Humanoide Robotik: Figure AI skaliert auf 40 Einheiten in BMW-Werk
Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 01:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Einsatz humanoider Robotik in der industriellen Fertigung erreicht eine neue Skalierungsstufe. Im US-amerikanischen BMW-Werk Spartanburg hat das Technologieunternehmen Figure AI insgesamt 40 Einheiten seines Modells Figure 03 in den aktiven Betrieb integriert. Diese Entwicklung markiert einen bedeutenden Schritt bei der Automobilproduktion, wobei die Systeme vor Ort komplexe Aufgaben übernehmen, die bisher menschlichem Personal oder spezialisierten stationären Maschinen vorbehalten waren.
Strategische Großinvestitionen südkoreanischer Industriekonzerne
Parallel zu den Fortschritten in Nordamerika treiben führende südkoreanische Konzerne die Industrialisierung humanoider Systeme mit massiven Kapitalzusagen voran. Die Samsung-Gruppe hat am 21. Juli die Einrichtung eines speziellen Büros zur Förderung des Geschäftsbereichs RX bekannt gegeben, das direkt an den CEO berichtet. Insgesamt plant die Gruppe Investitionen in Höhe von rund 60 Billionen Won.
Davon entfallen 19 Billionen Won auf den Standort Gumi, wo die Serienfertigung humanoider Roboter sowie eine Datenfabrik aufgebaut werden sollen. Samsung SDI investiert zudem 16 Billionen Won in Ulsan für die Entwicklung spezialisierter Roboterbatterien, während Samsung Heavy Industries in Geoje 10 Billionen Won für den Aufbau einer autonomen Werft bereitstellt.
Auch die Hyundai Motor Group konkretisierte am 25. Juli ihre Vision einer physischen Künstlichen Intelligenz (KI). Executive Chair Euisun Chung präsentierte in San Francisco eine Strategie, die von intelligenten Geräten über KI-gesteuerte Fabriken bis hin zur Integration auf Stadtebene reicht. Hyundai plant, bis zum Jahr 2028 jährlich 30.000 Roboter in den USA zu produzieren. Hierfür investiert der Konzern 9 Billionen Won im Saemangeum AI Valley sowie 42 Billionen Won in der Yeongnam-Region. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie ist die Zusammenarbeit mit Nvidia zur Nutzung von 50.000 Blackwell-GPUs sowie eine Partnerschaft mit Waymo für autonome Flotten.
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Technologische Expansion und Marktdurchdringung chinesischer Hersteller
Auf der World AI Conference (WAIC) am 24. Juli präsentierte Shanghai Electric umfassende Neuentwicklungen im Bereich der Robotik. Vorgestellt wurde unter anderem das zweibeinige Modell SUYUAN, das über 41 Freiheitsgrade und ein duales Batteriesystem verfügt. Ergänzt wird das Portfolio durch den rollenbasierten humanoiden Roboter TUOYUAN sowie das Modell Mermaid für den autonomen Betrieb. Zur Unterstützung dieser Hardware hat das Unternehmen 51 KI-Modelle auf der StarCloud-Plattform sowie eine spezielle Greifhand namens DexHand entwickelt.
Die Effizienz dieser Systeme in der praktischen Anwendung wird durch aktuelle Leistungsdaten aus China unterstrichen. Der Roboter PIABOT G2 absolvierte laut Berichten 2.283 Aufgaben innerhalb von acht Stunden fehlerfrei. In der Textilindustrie erreichen Aitu-Roboter eine Erfolgsquote von 97 Prozent beim Trennen von Stoffstücken und eine Nähqualität von über 98 Prozent. Branchenkenner weisen darauf hin, dass sich die Investition in solche Systeme bereits nach etwa 18 Monaten amortisieren könne. Das chinesische Industrieministerium verfolgt das Ziel, bis Ende 2026 eine Skalierung auf 10.000 Einheiten zu erreichen.
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Software-Innovationen und europäische Kooperationen
In Europa konzentrieren sich Unternehmen verstärkt auf die Software-Infrastruktur für die neue Robotergeneration. Das BMW-Werk Landshut entwickelt derzeit Softwarelösungen auf Basis von VLA-Modellen (Vision-Language-Action) und arbeitet dabei mit Athenyx Robotics, einer Ausgründung der RWTH Aachen, zusammen. Der Fokus liegt hierbei auf offenen Plattformen und simulationsbasiertem Lernen.
Auch Siemens engagiert sich intensiv in diesem Bereich und liefert die Software für Großaufträge wie die Bestellung von 2.000 humanoiden Robotern durch Jack Technology für die Bekleidungsfertigung. Im Siemens-Werk Erlangen wird bereits das Modell HMND 01 eingesetzt, das eine Erfolgsquote von über 90 Prozent beim Bewegen von 60 Kisten pro Stunde erzielt.
Trotz des rasanten Wachstums – der Hersteller Unitree lieferte im Jahr 2025 bereits 5.500 Roboter aus und hält damit über 25 Prozent des Weltmarktes – steht die Branche vor regulatorischen Herausforderungen. In den USA schränkt der Guard Act den Einsatz chinesischer Robotik ein, was die geopolitische Bedeutung dieser Schlüsseltechnologie unterstreicht. Die kommenden technologischen Schwerpunkte werden im Dezember 2026 auf der Konferenz IEEE Humanoids in Santa Clara unter dem Thema die Zukunft der Arbeit diskutiert.
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