Hyundai-Streik, Gewerkschaft

Hyundai-Streik: Gewerkschaft stimmt mit 86,65% gegen 25.000 Roboter

29.06.2026 - 05:19:51 | boerse-global.de

Hyundai-Gewerkschaft stimmt für Streik wegen geplanter 25.000 Roboter. Arbeitskampf droht mit Milliardenverlusten.

Hyundai-Streik: Roboter-Pläne spalten Belegschaft und Management
Hyundai-Streik - Ein humanoider Roboter steht neben einem menschlichen Fabrikarbeiter am Fließband und symbolisiert Arbeitsplatzsorgen durch Automatisierung. 29.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Auslöser ist die Ankündigung des Konzerns, bis 2028 rund 25.000 menschenähnliche Roboter in den Fabriken einzusetzen.

Arbeitskampf um die Zukunft

86,65 Prozent der 73.000 Gewerkschaftsmitglieder stimmten für die Arbeitsniederlegung, die Wahlbeteiligung lag bei über 94 Prozent. Dem vorausgegangen waren elf gescheiterte Verhandlungsrunden zwischen Gewerkschaft und Management. Die Fronten sind verhärtet.

Neben höheren Löhnen und der Verlängerung der Altersgrenze auf 65 Jahre fordert die Gewerkschaft vor allem ein Mitspracherecht bei der Einführung von KI und Robotik. Die geplante Integration von 25.000 Atlas-Robotern des US-Unternehmens Boston Dynamics sorgt für massive Verunsicherung.

Die Gewerkschaft verlangt zudem eine Erfolgsbeteiligung von umgerechnet rund 27.000 Euro pro Arbeiter – das entspricht 30 Prozent des Nettogewinns. Analysten warnen: Ein Vollstreik könnte Verluste von umgerechnet rund 2,2 Milliarden Euro verursachen.

Verschärfte Rechtslage

Die Situation wird durch eine Gesetzesänderung zusätzlich kompliziert. Das kürzlich reformierte Gewerkschaftsgesetz – bekannt als „Yellow Envelope Law“ – erlaubt es Subunternehmer-Gewerkschaften, direkt gegen den Mutterkonzern vorzugehen. Die Metallgewerkschaft drängt bereits auf Verhandlungen für die Beschäftigten von Zulieferern.

BMW setzt bereits auf Roboter

Während in Südkorea der Arbeitskampf eskaliert, treiben andere Autobauer die Automatisierung voran. BMW setzt seit Ende Juni den humanoiden Roboter „Figure 03“ im Werk Spartanburg ein. Die neueste Version übernimmt Logistikaufgaben und verfügt über Tastsensoren sowie Sprachsteuerung. In einer Testphase hatte der Vorgänger „Figure 02“ innerhalb von zehn Monaten die Produktion von 30.000 Fahrzeugen unterstützt.

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China auf dem Vormarsch

Auch in China beschleunigt sich der Wandel. Das Unternehmen AgiBot setzt seine G2-Roboter in der Elektronikfertigung ein – mit einer Taktzeit von rund 20 Sekunden pro Gerät und einer Erfolgsquote von über 99 Prozent. Bis zum dritten Quartal 2026 soll die Flotte auf 100 Einheiten wachsen.

Milliardenmarkt in Sicht

Die Finanzwelt zeigt sich optimistisch. Morgan Stanley hat seine Prognose für den Absatz humanoider Roboter in China für 2026 auf 50.000 Einheiten verdoppelt. Der Markt könnte demnach in diesem Jahr umgerechnet 1,9 Milliarden Euro erreichen, bis 2030 sogar 14 Milliarden Euro.

Auch die südkoreanische Regierung investiert massiv. Das Wissenschaftsministerium hat rund 38 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre bereitgestellt. Ein Konsortium aus dem Korea Institute of Science and Technology, LG Electronics und LG AI Research soll KI-gesteuerte Roboter für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen entwickeln.

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Lieferketten im Fokus

Boston Dynamics prüft derzeit südkoreanische Autozulieferer für die Produktion des Atlas-Roboters. Ziel ist es, die vorhandene Fertigungskompetenz der Automobilindustrie zu nutzen. Die Einzelpreise für die Atlas-Einheiten sollen unter 300.000 Euro liegen.

Im Logistiksektor bringt das Startup Robot.com den R-noid-Roboter auf den Markt. Das Modell auf Rädern übernimmt Verpackungs- und Vorbereitungsarbeiten – zunächst mit 70 Prozent Autonomie. Erste Kunden sind bereits an Bord, die Auslieferung soll innerhalb von acht bis zwölf Wochen erfolgen.

Tesla treibt parallel die Entwicklung der Optimus-Plattform voran. Nach öffentlichen Vorführungen Ende 2025, bei denen der Roboter einfache Aufgaben wie das Sortieren von Batteriezellen übernahm, peilt das Unternehmen nun die Serienreife bis Ende 2026 an. Der Preis soll zwischen 18.000 und 27.000 Euro liegen.

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