Hüftbruch-Reha, Fisio-ACTIVA

Hüftbruch-Reha: Fisio-ACTIVA analysiert Übungen per Kamera statt Sensoren

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 11:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine klinische Studie prüft kameragestützte Übungsanalyse und Echtzeit-Feedback für 48 Menschen über 70 nach einer Hüftfraktur-Operation.
Symbolbild: Parkbank unter einem blühenden Baum Illustration mit AI erstellt.

Die funktionelle Erholung älterer Menschen nach operativ versorgten Hüftfrakturen stellt die Geriatrie vor komplexe Aufgaben. Häufig führen Gebrechlichkeit und Vorerkrankungen zu Hürden bei den notwendigen physiotherapeutischen Übungen.

Um diesen Regenerationsprozess gezielt zu begleiten, entwickelt die Universidad Rey Juan Carlos unter der Leitung von Professor Norberto Malpica das auf künstlicher Intelligenz basierende System Fisio-ACTIVA. Die Technologie ist speziell auf ältere, fragile Patientinnen und Patienten nach einer Hüftfraktur-Operation ausgerichtet, wie aus Berichten vom 27. Oktober 2026 hervorgeht.

Kamerabasierte Bewegungsanalyse ohne zusätzliche Sensoren

Ein zentraler technischer Aspekt von Fisio-ACTIVA liegt im Verzicht auf externe Messgeräte am Körper. Während konventionelle biomechanische Erfassungen häufig am Körper befestigte Sensoren oder Marker erfordern, setzt das spanische Forschungsteam auf gewöhnliche Videokameras. Über Algorithmen zur optischen Bewegungserfassung analysiert das System die Ausführung der Übungen ohne zusätzliche Hardware am Patienten.

Neben der biomechanischen Bewegungsanalyse integriert die Anwendung Elemente zur Echtzeit-Motivation während der Trainingseinheiten. Trainierende erhalten dadurch eine direkte Rückmeldung zur Ausführung, ohne dass die Handhabung durch Verkabelungen oder Wearables erschwert wird. Dieser Ansatz soll Barrieren für geriatrische Zielgruppen abbauen und die Bereitschaft zur regelmäßigen Bewegung nach einem operativen Eingriff unterstützen.

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Klinische Untersuchung am Universitätsklinikum in Madrid

Um die Praxistauglichkeit des Verfahrens im klinischen Umfeld zu überprüfen, wird das System im Rahmen einer klinischen Studie evaluiert. Wie Medien am 28. Oktober 2026 berichteten, findet die Untersuchung in der Orthogeriatrie-Einheit des Hospital Universitario Ramón y Cajal in Madrid statt. In die Untersuchung sind 48 Patientinnen und Patienten im Alter von über 70 Jahren eingebunden.

Die Durchführung der Übungen erfolgt dabei unter professioneller Aufsicht. Geleitet wird das Forschungsprojekt von der Hauptprüferin Verónica Ocaña vom Forschungsinstitut IRYCIS gemeinsam mit dem Co-Prüfer Dr. Manuel Mejía. Für die Studie liegt ein positives Ethikvotum unter dem Aktenzeichen 016/26 vor. Zudem ist das Vorhaben in der internationalen Datenbank ClinicalTrials.gov unter der Kennung NCT07857707 registriert.

Finanzierung und Perspektiven für die häusliche Versorgung

Die Entwicklung und Erprobung stützt sich auf Mittel mehrerer Förderprogramme. Die Finanzierung erfolgt unter anderem über die Fundación Mutua Madrileña im Rahmen der XXIII. Ausschreibung 2026 für den Bereich Traumatologie. Zusätzliche Fördermittel stammen aus einem IRYCIS-Programm des Jahres 2025.

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Während die derzeitige Erprobung an das stationäre Umfeld und die Begleitung durch medizinisches Fachpersonal gebunden ist, richten die Entwickler den Blick bereits auf nachgelagerte Versorgungsphasen.

Als langfristige Zukunftsmöglichkeit wird die häusliche Nutzung des Systems angestrebt. Ein solcher Transfer könnte es Betroffenen ermöglichen, strukturierte physiotherapeutische Übungen nach der Entlassung eigenständig in der gewohnten Umgebung fortzusetzen.

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