Hufrehe: Neue App warnt Reiter vor wetterbedingten Entzündungsschüben
Veröffentlicht am: 06.08.2026 um 21:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Immer mehr Landwirte und Pferdebesitzer setzen auf datenbasierte Warnsysteme, um ihre Tiere vor Hitzestress und Hufrehe zu schützen. Die Technik erkennt Risiken oft bevor Symptome sichtbar werden.
Apps warnen vor wetterbedingten Krankheiten
In Marienfeld haben Entwickler eine Anwendung vorgestellt, die Reiter und Pferdebesitzer vor wetterbedingten Hufrehe-Schüben warnt. Die schmerzhafte Entzündung des Hufs wird häufig durch Stoffwechselprobleme infolge falscher Fütterung oder klimatischer Einflüsse ausgelöst. Die App kalkuliert das Risiko anhand von Wetterdaten und hilft bei der Koppelplanung. So lässt sich der Weidegang steuern, bevor kritische Phasen den Tieren zusetzen.
Ähnlich arbeitet die „HotHog“-App der University of Missouri. Sie berechnet Hitzestress bei Schweinen und warnt Halter frühzeitig. Bereits mehr als 2.000 Nutzer in über 50 Ländern setzen auf das System, das mit 1,15 Millionen US-Dollar vom US-Landwirtschaftsministerium gefördert wird.
Künstliche Intelligenz überwacht Stalltiere
Die Rewe Group startet ein Pilotprojekt zur digitalen Tierwohl-Überwachung. Gemeinsam mit VetVise und wissenschaftlichen Partnern der Universität Vechta, der FU Berlin und der TiHo Hannover setzt der Einzelhändler auf kamera- und KI-basierte Systeme. Sie bewerten die Gesundheit von Schweinen und Geflügel objektiv und ermöglichen frühzeitige Korrekturen im Betriebsablauf.
Wer Pferde hält, kennt das Risiko: Wetterumschwünge können Hufrehe-Schübe auslösen. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie mit Wetterdaten-basierten Warnstrategien den Weidegang sicher planen und Entzündungen früh erkennen. Jetzt kostenlosen Präventions-Leitfaden anfordern
Trockenheit und Seuchengefahr fordern Tierhalter
Die Notwendigkeit solcher Systeme zeigt sich aktuell am Kurgestüt Hoher Odenwald in Waldbrunn. Wegen anhaltender Trockenheit musste der Betrieb mit 350 Pferden die Winterfütterung vorzeitig starten. Halter stehen vor der Frage, ob sie ihre Bestände bei anhaltender Dürre verkleinern müssen.
Auch Infektionskrankheiten bleiben eine ständige Bedrohung. Ende Juli wurde im niedersächsischen Landkreis Northeim ein Fall der Infektiösen Anämie der Einhufer nachgewiesen. Um den betroffenen Betrieb in Salzderhelden richteten die Behörden einen Sperrbezirk ein.
Reit-WM in Aachen rückt näher
Bevor kritische Wetterphasen Ihren Pferden zusetzen, sollten Sie handeln. Mit der richtigen Koppelplanung und einer Risiko-Checkliste können Sie Hufrehe-Schübe vermeiden. Holen Sie sich jetzt den Schritt-für-Schritt-Präventionsplan. Präventionsplan jetzt sichern
Die Reit-Weltmeisterschaft in Aachen vom 11. bis 23. August erwartet rund 800 Pferde und 650 Athleten aus 50 Nationen. In sechs Disziplinen – von Dressur bis Vielseitigkeit – steht die Leistungsfähigkeit der Tiere unter strenger Beobachtung. ARD, ZDF und WDR übertragen das Großereignis.
Derweil feierte die Haflingerzucht in Thüringen ihr 70-jähriges Bestehen. Das Gestüt Meura, seit 1977 staatlich anerkannt, zieht jährlich 35 bis 40 Fohlen auf – moderne Haltungsansätze treffen hier auf jahrzehntelange Erfahrung.
