Huawei Watch D3: Aufblasbare Manschette misst Blutdruck am Handgelenk
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 14:53 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Technologiekonzern Huawei hat am 23. Oktober 2026 bei den MEA Tech Innovation Talks im Grand Plaza Movenpick in Dubai die Smartwatch Watch D3 vorgestellt. Die Präsentation fand parallel zur Fachtagung ISH-ECS 2026 statt, die vom 22. bis zum 25. Oktober 2026 in Dubai ausgerichtet wird. Das Gerät nutzt für die Messung des Blutdrucks eine mechanisch aufblasbare Manschette am Handgelenk anstelle rein optischer Sensorik.
Medizinische Einordnung und klinische Partnerschaften
Prof. George Stergiou, Präsident der International Society of Hypertension (ISH), bezeichnete das Modell am Tag der Vorstellung als neuartige und verlässliche Methode zur Erstellung von Blutdruckprofilen.
Die ISH sowie die European Society of Hypertension befürworten den klinischen Einsatz validierter Manschettensysteme am Handgelenk, mahnen jedoch weitere Untersuchungen zur Implementierung in der Praxis an.
Huawei ist Mitglied der ISH und gründete gemeinsam mit der Organisation den Wearable Blood Pressure Technology Innovation Fund. Im Geschäftsjahr 2025 verzeichnete Huawei ein Forschungs- und Entwicklungsbudget von 28,62 Milliarden US-Dollar, was einem Anteil von 21,8 Prozent des Gesamtumsatzes entsprach.
Auf der Veranstaltung erörterten medizinische Fachleute die Einsatzmöglichkeiten der Technologie im Alltag. Prof. Jiguang Wang vom Shanghai Institute of Hypertension hob hervor, dass minimal störende Langzeitmessungen (ABPM) und Umwelt-Erinnerungen den Weg zu automatisierten Alltagsmessungen weisen könnten.
Laut Prof. Yook-Chin Chia von der Sunway University in Malaysia könnten reduzierte Unterbrechungen vollständige Langzeitüberwachungen praktikabler machen.
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Zudem prüfen Dubai Health und Huawei nach Angaben von Prof. Maryam Al Saeed von der Mohammed Bin Rashid University in einer klinischen Studie den Einsatz nicht-invasiver Wearables zur frühzeitigen Identifikation von Diabetesrisiken auf Basis von Realdaten.
Edwin You, Technologiechef von Huawei, präsentierte auf der Konferenz zudem das Schaltungskonzept Tau Law, das den Schwerpunkt im Chipdesign auf Signalverzögerungen statt auf reine Transistor-Verkleinerungen legt.
Technische Merkmale und Zertifizierungen
Die Watch D3 folgt als dritte Modellgeneration auf die Watch D aus dem Jahr 2021 sowie die Watch D2 aus dem Jahr 2024. Das Gehäuse misst 46,5 mal 41 mal 11,3 Millimeter und ist damit 17,7 Prozent dünner als das Vorgängermodell. Das Gewicht liegt ohne Armband bei 40 Gramm, was einer Reduktion um 9 Prozent entspricht, und erreicht mit dem L-Armband 75 Gramm.
Das Gerät ist mit einem 1,92 Zoll großen AMOLED-Display mit 408 mal 480 Bildpunkten sowie 3000 Nits Spitzenhelligkeit ausgestattet. Der integrierte 540-Milliamperestunden-Akku ermöglicht eine Betriebsdauer von bis zu sechs Tagen bei normaler Nutzung und von 24 Stunden bei durchgehender ambulanter Langzeitmessung.
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Das System kombiniert eine Mikropumpe für oszillometrische Messungen mit optischen Sensoren und verfügt über eine chinesische Zulassung als Klasse-II-Medizinprodukt sowie über eine europäische Klasse-IIa-Zertifizierung. Das System führt im Standardbetrieb sieben automatische Aufpumpvorgänge täglich durch – vier tagsüber und drei nachts – und nutzt dazwischen PPG-Tracking.
Zu den weiteren Funktionen zählen EKG-Messungen in 30 Sekunden sowie eine Erkennung von Schlafapnoerisiken. Eine Vergleichsmessung des Portals Netzwelt zeigte gegenüber einem Oberarmmessgerät eine Abweichung von rund 4 Prozent beim systolischen und rund 12 Prozent beim diastolischen Wert.
Prof. Dr. Markus van der Giet von der Charité Berlin stufte die Ergebnisse als nahe an klassischen Oberarmmessungen ein, bezeichnete die Uhr als sinnvoll und riet von rein manschettenfreien optischen Verfahren ab.
Während Huawei bei der Veranstaltung in Dubai weder offizielle Preise noch regionale Markttermine nannte, startete die Watch D3 in der Slowakei am 15. Oktober 2026 für 449 Euro und in China für 2988 Yuan.
Mehr zum Thema bei Netzwelt: „Huawei Watch D3 im Test: Lohnt sich die Blutdruck-Smartwatch für 449 Euro?“
