke und neue Schadsoftware

Neben der Manipulation bestehender Infrastruktur setzen Kriminelle verstärkt auf „Evil-Twin"-Netzwerke. Dabei imitieren sie legitime Hotel-WLANs mit identischen Namen. Verbinden sich Gäste, laufen ihre Daten über manipulierte Portale. Die Fallzahlen steigen deutlich: In den Niederlanden hat sich die Zahl der Accountübernahmen nahezu verdreifacht.

Parallel verbreitet sich neue Schadsoftware. Der Android-Trojaner „Flying Eagle" tarnt sich als Behörden-App, während „SparkCat" gezielt Fotogalerien nach Krypto-Seed-Phrasen durchsucht.

Schutz für Geschäftsreisende

Angesichts der Lage raten Sicherheitsexperten zu konsequenten Schutzmaßnahmen. Wer kann, sollte mobile Datenverbindungen dem Hotel-WLAN vorziehen. Ist ein öffentliches Netz unumgänglich, verschlüsselt ein Full-Tunnel-VPN den gesamten Datenverkehr.

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Auch bei der Zwei-Faktor-Authentifizierung ist Vorsicht geboten: Klassische MFA-Verfahren lassen sich durch Echtzeit-Phishing und Router-Manipulationen zunehmend aushebeln. FIDO2-Sicherheitsschlüssel und Passkeys bieten hier mehr Schutz – sie sind physisch mit der echten URL eines Dienstes verknüpft und verweigern gefälschten Seiten die Anmeldung. Zudem sollten Reisende die URLs der Login-Seiten genau prüfen und sensible Transaktionen in Hotel-Netzwerken vermeiden.

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