Hüftoperation: Warum Herbert Reul bis zu sechs Monate für die Genesung braucht
Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach schweren Stürzen und operativen Eingriffen an der Hüfte erfordert der Genesungsprozess oft erhebliche Geduld und eine strukturierte Rehabilitation. Wie langwierig dieser Weg sein kann, zeigt der aktuelle Fall des nordrhein-westfälischen Innenministers Herbert Reul (CDU). Nach einem Sturz über eine Treppenstufe und einer anschließenden Operation steht für den 74-jährigen Politiker nun eine längere Phase der körperlichen Wiederherstellung an.
Medizinische Zeitpläne für die Genesung
Der Heilungsverlauf nach einem Eingriff am Hüftgelenk hängt maßgeblich von der individuellen Verfassung sowie einer konsequenten Bewegungstherapie ab. Das Diakonie-Klinikum Stuttgart veranschlagt bis zu sechs Monate bis zur vollständigen Genesung nach einer Hüftoperation. Abhängig vom Patienten seien einfache Aufgaben des Alltags allerdings bereits nach etwa vier Wochen wieder realisierbar.
Für Betroffene bedeutet dies meist ein schrittweises Herantasten an die frühere Mobilität. Auch Reul betonte nach dem Eingriff aus dem Krankenhaus, dass es nun darauf ankomme, schnell wieder auf die Beine zu kommen. Er müsse trainieren, vor allem geduldig sein und vorübergehend die Pausetaste drücken. Der Minister erklärte zudem, dass es ihm den Umständen entsprechend gut gehe, und dankte den beteiligten Ärzten sowie den Pflegekräften.
Der Unfall im Dienst und die Vertretung
Der Unfall ereignete sich bei einem dienstlichen Termin im Polizeipräsidium Wuppertal, wo Reul an einem Treffen mit der Arbeitsgemeinschaft der Polizeipräsidenten in Nordrhein-Westfalen teilnahm.
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Dort stürzte der Minister über eine schmale Treppenstufe und zog sich einen Hüftbruch zu. Ersthelfer versorgten ihn vor Ort, bevor ihn ein Rettungswagen in eine Klinik brachte. Noch am selben Abend wurde die Fraktur im Rahmen einer Operation erfolgreich gerichtet.
Die Dauer des Ausfalls bleibt vorerst offen, und größere Termine musste der Minister zunächst streichen. Bis auf Weiteres übernimmt Innenstaatssekretärin Daniela Lesmeister (CDU) die Führung der Amtsgeschäfte im Ministerium.
Gesundheitliche Vorgeschichte und politische Perspektive
Der Sturz steht nach Angaben des Ministers in keinem Zusammenhang mit einem vorangegangenen medizinischen Eingriff aus den Sommerferien, bei dem ein Handzittern behandelt worden war.
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Am 8. Oktober 2026 hatte Reul im Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags Sprachprobleme thematisiert, die seither bestehen und deren medizinische Ursache weiterhin unklar ist. Gerüchte über einen Schlaganfall wies er dabei zurück. Rückblickend vermutete Reul, das Krankenhaus nach dem Sommereingriff möglicherweise zu früh verlassen und die Arbeit zu rasch wieder aufgenommen zu haben.
Trotz der gesundheitlichen Rückschläge plant Reul, der seit 2017 das Innenressort führt und seit 1985 Mitglied des Landtags ist, seine politische Arbeit fortzusetzen. Bei der Landtagswahl 2022 hatte er seinen Wahlkreis mit 51,1 Prozent der Stimmen gewonnen.
Der CDU-Kreisvorstand Rheinisch-Bergischer Kreis schlug ihn einstimmig für die Landtagswahl im April 2027 vor, wobei die offizielle Aufstellungsversammlung für den 16. Oktober angesetzt ist. Die kommenden Wochen werden nun im Zeichen der Mobilisierung und der schrittweisen Rückkehr in den Alltag stehen.

