IdentitÀtsdiebstahl: 16 Milliarden Dollar Schaden durch KI-Betrug
23.06.2026 - 00:25:30 | boerse-global.de
Cyberkriminelle setzen zunehmend auf tĂ€uschend echte IdentitĂ€tsdiebstĂ€hle â mit alarmierenden Erfolgen.
Sicherheitsbehörden weltweit schlagen Alarm: Am heutigen Montag veröffentlichten mehrere Institutionen gleichzeitig Warnungen vor einer neuen Dimension des IdentitĂ€tsbetrugs. Besonders perfide: Die TĂ€ter nutzen kĂŒnstliche Intelligenz, um ihre Opfer noch ĂŒberzeugender zu tĂ€uschen. Die finanziellen SchĂ€den erreichen Rekordhöhen.
Indien: Trojaner kapert WhatsApp von FĂŒhrungskrĂ€ften
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Das indische Innenministerium und das nationale Cybercrime-Koordinationszentrum I4C warnten heute vor einer besonders hinterhĂ€ltigen Variante des sogenannten "Boss Scam". Die Angreifer geben sich als Mitarbeiter der indischen Zentralbank aus und verschicken an FĂŒhrungskrĂ€fte verschlĂŒsselte ZIP-Archive â per E-Mail oder ĂŒber WhatsApp.
Die Dateien, getarnt als dringende Compliance-Dokumente, enthalten Schadsoftware. Einmal geöffnet, installiert sich ein Trojaner auf Windows-GerĂ€ten. Die Folge: Die Angreifer ĂŒbernehmen die Kontrolle ĂŒber die WhatsApp-Web-Sitzung des Opfers. Von dessen eigenem Account aus fordern sie dann die Finanzabteilung zu Ăberweisungen auf.
In einigen FĂ€llen manipulierten die TĂ€ter sogar die Kontaktlisten und speicherten ihre eigenen Nummern unter den Namen von Vorstandsmitgliedern. Die Behörden empfehlen: Jede Zahlungsaufforderung per Messenger vor der AusfĂŒhrung per Anruf oder persönlich bestĂ€tigen zu lassen.
USA: Rekordverluste von 16 Milliarden Dollar
Die US-Verbraucherschutzbehörde FTC legte Ende Juni neue Zahlen vor: 2025 betrugen die Verluste durch Online-Betrug rund 16 Milliarden Dollar â ein Anstieg von 25 Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr. Allein IdentitĂ€tsdiebstahl verursachte SchĂ€den von 3,5 Milliarden Dollar, ein Wert, der sich seit 2020 fast verdreifacht hat.
Besonders dreist: Firmen-Impersonatoren erbeuteten knapp eine Milliarde Dollar, angebliche Regierungsvertreter rund 920 Millionen Dollar. In Louisiana und Tennessee warnten die Behörden heute vor einer Welle von Anrufen, bei denen sich Kriminelle als Polizisten oder Steuerfahnder ausgeben. Die Opfer sollen angebliche Strafen mit Geschenkkarten oder KryptowÀhrungen begleichen.
KI macht Betrug kaum noch erkennbar
Eine heute veröffentlichte globale Studie des Sicherheitsunternehmens Kaspersky zeigt: KĂŒnstliche Intelligenz treibt die Betrugswelle massiv an. Fast 65 Prozent der Betrugsopfer glauben, dass KI in den Angriffen eingesetzt wurde. In GroĂbritannien vermutet mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung den Einsatz von Deepfakes in betrĂŒgerischen Nachrichten.
Die Studie belegt zudem: Ăber zehn Prozent der Opfer ĂŒberweisen Geld innerhalb von fĂŒnf Minuten nach Erhalt einer betrĂŒgerischen Nachricht. In GroĂbritannien, wo Analysten fĂŒr 2025 rund vier Millionen BetrugsfĂ€lle registrierten, lag der durchschnittliche Schaden pro Fall bei umgerechnet rund 530 Euro. Besonders hĂ€ufig: Anlagebetrug und angebliche Paketzustellungsprobleme.
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Singapur und Reisebranche im Visier
Auch in Singapur steigen die Fallzahlen. Seit dem 1. Juni verloren dort mindestens 13 Personen insgesamt umgerechnet ĂŒber 68.000 Euro durch eine Masche, bei der angebliche GebĂŒhren der Verkehrsbehörde per SMS eingefordert werden. Die Nachrichten fĂŒhren auf gefĂ€lschte Webseiten, die Zahlungsdaten abgreifen.
Die US-Verbraucherschutzorganisation Better Business Bureau warnte zudem vor Buchungsbetrug im Reisesektor. Kriminelle nutzen gestohlene Buchungsdaten, um ĂŒber legitime Plattformen Phishing-Nachrichten zu verschicken â mit der Aufforderung zur sofortigen Zahlung, um eine angebliche Stornierung zu verhindern. Reisende sollten Links in solchen Nachrichten nicht anklicken, sondern den Buchungsstatus direkt beim Hotel oder auf der offiziellen Webseite prĂŒfen.
