IFA, Humanoide

IFA 2026: Humanoide Roboter für Haushalt und Industrie im Fokus

Veröffentlicht am: 08.09.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Auf der IFA 2026 präsentierten Hersteller vielseitige Roboter für Haushalt, Industrie und Begleitung, doch autonome Abläufe blieben teils begrenzt.

IFA 2026 zeigt Fortschritte und Grenzen humanoider Roboter
Eine weitläufige, minimalistische Industriehalle mit poliertem Betonboden und mechanischen Bauteilen im Hintergrund. Illustration mit AI erstellt.

In Berlin hat die Elektronikmesse IFA 2026 eine Vielzahl von humanoiden Robotern präsentiert, die zunehmend komplexere Aufgaben im Haushalt und in der Industrie übernehmen sollen.

Vom 4. bis zum 8. September zeigten internationale Hersteller Modelle, die Wäsche laden, Kaffee servieren oder für industrielle Montageprozesse eingesetzt werden. Trotz sichtbarer technischer Fortschritte offenbarten die Live-Vorführungen jedoch auch verbleibende Herausforderungen bei der autonomen Selbstkorrektur und der Bewegungsgeschwindigkeit.

Demonstrationen zwischen Haushaltshilfe und Industrieeinsatz

Ein Schwerpunkt der diesjährigen Messe lag auf der Automatisierung von Alltagstätigkeiten. Der Hersteller SwitchBot demonstrierte einen humanoiden Roboter beim Beladen einer Waschmaschine, wobei die Bewegungsabläufe noch langsam wirkten. Mova präsentierte mit dem Roboterarm „Knot 80“ eine Lösung zum Bedienen von Kaffeemaschinen, die Becher bewegen und Kaffee einschenken kann.

In der industriellen Anwendung rückte der CyberOne von Xiaomi in den Fokus, der erstmals öffentlich gezeigt wurde. Das Modell wird bereits intern in Elektrofahrzeug-Fabriken für Schraubaufgaben eingesetzt. Laut Berichten konnte die Erfolgsrate des Roboters innerhalb von vier Monaten von 90 % auf 98 % gesteigert werden.

Bei der Interaktion auf der IFA benötigte der CyberOne allerdings noch die Begleitung durch eine Aufsichtsperson. Dass die Technik noch an Grenzen stößt, zeigte eine Vorführung von Unitree: Ein Roboter scheiterte beim Versuch, ein Sandwich zusammenzusetzen, da er den Salat vergaß.

Unterhaltung, Sicherheit und Begleitfunktionen

Neben nützlichen Anwendungen stand die Unterhaltung im Fokus der Präsentationen. LG zeigte im Rahmen des Konzepts „Zero Labor Home“ den CLOiD, der als Dirigent für ein KI-Orchester fungierte. MagicLab ließ einen Roboter im Pandakostüm Rückwärtssaltos vollführen, wobei die Stabilität bei den Shows teils noch unsicher wirkte.

Kampfsport-Demonstrationen wurden von ENGINEAI mit den Modellen PM01 (1,40 Meter groß, 43 Kilogramm schwer) und T800 (1,73 Meter groß, 85 Kilogramm schwer) sowie von PrimeBOT mit dem Modell Q1 gezeigt. Der PrimeBOT T1 demonstrierte zudem die Fähigkeit, in einen vierbeinigen Modus zu wechseln.

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Für den Bereich Sicherheit und Begleitung wurden spezialisierte Modelle vorgestellt. Zeroth Robotics präsentierte den W1, ein WALL-E-ähnliches Modell für Überwachungsaufgaben. TCL zeigte mit dem AiMe und dem OlloBot SS1 Roboter, die als Begleiter konzipiert sind, ebenso wie Modelle der Hersteller Agibot, Primebot und Dobot.

Auszeichnungen und Marktentwicklung

Ein bedeutender Erfolg gelang dem Hersteller Pudu. Das Modell D7, ein semi-humanoider Roboter mit einer Nutzlast von 20 Kilogramm und einer Arbeitshöhe von 2 Metern, erhielt am 6. September den IFA Innovation Award in der Kategorie „Best in IFA Next & Emerging Technologies“. Der für Logistik, Lager, Handel und Hotels konzipierte Roboter verfügt über ein System für den autonomen Batteriewechsel und feierte in Berlin seine Europapremiere.

Die Messe verzeichnete mit über 1.900 Ausstellern eine starke Beteiligung, wobei insbesondere chinesische Unternehmen mit 932 Vertretern eine Rekordpräsenz zeigten. Branchenbeobachter führen dies unter anderem auf US-Handelsbeschränkungen zurück, wie die Aufnahme in die FCC Covered List am 28. Juli 2026, wodurch europäische Märkte für chinesische Robotik-Firmen strategisch an Bedeutung gewinnen.

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Aktuelle Marktdaten unterstreichen das Wachstum der Branche: Agibot verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 Absatzzahlen von 8.400 Einheiten, gefolgt von Unitree mit 5.900 Einheiten.

Branchenanalysten schätzen das globale Marktvolumen für das Jahr 2026 auf insgesamt 60.000 humanoide Roboter und prognostizieren einen Anstieg auf 500.000 Einheiten bis zum Jahr 2030. Die Branche erwartet für die nahe Zukunft eine weitere Konkretisierung der Technologie durch spezialisierte Marktanwendungen.

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