Forscher: Vogelgrippe breitet sich wohl in der Antarktis aus
17.09.2025 - 14:25:33Die Vogelgrippe breitet sich nach Erkenntnissen eines Jenaer Forschungsteams wohl in der Antarktis aus. Auf King George Island nahe der NordkĂŒste des antarktischen Festlands sei zum ersten Mal das Vogelgrippevirus H5N1 nachgewiesen worden, sagte Christina Braun vom Institut fĂŒr BiodiversitĂ€t, Ăkologie und Evolution der Friedrich-Schiller-UniversitĂ€t Jena. Erstmals war das Virus im Oktober 2023 in der antarktischen Region nachgewiesen worden.Â
«Irgendwas passiert dort»
Bei einer Forschungsreise Anfang des Jahres seien 52 tote Tiere gefunden worden, sagte Braun weiter. Nicht alle seien auf H5N1 getestet worden und bei einigen stĂŒnden auch noch Ergebnisse aus. Es gebe aber eine deutliche Sterblichkeit. «Irgendwas passiert dort», sagte sie. HauptsĂ€chlich gehe es um Skuas, also Raubmöwen, aber auch sĂŒdliche Riesensturmvögel oder Antarktisseeschwalben seien gefunden worden.Â
«Man kann davon ausgehen, dass sehr viel mehr Individuen betroffen sind, als gefunden worden sind», sagte Brauns Kollege Markus Bernhardt-Römermann. Es gebe viele Aasfresser in der Region, die Kadaver schnell fressen oder wegzerren.Â
Pinguine sind gefÀhrdet
Die Folgen seien extrem schwer abzuschĂ€tzen. Zum einen gebe es Nachweise von Raubmöwen, die bereits ImmunitĂ€t aufgebaut hĂ€tten. «Es kann aber auch sein, dass es durchschlĂ€gt und eine Population lokal ausstirbt.» GefĂ€hrdet seien etwa Pinguinpopulationen, die in der Regel eng beieinander sitzen, um sich vor KĂ€lte zu schĂŒtzen. Die Ansteckung laufe wie bei der menschlichen Grippe etwa ĂŒber Speichel.Â
Generell brĂŒteten Vögel in der Antarktis auf relativ begrenztem Raum, heiĂt es von den Forschern weiter. Nur etwa zwei Prozent der FlĂ€che seien eisfrei. Viele Vögel seien Zugvögel, die im Norden ĂŒberwintern. «Wir gehen auch davon aus, dass die gröĂten Sterbeereignisse eher an der sĂŒdamerikanischen KĂŒste ablaufen werden», sagte Bernhardt-Römermann weiter. Im Norden kĂ€men die Vögel eher mit dem Virus in Kontakt als in der Antarktis selbst.


