KrebsfÀlle, MÀnnern

Rund 2.900 KrebsfÀlle bei MÀnnern durch HP-Viren

04.02.2025 - 12:05:34

HP-Viren werden vor allem beim Sex ĂŒbertragen. Sowohl Frauen als auch MĂ€nner können sich infizieren. Eine Impfung bietet einen hohen Schutz - wenn sie wahrgenommen wird.

JĂ€hrlich erkranken in Deutschland rund 2.900 MĂ€nner an einer durch Humane Papillomviren (HPV) bedingten Krebserkrankung. Das Robert Koch-Institut (RKI) geht von rund 1.000 KrebsfĂ€llen im Bereich von Anus und Genitalien sowie 1.900 FĂ€llen im Mundrachen aus, wie es in einem aktuellen Bericht heißt. 

Gemessen an der Gesamtzahl jĂ€hrlicher Krebserkrankungen bei MĂ€nnern (rund 270.000) mag diese Zahl klein erscheinen, so die Experten. «Auf der anderen Seite handelt es sich um 2.900 schwerwiegende und potenziell lebensbedrohliche Erkrankungen pro Jahr, die – aufgrund der langen Latenzzeit von Jahren bis Jahrzehnten bis zur Tumorbildung – mittelfristig durch die sehr wirksame und sichere HPV-Impfung zu einem sehr großen Teil vermeidbar wĂ€ren.» Mit Latenzzeit ist der Zeitpunkt zwischen der Infektion und dem Auftreten von Symptomen gemeint.

Fast alle sexuell aktiven Menschen infizieren sich

HP-Viren gehören weltweit zu den hĂ€ufigsten sexuell ĂŒbertragenen Erregern. Fast jeder sexuell aktive Mensch infiziert sich nach RKI-Angaben mindestens einmal im Leben damit. Je nach Virustyp - insgesamt gibt es 200 verschiedene - kann eine Infektion ohne Folgen bleiben. Meistens merken Menschen dann nicht, dass sie infiziert sind, und die Infektion verschwindet wieder. 

Doch in seltenen FÀllen kann sie Krebs auslösen. Dazu gehören vor allem GebÀrmutterhalskrebs, aber auch Peniskrebs, Analkrebs und Krebs im Mund-Rachen-Bereich. Laut RKI wird weltweit etwa die HÀlfte aller bekannten infektionsbedingten Krebserkrankungen durch HPV verursacht. 

Impfquoten sind niedrig

Es gibt eine Impfung, die laut RKI zu fast 100 Prozent vor bestimmten HPV-Typen schĂŒtzt. Die StĂ€ndige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die HPV-Impfung seit 2007 fĂŒr MĂ€dchen und seit 2018 auch fĂŒr Jungen im Alter von 9 bis 14 Jahren. FĂŒr einen Schutz sind zwei Impfungen im Abstand von mindestens fĂŒnf Monaten notwendig. Eine verpasste Immunisierung sollte bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden. 

Die Impfquoten sind allerdings niedrig - insbesondere bei Jungen. Nur etwa ein Drittel der 15-JÀhrigen in Deutschland ist dem RKI zufolge vollstÀndig gegen HPV geimpft (Stand 2023).

@ dpa.de