Wissenschaftler, Medien

Wissenschaftler: Keine sozialen Medien fĂŒr Kinder unter 13

13.08.2025 - 10:00:36

In den sozialen Medien gibt es viel Raum fĂŒr KreativitĂ€t, aber auch fĂŒr Gefahren - vor allem fĂŒr Kinder und Jugendliche. Wissenschaftler drĂ€ngen auf schnelle Änderungen, denn die Lage sei akut.

Die Nationale Akademie der Wissenschaften hat einen besseren Schutz von Kindern und Jugendlichen im Umgang mit sozialen Medien gefordert. Bereits in Deutschland, der EU und darĂŒber hinaus bestehende Schutzmaßnahmen mĂŒssten schnell wirkungsvoller gestaltet und gezielt ergĂ€nzt werden, heißt es in einem von der Leopoldina am Mittwoch vorgestellten Papier. Etwa mĂŒssten AltersbeschrĂ€nkungen konsequent durchgesetzt und bessere Möglichkeiten zur von Eltern begleiteten Nutzung geschaffen werden. 

Nutzung orientiert am Alter

Konkret empfehlen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter anderem ein striktes Nutzungsverbot fĂŒr Kinder unter 13 Jahren. Die Angebote sozialer Medien seien fĂŒr sie «grundsĂ€tzlich ungeeignet». 

Bis 17 Jahren sollten soziale Medien dann nutzbar sein, jedoch altersgerecht - also mit deutlichen EinschrĂ€nkungen, hieß es. Unter anderem wird empfohlen, bei Kindern unter 16 Jahren Livestreaming, Push-Benachrichtigungen sowie endloses Scrollen zu verhindern. 

Im Alter von 13 bis 15 Jahren empfiehlt die Akademie außerdem eine von den Eltern begleitete Nutzung. In Bildungseinrichtungen sollte die Nutzung von Smartphones bis zur zehnten Klasse untersagt werden. 

Akute GefÀhrdung durch soziale Medien

Heranwachsende seien derzeit akut gefĂ€hrdet, rasches Handeln von Bund und LĂ€ndern deshalb erforderlich, so die Forschenden in dem Papier. Neben Schutzmaßnahmen sei wichtig, Kindern und Jugendlichen angemessene digitale Teilhabe und einen souverĂ€nen Umgang mit sozialen Medien zu ermöglichen. Ziel mĂŒsse sein, ihnen eine Nutzung sozialer Medien gewĂ€hrleisten zu können, ohne sie mit deren Risiken zu ĂŒberfordern. 

Wissenschaft sieht akute Gefahr

Aus wissenschaftlicher Sicht gebe es derzeit deutliche Hinweise darauf, «dass die Nutzung sozialer Medien – trotz wichtiger Vorteile – die psychische Gesundheit, das Wohlbefinden und die Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen erheblich beeintrĂ€chtigen kann», schreiben die Forschenden. 

PrĂ€ventiv sollten Kinder und Jugendliche sowie deren Eltern in Zukunft unter anderem durch KinderĂ€rzte ĂŒber Nutzen, Risiken und Schutzmöglichkeiten im Umgang mit sozialen Medien informiert werden. Zu sozialen Medien werden in dem Papier neben Plattformen wie Facebook oder Instagram auch Messengerdienste wie Whatsapp und Telegram gezĂ€hlt. 

Die Leopoldina hat ihren Sitz im sachsen-anhaltischen Halle und vertritt die deutsche Wissenschaft in internationalen Gremien. Sie hat rund 1.700 Mitglieder aus mehr als 30 LĂ€ndern und vereinigt Expertise aus nahezu allen Forschungsbereichen. Sie wurde 1652 gegrĂŒndet und 2008 zur Nationalen Akademie der Wissenschaften Deutschlands ernannt.

@ dpa.de