Humanoide Roboter: BYD startet Showroom-Debüt im August
Veröffentlicht am: 01.08.2026 um 00:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der chinesische Autobauer BYD bringt im August seine ersten humanoiden Roboter in Showrooms – und fordert damit Tesla, BMW und Hyundai heraus. Der Wettlauf um die Kommerzialisierung von „Embodied Intelligence" gewinnt an Fahrt.
Showroom-Assistent „Xiao Di" startet in Zhengzhou
BYD will seine ersten humanoiden Roboter im August 2026 in den Di-Space-Erlebniszentren vorstellen, beginnend mit einem Standort in Zhengzhou. Das Unternehmen hatte bereits 2024 eine eigene Abteilung für humanoide Roboter eingerichtet, die Wurzeln der Entwicklung reichen bis ins Jahr 2022 zurück, als ein Team für verkörperte Intelligenz gegründet wurde.
Vizepräsidentin Stella Li betonte zuletzt die erheblichen Investitionen des Konzerns in künstliche Intelligenz. Ihre Prognose ist ambitioniert: China werde der erste Markt weltweit sein, der humanoide Robotik vollständig kommerzialisiert.
Der Roboter mit dem Namen „Xiao Di" ist 1,61 Meter groß und wiegt 58,5 Kilogramm. Die vorläufigen technischen Daten zeigen 31 Freiheitsgrade und multimodale Interaktionsfähigkeiten – inklusive Echtzeit-Übersetzung in sechs chinesische Dialekte und sechs Fremdsprachen. Geplant sind zunächst zwei bis drei Roboter pro Showroom, die Besucher begrüßen und beim Kundenservice helfen sollen.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall: BYD kämpft mit einem schwierigen Automarkt. Im ersten Halbjahr 2026 verkaufte das Unternehmen 1,8085 Millionen Fahrzeuge mit alternativen Antrieben – ein Rückgang von 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Roboter sollen langfristig aber nicht nur in Showrooms arbeiten, sondern auch in Supermärkten, Lagerhäusern und irgendwann in privaten Haushalten.
Tesla peilt zehn Millionen Optimus-Roboter pro Jahr an
Die Ankündigung von BYD fällt mit aktualisierten Produktionszielen bei Tesla zusammen. Die Robotik-Sparte des US-Konzerns bestätigte am 30. Juli das langfristige Ziel, jährlich zehn Millionen Optimus-Roboter zu produzieren – an einer zweiten Fertigungslinie in der texanischen Gigafactory. Nach dem Spatenstich im Mai 2026 soll die Serienproduktion in Texas 2027 anlaufen.
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Die erste Produktionsstätte in Fremont nutzt dafür Flächen, die zuvor der Fahrzeugmontage dienten. Die geschätzte Kapazität liegt bei einer Million Einheiten pro Jahr. Tesla will die Stückkosten bei hoher Auslastung auf 20.000 bis 25.000 Dollar drücken – der öffentliche Verkauf ist für Ende 2027 geplant.
Hyundai Motor Group setzt unterdessen auf seine Tochter Boston Dynamics. Der Atlas-Roboter wird bereits an globale Unternehmenskunden für Pilotprojekte ausgeliefert. Hyundai prüft Georgia als Standort für eine neue Tochtergesellschaft „Robotics America" mit einer angestrebten Jahreskapazität von 30.000 Einheiten bis 2028.
Vom Showroom in die Fabrikhalle
Während BYD auf den Kundenkontakt setzt, integrieren andere Hersteller humanoide Roboter bereits in laufende Produktionslinien. Im BMW-Werk Spartanburg in South Carolina unterstützen Figure-02-Roboter seit zehn Monaten die Fertigung von über 30.000 BMW X3 – sie übernehmen Blechteile im Schweißprozess. Nun steigt das Werk auf das Nachfolgemodell Figure 03 um, das für Logistikaufgaben eingesetzt werden soll.
BMW investiert insgesamt 1,7 Milliarden Dollar in seine Standorte in South Carolina, inklusive einer neuen Batteriemontage. Branchendaten zufolge kosten aktuelle humanoide Einheiten zwischen 200.000 und 300.000 Dollar – doch mit steigenden Stückzahlen dürften die Preise deutlich fallen.
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Auch der chinesische Hersteller Seres mischt mit: Der Roboter „Xiaosai" ist für Fabrikinspektionen und Produktionsaufgaben konzipiert. Für die Entscheidungssysteme kooperiert Seres mit Volcengine, einer Tochter des Tech-Konzerns ByteDance.
Markt im Boom – aber geopolitische Risiken bleiben
Die Branche wächst rasant, allen voran in China. Dort wurden 2025 rund 20.000 Einheiten produziert, im ersten Halbjahr 2026 waren es bereits über 40.000. Analysten von Morgan Stanley rechnen für 2026 mit 50.000 ausgelieferten humanoiden Robotern aus China, für 2027 sogar mit 100.000.
Das globale Marktvolumen könnte von drei Milliarden Dollar im Jahr 2025 auf 28 Milliarden Dollar bis 2030 steigen. Doch die Entwicklung ist nicht ohne Risiken: In den USA werden mögliche Importbeschränkungen für chinesische Roboter diskutiert. Das könnte die Expansionspläne von BYD und Seres auf dem internationalen Markt erheblich erschweren.
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