Hotelbetrüger, Buchungsdaten

Hotelbetrüger greifen auf echte Buchungsdaten zu: BKA zerschlägt Kratos

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Kriminelle nutzen echte Buchungsdaten für Phishing via Messenger. Staatliche Hacker greifen Hotel-WLAN an. BKA zerschlägt Plattform Kratos.

Booking.com-Betrug und Hotel-WLAN: Neue Cyberangriffe auf Reisende
Laptop in einem Hotelzimmer mit einem Warnsymbol auf dem Bildschirm als Symbol für Phishing-Gefahren bei Reisen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Kriminelle nutzen zunehmend Buchungsplattformen und Hotel-WLAN, um an sensible Daten zu kommen. Besonders perfide: Die Täter greifen auf echte Buchungsdaten zurück.

Gefälschte Zahlungslinks über Messenger

Seit dem Frühjahr 2026 häufen sich Berichte über eine raffinierte Betrugsmasche bei Booking.com. Angreifer verschaffen sich Zugriff auf die Extranet-Konten von Hotels und gelangen so an reale Buchungsdaten – Namen, Reisedaten und Telefonnummern der Gäste.

Kurz vor Reiseantritt kontaktieren die Täter ihre Opfer über WhatsApp oder die Chat-Funktion der Plattform. Der Vorwand: eine notwendige Verifizierung oder drohende Stornierung. Die Urlauber sollen Zahlungsdaten über einen Link erneut eingeben. Dieser führt auf gefälschte Webseiten, die den offiziellen Portalen täuschend ähnlich sehen.

Booking.com-Sicherheitschef Predrag Vuckovic bestätigte die Problematik. Experten raten: Zahlungsaufforderungen über Messenger-Dienste grundsätzlich misstrauen und im Zweifel das Hotel über eine selbst recherchierte Telefonnummer kontaktieren.

Staatliche Hacker zielen auf Geschäftsreisende

Parallel dazu wurden im Sommer 2026 vermehrt Angriffe auf Hotel-WLAN-Infrastrukturen festgestellt. Seit Juni manipulieren Akteure der Gruppe APT28 gezielt WLAN-Router in Hotels. Durch DNS-Poisoning werden Nutzer bei Microsoft-365-Anmeldungen auf manipulierte Seiten umgeleitet.

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Ziel: der Diebstahl von Zugangsdaten für Unternehmensnetzwerke. Betroffen sind laut Sicherheitsanalysten vor allem Reisende in den USA, Indien und Saudi-Arabien – aus den Branchen Finanzen, Gesundheitswesen und Energie. Schutz bietet ein VPN mit dauerhaft aktivem Tunnel („Full-Tunnel“) sowie verschlüsselte DNS-Abfragen.

BKA zerschlägt Phishing-Plattform „Kratos“

Trotz steigender Fallzahlen gibt es Erfolge im Kampf gegen die organisierte Cyberkriminalität. Am 20. Juli gelang dem Bundeskriminalamt (BKA) in Zusammenarbeit mit dem FBI die Zerschlagung der Phishing-Plattform „Kratos“. Über diesen Dienst wurden monatlich rund 15.000 Phishing-Kampagnen abgewickelt. Mehr als 200 Server wurden beschlagnahmt, ein mutmaßlicher Entwickler in Indonesien festgenommen.

Die aktuelle Kriminalitätsstatistik zeigt die Dringlichkeit solcher Erfolge: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der SMS-Betrug (Smishing) um 146 Prozent, der allgemeine Online-Betrug um 134 Prozent. Neue Schadsoftware wie der Trojaner „Dolphin-X“ oder Echtzeit-Phishing-Kits, die Einmalpasswörter in weniger als 90 Sekunden abfangen können, verschärfen die Lage zusätzlich.

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Sicherheitsregeln für unterwegs

Experten und Behörden wie das rumänische DNSC warnen vor öffentlichen WLAN-Netzwerken in Hotels, Cafés oder an Flughäfen für sensible Transaktionen. Die wichtigsten Schutzmaßnahmen:

  • Automatische Verbindung zu bekannten WLAN-Netzwerken deaktivieren
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) konsequent nutzen
  • Keine Finanztransaktionen in öffentlichen Netzwerken
  • Zahlungsaufforderungen außerhalb offizieller Apps kritisch prüfen

Wer bereits Daten auf verdächtigen Seiten eingegeben hat, sollte die betroffenen Kreditkarten sofort sperren lassen.

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