Bezahlsystem, Wero

Neues europÀisches Bezahlsystem Wero gestartet

02.07.2024 - 06:00:36

In der European Payments Initiative (EPI) versuchen 16 europÀische Banken ein Gegengewicht zu Paypal, Mastercard und Visa aufzubauen. Zum Start des EPI-Systems Wero sind aber noch nicht alle dabei.

Das neue europĂ€ische Bezahlsystem Wero der European Payments Initiative (EPI) ist gestartet. Zum Auftakt ermöglichen der ĂŒberwiegende Teil der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken in Deutschland mit Wero mobile Zahlun­gen von einem Handy auf das andere. 

Nutzerinnen und Nutzer von Wero benötigen im Gegensatz zu einer herkömmlichen Überweisung keine 22-stellige Kontonummer (IBAN) des EmpfĂ€ngers. Stattdessen kann man fĂŒr die GeldĂŒbertragung in Echtzeit eine Mobiltelefonnummer oder E-Mail-Adresse nutzen. Echtzeit bedeutet, dass das Geld innerhalb von zehn Sekunden auf dem Konto der EmpfĂ€ngerin oder des EmpfĂ€ngers gutgeschrieben wird. Ab 2025 soll man mit Wero auch online und ab 2026 im Einzelhandel bezahlen können.

Deutsche Bank folgt spÀter

Zum Wero-Start ist auch die belgische Bank KBC mit dabei. Weitere Partnerbanken aus den Niederlanden und Frankreich sollen folgen. Bislang nicht an Bord sind dagegen das EPI-Mitglied Deutsche Bank, ihre Tochter Postbank sowie die ING-Bank. Hier erwarten Experten aber einen Start noch in diesem Jahr. Außen vor sind dagegen die Commerzbank und Neo-Banken wie N26, die sich nicht an der EPI und Wero beteiligen.

Wero wird von der European Payments Initiative (EPI) betrieben, einem Gemeinschaftsunternehmen von 14 Banken und zwei Zahlungsfirmen. Die Partner wollen damit gegen große US-Finanzkonzernen wie Mastercard, Visa und Paypal antreten. Außerdem soll der Vormarsch von Apple Pay und Google Pay gestoppt werden. Ein Vorbild ist die Smartphone-Bezahllösung Twint aus der Schweiz, die in der Alpenrepublik sehr populĂ€r ist.

«Wero wird die europÀische SouverÀnitÀt im Zahlungsverkehr stÀrken», sagte Joachim Schmalzl, Vorstand im Sparkassenverband DSGV und Aufsichtsratsvorsitzender von EPI. «Bisher haben wir in Europa kein eigenes gemeinsames Zahlverfahren.» 

EuropÀisches Zahlverfahren

Selbst starke nationale Verfahren wie die Girocard in Deutschland oder die Carte Bancaire in Frankreich seien bei grenzĂŒberschreitenden Zahlungen auf außereuropĂ€ische Anbieter angewiesen, betonte Schmalzl. «Wero wird diese AbhĂ€ngigkeit nachhaltig und langfristig beenden, indem es hier eine europĂ€ische Alternative bietet und damit auch die Wertschöpfung im Bereich Zahlungsverkehr innerhalb Europas hĂ€lt.»

Die Kundinnen und Kunden der Sparkassen und Genossenschaftsbanken mĂŒssen zum Ausprobieren von Wero keine neue App auf ihrem Smartphone installieren, sondern können die Funktion in ihrer Banking-App aktivieren. Wer ĂŒber Wero nicht nur Geld senden, sondern auch empfangen möchte, muss zudem eine Mobilfunknummer oder E-Mail-Adresse in der Banking-App hinterlegen.

@ dpa.de