Demokratische Republik Kongo, Uganda

WHO: 750 Ebola-VerdachtsfÀlle und 177 Tote im Kongo

22.05.2026 - 13:35:25 | dpa.de

Im Kongo steigt die Zahl der Ebola-VerdachtsfÀlle weiter. WHO-Chef Tedros spricht von Fortschritten, nennt aber auch Schwierigkeiten im Kampf gegen das Virus.

Gewalt und Unsicherheit behindern die BekÀmpfung der Epidemie. - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa
Gewalt und Unsicherheit behindern die BekÀmpfung der Epidemie. - Bild: Moses Sawasawa/AP/dpa

Bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo steigen die Fallzahlen weiter an: Mittlerweile gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) fast 750 VerdachtsfĂ€lle und 177 mutmaßliche TodesfĂ€lle in dem zentralafrikanischen Land. Es gebe zwar Fortschritte bei Überwachungsmaßnahmen und Labortests, schrieb WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus auf X. Doch Gewalt und Unsicherheit behinderten die BekĂ€mpfung der Epidemie

82 Infektionen wurden laut Tedros im Labor bestĂ€tigt, darunter 7 TodesfĂ€lle. Die WHO geht davon aus, dass die tatsĂ€chliche Zahl der Infektionen deutlich höher liegt, weil nicht alle KrankheitsfĂ€lle registriert und gemeldet werden. Im Nachbarland Uganda seien bis auf zwei bekannte Infektionen bislang keine weiteren neuen FĂ€lle gemeldet worden, hieß es weiter.

Noch geringe Kontaktverfolgung

Dass die Zahl der VerdachtsfÀlle zunÀchst steige, sei ein gutes Zeichen, so die WHO. Es bedeute, dass mehr Menschen sich melden, die Krankheitssymptome haben, und deren Kontakte nachverfolgt werden könnten. Am 15. Mai habe die Positivrate bei VerdachtsfÀllen - also der Anteil der bestÀtigten Infektionen - noch bei mehr als 60 Prozent gelegen. Mit steigender Zahl von VerdachtsfÀllen sinke die Rate. Inzwischen liege sie noch bei 49 Prozent.

Aktuell seien mit rund 750 VerdachtsfĂ€llen jedoch erst mehr als 1.400 Kontakte verfolgt worden, sagte Anne Ancia, die WHO-Vertreterin im Kongo. «Wir liegen im RĂŒckstand», so Ancia. Unsicherheit, Abgeschiedenheit der Region und schwache Infrastruktur machten den Einsatz schwierig. Sie sei jedoch ĂŒberzeugt, KapazitĂ€ten wĂŒrden schnell aufgebaut, um den RĂŒckstand aufzuholen.

Seltener Bundibugyo-Typ des Ebolavirus

Der Ebola-Ausbruch begann laut der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC im Kongo in der nordöstlichen Provinz Ituri, die an Uganda und den SĂŒdsudan grenzt. Es handelt sich um den insgesamt 17. registrierten Ebola-Ausbruch im Kongo seit 1976. Der Ausbruch des seltenen Bundibugyo-Typs des Ebolavirus, gegen den es weder einen Impfstoff noch eine spezielle Therapie gibt, macht die Lage besonders schwierig.

Ebolafieber ist eine ansteckende und lebensbedrohliche Infektionskrankheit. Das Virus wird durch Körperkontakt und Kontakt mit KörperflĂŒssigkeiten ĂŒbertragen. In den Jahren 2014 und 2015 waren bei einer Ebola-Epidemie in Westafrika mehr als 11.000 Menschen gestorben.

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