Hyperkortisolismus, Diabetesfall

Hyperkortisolismus: Bei jedem vierten schwer einstellbaren Diabetesfall prüfen

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 23:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der 2026 veröffentlichte Konsensbericht rät bei unzureichender Kontrolle trotz mehrerer Medikamente zur Abklärung eines Kortisolüberschusses.
Ein steriler, moderner medizinischer Untersuchungsraum mit professioneller Ausstattung in einer klinischen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Bei der langfristigen Behandlung des Typ-2-Diabetes stehen therapeutische Leitlinien immer wieder vor der Herausforderung, Ursachen für therapieresistente Krankheitsverläufe frühzeitig zu identifizieren.

Ein gemeinsamer Konsensbericht der American Diabetes Association (ADA) und der European Association for the Study of Diabetes (EASD) setzt hier einen neuen diagnostischen Schwerpunkt: Die beiden internationalen Organisationen empfehlen ein gezieltes Screening auf Hyperkortisolismus bei Patientinnen und Patienten mit schwer kontrollierbarem Typ-2-Diabetes.

Internationale Fachgesellschaften erweitern den diagnostischen Fokus

Der gemeinsame Konsensbericht 2026 von ADA und EASD wurde am 2. Oktober 2026 veröffentlicht und bündelt aktuelle Einschätzungen zur klinischen Betreuung von Diabetes-Betroffenen. Die Aufnahme der Screening-Empfehlung in den Bericht unterstreicht, dass hormonelle Dysbalancen wie eine übermäßige Kortisolausschüttung bei der Einordnung therapierefraktärer Verläufe eine wichtigere Rolle einnehmen als bislang standardmäßig praktiziert.

Hyperkortisolismus kann die Glukoseregulation im Körper erheblich beeinträchtigen und dazu beitragen, dass konventionelle therapeutische Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg zeigen. Durch die nun formulierte Richtlinie schaffen die ADA und die EASD eine international abgestimmte Orientierung für die Praxis, um diagnostische Lücken bei komplexen Fällen zu schließen.

Zielgruppe: Unzureichende Stoffwechselkontrolle trotz mehrerer Medikamente

Ein zentraler Bestandteil des Konsensberichts betrifft die Definition der Patientengruppe, für die eine weiterführende Diagnostik infrage kommt. Demnach soll bei etwa einem Viertel der Patienten, deren Blutzuckerwerte trotz des Einsatzes mehrerer Antidiabetika unzureichend kontrolliert sind, eine Abklärung auf Hyperkortisolismus erfolgen.

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Die Empfehlung richtet sich damit gezielt an Personen, bei denen gängige medikamentöse Kombinationstherapien keine ausreichende Wirkung zeigen. Anstatt in solchen Fällen ausschließlich die Dosierung zu erhöhen oder weitere blutzuckersenkende Wirkstoffe hinzuzufügen, soll die Suche nach einer übergeordneten hormonellen Ursache Klarheit schaffen.

Bedeutung für das chronische Krankheitsmanagement

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Die gemeinsame Positionierung von ADA und EASD verdeutlicht die Notwendigkeit differenzierter Diagnosepfade im chronischen Krankheitsmanagement. Für die behandelnden Mediziner liefert das Papier klare Kriterien, um bei therapierefraktärem Verlauf gezielte Labor- und Funktionsdiagnostik zu veranlassen.

Auf diese Weise soll verhindert werden, dass ein bestehender Hyperkortisolismus bei schwer einstellbarem Diabetes über längere Zeit unentdeckt bleibt.

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