Immunzellen nach Durchblutungsstörungen: Wie NETs SchÀden verstÀrken
Veröffentlicht am: 26.06.2026 um 09:24 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie Immunzellen nach Durchblutungsstörungen SchĂ€den verstĂ€rken â und wo Therapien ansetzen könnten.
NETs: Schutzmechanismus mit gefÀhrlicher Kehrseite
Neutrophile Granulozyten setzen bei GewebeschĂ€den netzartige Strukturen frei â die sogenannten Neutrophil Extracellular Traps (NETs). Eigentlich dienen sie der Abwehr von Krankheitserregern. Doch bei Reperfusionsverletzungen, also wenn die Blutzufuhr nach einer IschĂ€mie wiederhergestellt wird, können sie zur Gefahr werden.
Ein Review in Burns & Trauma (Mitte Juni 2026) analysiert die Rolle dieser âImmune Websâ in Herz, Gehirn, Niere, Leber und Lunge. Die NETs schĂ€digen das Endothel und fördern die Bildung von Mikrothromben. Das verschlimmert die GewebeschĂ€digung erheblich.
Als Biomarker gelten zellfreie DNA, citrulliniertes Histon H3 sowie MPO-DNA-Komplexe. TherapieansÀtze zielen auf die Hemmung des Enzyms PAD4 oder den Einsatz von DNase I, um die NETs aufzulösen.
NINJ1: Ein Protein steuert die NET-Freisetzung
Eine Studie in Cell Death & Disease vom 25. Juni 2026 identifiziert einen spezifischen Regulator. Das Protein NINJ1 spielt eine entscheidende Rolle bei der Freisetzung von NETs â insbesondere bei akuten LungenschĂ€digungen (ALI/ARDS). Durch Oligomerisierung an bestimmten Stellen ermöglicht es den Austritt der Immunnetze.
Die Rolle von NETs bei Reperfusionsverletzungen wird zunehmend verstanden â und eröffnet neue TherapieansĂ€tze. Unser kostenloser Report fasst die aktuellen Erkenntnisse zu Biomarkern und Targets wie NINJ1 zusammen. Jetzt Report anfordern
In Mausmodellen fĂŒhrte ein Knockout von Ninj1 in Neutrophilen zu reduzierter NET-Bildung und verbesserter Lungenfunktion. NINJ1 positioniert sich damit als potenzieller Angriffspunkt, um ĂŒberschieĂende Immunreaktionen bei entzĂŒndlichen Lungenerkrankungen zu kontrollieren.
Immunforschung: Von der Intensivstation bis zum Herzen
Die Bedeutung von Neutrophilen zeigt sich auch auf der Intensivstation. Eine 2026 in The Journal of Immunology veröffentlichte Studie untersuchte Biomarker fĂŒr Traumapatienten mit Risiko fĂŒr chronisch-kritische Erkrankungen (CCI). Erhöhte Werte von Neutrophilen sowie der Zytokine IL-17A und IFN? wurden festgestellt â IL-17A bereits am ersten Tag nach dem Ereignis.
Parallel startet im Januar 2027 das internationale Netzwerk âCoeurTCRâ. Unter Beteiligung des UniversitĂ€tsspitals ZĂŒrich und des Kantonsspitals St. Gallen wird es mit 9 Millionen USD Förderung T-Zell-vermittelte Reaktionen bei HerzmuskelentzĂŒndungen untersuchen.
Reperfusionsverletzungen bleiben klinisch schwer behandelbar â doch neue Forschung zeigt, wie NETs die SchĂ€den verstĂ€rken und wo Therapien ansetzen können. Dieser Report liefert eine Ăbersicht ĂŒber Biomarker und Angriffspunkte fĂŒr die Praxis. Report zu NETs und Reperfusion sichern
Grenzen der Immuntherapie bei Post-COVID
Nicht alle immunologischen AnsĂ€tze halten, was sie versprechen. Die IAMPOCO-Studie in The Lancet Regional Health â Europe (24. Juni 2026) zeigt: Die Immunadsorption zur Entfernung von Autoantikörpern bei Post-COVID-Patienten bringt keinen klinischen Vorteil gegenĂŒber einer Scheinbehandlung. Symptome wie Erschöpfung besserten sich nicht, die Behandlung war mit mehr Nebenwirkungen verbunden. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Nephrologie sprach sich gegen eine allgemeine Empfehlung aus.
