MasernfÀlle, USA

300 MasernfÀlle in den USA - Minister schlÀgt Vitamin A vor

14.03.2025 - 20:58:39

In den USA wĂ€chst die Zahl der Masernerkrankungen. Der Gesundheitsminister macht kontroverse VorschlĂ€ge. Dabei ist bekannt, was effektiv vor dem Virus schĂŒtzt.

  • Masern verbreiten sich in Texas. - Foto: Cynthia Goldsmith/Centers for Disease Control and Prevention/dpa

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  • Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. schlĂ€gt Vitamin A vor im Kampf gegen Masern. - Foto: Win McNamee/POOL Getty Images/AP/dpa

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Masern verbreiten sich in Texas. - Foto: Cynthia Goldsmith/Centers for Disease Control and Prevention/dpaGesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. schlÀgt Vitamin A vor im Kampf gegen Masern. - Foto: Win McNamee/POOL Getty Images/AP/dpa

Im SĂŒden der USA steigt die Zahl der Masernerkrankungen weiter und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. gibt unterschiedliche RatschlĂ€ge. In den beiden besonders betroffenen Staaten Texas und New Mexiko hat sich die Zahl der FĂ€lle auf etwa 300 erhöht, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Bis auf wenige Ausnahmen waren alle Erkrankten nicht geimpft.

Allein in Texas hat sich nach Angaben der örtlichen Behörden die Zahl der FÀlle auf 259 erhöht, 34 Infizierte mussten im Krankenhaus behandelt werden. Hier war im Februar ein Kind an einer Masernerkrankung gestorben. Zu dem Zeitpunkt gab es in dem Bundesstaat 124 bestÀtigte MasernfÀlle.

Ausbruch begann Ende Januar

Nach Angaben der «New York Times» begann der Ausbruch Ende Januar, als in der lĂ€ndlichen Gemeinde Gaines County an der westlichen Grenze des Staates zwei FĂ€lle entdeckt wurden. Von dort seien die Masern aufs benachbarte New Mexiko ĂŒbergesprungen, wo es einen Todesfall gab, der aber noch nicht ganz aufgeklĂ€rt sei.

Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr., der schon in frĂŒheren Jahren vielfach Zweifel an Impfungen gestreut hatte, erklĂ€rte in mehreren Interviews die Bedeutung von Schutzimpfungen, bezeichnete sie aber auch als persönliche Entscheidung. Zugleich behauptete er etwa in einem Interview in Foxnews, die Impfungen hĂ€tten Nebenwirkungen, und es gebe auch TodesfĂ€lle. Die Impfung verursache auch all die Krankheiten, die auch die Masern verursachten, behauptete er. In anderen Interviews verwies er auf Vitamin A und Lebertran als Heilmittel. 

Die Impfung ist der beste Schutz 

Die Biologieprofessorin Kirsten Hokeness von der Bryant University widersprach im Nachrichtensender ABC: Die beste Methode, Masern zu vermeiden, sei die Schutzimpfung. Es gebe keinerlei Hinweise, dass die anderen vorgeschlagenen Mittel wie Vitamin A irgendeine Wirkung hĂ€tten. Immunologie-Professor Scott Weaver von der UniversitĂ€t Texas sagte im selben Sender, frĂŒher habe es praktisch keine MasernausbrĂŒche gegeben, da die meisten Menschen geimpft waren. In letzter Zeit habe es dann wieder mehr AusbrĂŒche gegeben. 

In Gaines County, wo der Ausbruch begann, liegt die Impfrate nach Angaben des Senders PBS bei 82 Prozent. Laut US-Gesundheitsbehörde CDC können AusbrĂŒche erfolgen, wenn die Impfquote unter 95 Prozent sinkt. Auch laut Robert Koch-Institut (RKI) ist eine HerdenimmunitĂ€t von 95 Prozent der Bevölkerung nötig, um Masern auszurotten.

Hochansteckend und im Extremfall lebensbedrohlich

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten und können in ExtremfĂ€llen lebensbedrohlich sein. Übertragen werden sie unter anderem ĂŒber Tröpfchen und Aerosole, die etwa beim Sprechen, Husten und Niesen abgegeben werden. Das Virus löst bei fast allen ungeschĂŒtzten Menschen Symptome aus. Dazu gehören Fieber, Husten und der typische Hautausschlag, der sich ĂŒber den ganzen Körper ausbreitet. 

In Deutschland schwankt die Zahl der registrierten MasernfĂ€lle laut RKI von Jahr zu Jahr. 2024 wurden demnach bis zum 25. September 553 MasernfĂ€lle gemeldet. In Deutschland gilt seit MĂ€rz 2020 eine Masernimpflicht: Kinder, die mindestens ein Jahr alt sind und eine Kita oder Schule besuchen, mĂŒssen einen Masernschutz nachweisen.

@ dpa.de