Hyperurikämie, Tetrahydrocurcumin

Hyperurikämie: Tetrahydrocurcumin senkt Harnsäurewerte in Mausmodellen

Veröffentlicht am: 16.10.2026 um 06:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mehr als 20 Wirkstoffkandidaten sind in Entwicklung; eine Studie beschreibt RINL als möglichen Ansatzpunkt für die Harnsäureausscheidung.
Moderne Laborumgebung mit Glasgefäßen und Laborausrüstung auf einem weißen Arbeitstisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Erforschung und Behandlung von Hyperurikämie befindet sich im Wandel. Laut einem Marktbericht von Research and Markets vom 15.10.2026 umfasst die globale Wirkstoff-Pipeline mittlerweile mehr als 20 Wirkstoffkandidaten in klinischer sowie nichtklinischer Entwicklung, an denen über 15 Unternehmen arbeiten.

Gleichzeitig liefern akademische Forschungsteams neue Einblicke in molekulare Regulatoren der renalen Harnsäureausscheidung, was auf mittlere Sicht zu neuen Behandlungsoptionen für Patientinnen und Patienten mit gestörtem Harnsäurestoffwechsel führen könnte.

Steigende Fallzahlen und bestehende Standardtherapien

Hyperurikämie stellt weltweit eine wachsende gesundheitliche Herausforderung dar. Laut epidemiologischen Daten aus einem Bericht vom 15.10.2026 liegt die globale Prävalenz der Hyperurikämie bei über 14 Prozent, mit steigender Tendenz und zunehmender Betroffenheit jüngerer Bevölkerungsgruppen. In China lag die Inzidenz nach Angaben des China CDC im Jahr 2018 bei Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren bereits bei 32,3 Prozent.

Bislang stützt sich die medikamentöse Behandlung im Wesentlichen auf etablierte Standardtherapien. Dazu zählen Inhibitoren der Xanthinoxidase wie Allopurinol und Febuxostat, das Urikosurikum Probenecid sowie bei schweren Verläufen die Uricase Pegloticase. Da diese Therapieansätze jedoch nicht bei allen Betroffenen die Zielwerte erreichen oder mit Unverträglichkeiten einhergehen können, treibt die pharmazeutische Industrie neue Ansätze voran.

Fortgeschrittene Wirkstoffkandidaten in der klinischen Pipeline

Die Entwicklungspipeline verzeichnet derzeit mehrere Substanzen in fortgeschrittenen Studienphasen. Das Pharmaunternehmen Sobi entwickelt den URAT1-Inhibitor AR882, der sich in der klinischen Phase III befindet.

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Das Unternehmen InventisBio führt mit D-0120 einen oral verabreichten Wirkstoffkandidaten in Phase II der klinischen Prüfung. Protalix treibt derweil PRX-115 voran, eine PEGylierte rekombinante Uricase, die sich in Phase II zur Behandlung von unkontrollierter Gicht befindet.

Neben diesen Projekten befinden sich laut dem Branchenbericht vom 15.10.2026 weitere Substanzen in der Hyperurikämie-Pipeline, darunter die Entwicklungsprogramme HR091506, IG3018, ABP-671, SAP-001, NNC4004-0002, BR2251 sowie SSS11.

Neue Zielstrukturen aus der universitären Grundlagenforschung

Parallel zur klinischen Entwicklung wurden auch in der Grundlagenforschung Fortschritte erzielt. Ein Forschungsteam der Universität Xiamen und der zugehörigen Universitäts-Klinik Xiang'an um Prof. Zuo Zhenghong und He Chengyong identifizierte das Protein RINL als negativen Regulator der renalen Harnsäureausscheidung. Eine Mutation in RINL stabilisiert das Protein und hemmt in der Folge den Transporter ABCG2.

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Im Rahmen eines Screenings von über 1500 Naturstoffen identifizierten die Forschenden Tetrahydrocurcumin als einen Abbau-Beschleuniger für RINL. In mehreren Hyperurikämie-Mausmodellen senkte die Substanz den Harnsäurespiegel, Kreatinin sowie Harnstoff-Stickstoff und verbesserte die Nierenfunktion.

Die wissenschaftlichen Ergebnisse des Forschungsteams wurden im Fachjournal Science Translational Medicine veröffentlicht, wie ein Bericht vom 15.10.2026 darlegt. Die Entdeckung eröffnet einen potenziellen neuen therapeutischen Ansatzpunkt, um die renale Ausscheidung gezielt zu regulieren.

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