WWF, Aussterbewelle

WWF: Aussterbewelle rollte auch 2023 praktisch ungebremst

27.12.2023 - 06:24:28 | dpa.de

Immer wÀrmeres Klima, Umweltverschmutzung, zerstörte LebensrÀume: Tausende Tier- und Pflanzenarten weltweit gelten als bedroht. Trotz einiger Negativentwicklungen in 2023 sieht der WWF auch Lichtblicke.

Unter den Amphibien seien die Salamander die am stÀrksten bedrohte Gruppe. - Foto: Daniel Karmann/dpa
Unter den Amphibien seien die Salamander die am stÀrksten bedrohte Gruppe. - Foto: Daniel Karmann/dpa

Mit Blick auf den Artenschutz zieht die Umweltstiftung WWF eine durchwachsene Bilanz des zu Ende gehenden Jahres. «Die grĂ¶ĂŸte Aussterbewelle seit Ende der Dinosaurierzeit rollte auch 2023 praktisch ungebremst ĂŒber unsere Natur hinweg», sagte die VorstĂ€ndin Naturschutz der Organisation in Deutschland, Kathrin Samson, laut einer Mitteilung. Die Umweltstiftung listet negative und positive Entwicklungen auf.

Als Verlierer des Jahres im Tierreich nennt sie unter anderem Löwen in Afrika, Humboldt-Pinguine, Flussdelfine im Amazonas und Amphibien weltweit. Unter den Amphibien seien die Salamander die am stĂ€rksten bedrohte Gruppe. Den Pinguinen habe in Chile insbesondere die grassierende Vogelgrippe zugesetzt, den Delfinen wahrscheinlich zeitweise herrschende Wassertemperaturen von ĂŒber 39 Grad: «Zehn Prozent der Flussdelfin-Population im Lago TefĂ© starben in nur einer Woche», hieß es. Das Problem dort: eine JahrhundertdĂŒrre.

Diese Verlierer-Arten stehen laut WWF (World Wide Fund For Nature) stellvertretend fĂŒr Tausende weitere bedrohte Arten. Die Internationale Rote Liste weise mittlerweile mehr als 44.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten als bedroht aus.

Erfreuliches vom indischen Tiger

Als Gewinner nennt der WWF in seiner Bilanz unter anderem Indiens Tiger, Afrikas Nashörner und Wisente im Kaukasus. Breitmaulnashörner waren vor einem Jahr noch als Verlierer gelistet, doch nun ist von einem erstmaligen Anstieg der Zahl dieser Tiere nach zehn Jahren RĂŒckgang die Rede. Auch bei Tigern sei die Zahl in einigen asiatischen LĂ€ndern «erfreulich nach oben gegangen», hieß es. In Indien seien es mit mehr als 3600 Exemplaren besonders viele.

Beispiele gibt es auch vor der HaustĂŒr in Deutschland: Als Gewinner sieht der WWF Fischotter in Bayern. Denn der bayerische Verwaltungsgerichtshof urteilte kĂŒrzlich, dass diese streng geschĂŒtzten Tiere vorerst auch nicht in AusnahmefĂ€llen getötet werden dĂŒrfen.

Die Hauptursachen fĂŒr die sinkenden Zahlen bei vielen Arten sind laut der Stiftung die Zerstörung von LebensrĂ€umen, Wilderei, Übernutzung, invasive Arten, Umweltverschmutzung und die Klimakrise. «Der Mensch hat das Artensterben verursacht. Er steht damit in der Verantwortung die Krise zu beenden», sagte Samson laut WWF-Mitteilung.

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