Vodafone-Tochter startet milliardenschweren Glasfaser-Ausbau
11.09.2023 - 05:06:50Mit groĂem RĂŒckstand zu Wettbewerbern hat nun auch der Internetanbieter Vodafone seinen Glasfaser-Ausbau verstĂ€rkt. Ab sofort verlegten Bagger im nordrhein-westfĂ€lischen Neuss Glasfaser, um dort bis 2024 «Fiber to the Home» (FTTH) an gut 28.000 Haushalten und Firmen verfĂŒgbar zu machen, teilte Vodafone heute in DĂŒsseldorf mit.
Es geht um die Firma OXG, die Vodafone und einer Luxemburger Finanzholding gehört. Das neue Unternehmen, das derzeit 100 BeschĂ€ftigte hat und kĂŒnftig 500 haben soll, will Glasfaser an bis zu sieben Millionen Haushalten verlegen. Bis zu sieben Milliarden Euro liegen fĂŒr den Ausbau bereit.
KrÀftiger Schub
In den kommenden Wochen sollen Bauarbeiten in DĂŒsseldorf und Duisburg sowie in den hessischen StĂ€dten Marburg und Kassel starten, bis Ende 2024 sollen die Bagger in bis zu 150 StĂ€dten und Gemeinden gebuddelt haben. «Das verleiht dem Glasfaser-Ausbau hierzulande einen krĂ€ftigen Schub», sagte Vodafone-Deutschlandchef Philippe Rogge.
Vodafone Deutschland hat bisher nur im kleinen Stil Glasfaser bis in Wohnungen verlegt, stattdessen setzte die DĂŒsseldorfer Firma auf Fernsehkabel fĂŒr die Internet-Ăbertragung. Diese Technologie ist allerdings schwankungsanfĂ€lliger als FTTH, also Glasfaser bis in die Wohnung. FTTH gilt als das bestmögliche Internet, ist fĂŒr Endkonsumenten aber auch teurer als Fernsehkabel-Internet (Koaxialkabel) oder die sehr schwankungsanfĂ€lligen und relativ langsamen Ăbertragungen ĂŒber Kupferkabel-Telefonleitungen (VDSL).
Vodafone unter Druck
Vodafone geriet angesichts der Glasfaser-Anstrengungen der Konkurrenz in den vergangenen Jahren unter Druck. Um den teuren Ausbau zu stemmen, holte sich Vodafone die Luxemburger Finanzholding an Bord. Allianzen mit kapitalstarken Partnern aus anderen Branchen sind ĂŒblich: 2021 grĂŒndete TelefĂłnica ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Versicherungskonzern Allianz bekannt, um binnen sechs Jahren bis zu fĂŒnf Milliarden Euro in Glasfaser zu investieren. Am meisten Tempo macht die Deutsche Telekom, die seit 2020 stark auf Glasfaser setzt und FTTH schon an 6,4 Millionen Haushalten verfĂŒgbar gemacht hat. Das kostete Milliarden.
Viele Bewohner verzichten aber angesichts der relativ teuren VertrĂ€ge noch darauf, das Highspeed-Internet zu nutzen. Das dĂŒrfte sich in den kommenden Jahren Ă€ndern, da das Internet im Alltag der Menschen immer wichtiger wird.


