Hundegang, Gehirnleistung

Hundegang und Gehirnleistung: Studie findet Zusammenhang bei 88 älteren Tieren

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 18:55 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Proteinablagerungen und kürzere Vorderbeinschritte stehen bei älteren Hunden mit kognitiven Auffälligkeiten in Zusammenhang.

Alte Hunde liefern Hinweise auf Demenz und kognitiven Abbau
Ein leerer, sonnendurchfluteter Untersuchungsraum in einem Forschungslabor mit einem Edelstahltisch. Illustration mit AI erstellt.

In der neurobiologischen Forschung rücken alternde Haustiere zunehmend in den Mittelpunkt, um neurodegenerative Prozesse beim Menschen besser zu verstehen.

Forschende stellten in einer im Fachjournal npj Dementia erschienenen Untersuchung fest, dass Gehirne alter Hunde vergleichbare Veränderungen aufweisen wie menschliche Gehirne bei Demenzerkrankungen. In denselben Hirnregionen ließen sich abnorme Proteinablagerungen nachweisen, die für derartige Abbauprozesse charakteristisch sind.

Proteinablagerungen und Biomarker im Blut

Die Untersuchung von npj Dementia verdeutlicht, dass Hunde mit besonders ausgeprägten Proteinablagerungen erhöhte Werte des Proteins GFAP im Blut zeigten. Dieser Marker gilt in der Forschung als möglicher Biomarker für einen fortschreitenden kognitiven Abbau.

Die Relevanz solcher Befunde für die Veterinärmedizin ist hoch: Den Autoren der Publikation zufolge betrifft die canine kognitive Dysfunktion mehr als ein Viertel der Hunde im Alter von über 12 Jahren.

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Gleichzeitig verweist die Arbeit auf die anhaltenden Schwierigkeiten bei der Entwicklung wirksamer Therapien für den Menschen. Demnach scheiterten 99 % der im Labor vielversprechenden Alzheimer-Medikamente in anschließenden klinischen Studien an menschlichen Patienten.

Forschende erhoffen sich durch detaillierte Analysen kognitiver Veränderungen und Hirnstrukturen alter Hunde, tiefere Einblicke in gemeinsame Mechanismen mit menschlicher Demenz zu gewinnen, um Diagnostik sowie Behandlungsansätze zielgerichteter weiterzuentwickeln.

Langzeitbeobachtungen und motorische Auffälligkeiten

Um verlässliche Daten über den Alterungsprozess zu gewinnen, setzt die Wissenschaft auf groß angelegte Beobachtungen. Im Rahmen des Programms Dog Aging Project werden mehr als 50.000 Hunde langfristig wissenschaftlich begleitet.

Ergänzend zu molekularen Markern liefern auch verhaltensbezogene Messungen Hinweise auf kognitive Defizite. In einer im Fachjournal Frontiers in Veterinary Science veröffentlichten Untersuchung aus dem Jahr 2026 analysierte die North Carolina State University den Zusammenhang zwischen Motorik und Gehirnleistung bei 88 älteren Hunden. Die Tiere liefen über einen Zeitraum von mehreren Jahren alle sechs Monate eine festgelegte 5-Meter-Strecke ab.

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Dabei zeigte sich, dass kürzere Schritte mit den Vorderbeinen auch nach statistischer Berücksichtigung von Alter und chronischen Begleiterkrankungen mit niedrigeren Ergebnissen in kognitiven Tests einhergingen. Für die Hinterbeine stellten die Wissenschaftler der Universität diesen Zusammenhang nicht fest.

Die Autoren betonten zugleich, dass eine verkürzte Schrittlänge kein alleiniger Nachweis für eine Demenz sei, da auch Schmerzen das Gangbild maßgeblich verändern können. Nach Einschätzung der North Carolina State University könnte das kognitive Dysfunktionssyndrom bis zu 60 % der Hunde über 11 Jahre betreffen.

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